Direkte Zuschauerbeteiligung via Internet im TV ist hierzulande immer noch Mangelware. Nicht, dass es sie nicht gibt – das ZDF und Bayern3 haben es vorgemacht und der abgesetzte Gottschalk-Talk im Ersten hatte die Beteiligung via Social Media sogar zum Mittelpuntk der Sendung gemacht. Sat1 will nun, nachdem RTL und ProSieben schon gute Erfahrungen mit der direkten Zuschauerbeteiligung via Internet gemacht haben, ebenfalls diesen Trend mitmachen und geht mit „Sat1 Connect“ in die Offensive. Für den Schritt hat man sich bei dem Sender die neue Dokusoap „Patchwork Family“ ausgeguckt, die gestern gestartet ist. Aber ist die direkte Einbindung von TV Zuschauern wirklich der richtige Weg?

Sat1 setzt mit "Connect" auf Social TV

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Mehrwerte durch Gewinne und Livestreams?

Via „Sat1 Connect“ kann man den Chat verfolgen, es gibt Gewinne, Livestreams und Previews auf weitere Sat1 Sendungen, wie beispielsweise „Britt“. Dort „einchecken“ kann man mit seinem Facebook Account und seine Freunde, so heißt es, „zur virtuellen Couch-Party einladen“ und „coole Badges und coole Preise“ gewinnen.

Dahinter verbirgt sich der Versuch, jetzt auch bei Sat1 „Social TV“ zu etablieren, denn das Thema ist derzeit stark im Kommen. Dass der Sender numn auch auf die Schiene aufspringt, ist nicht verwunderlich, gehört man doch zur Sat1ProSieben Media AG und ProSieben hat sein „Connect“ bereits eingeführt.

Was es damit auf sich hatte konnte man bei der Castingshow „The Voice Of Germany“ beobachten. Die Teilnehmer haben in der laufenden Livesendung mit ihren Fans über den eigenen Chat kommuniziert. Einige der Kommentare und Fragen wurden direkt in der Sendung präsentiert.

„Second Screen“ ist das Zauberwort

Die Verbindung mit der Öffentlichkeit via Internet stärkte die Fanbase und verhalf mit Sicherheit einigen Kandidaten zu höheren Sympathiewerten. Nützlich, wenn man sich öffentlich darstellt und zum Sieg auf ein möglichst gutes Image angewiesen ist.

Auch RTL hat seine so genannte „Inside App“. Fans und User können dort ebenfalls das Geschehen bei bestimmten Formaten direkt während der Sendung an ihren Smartphones, Tablets, PCs oder anderen internetfähigen Endgeräten mitverfolgen.

Der direkte Austauch ist über interne Vorgänge wie Chats möglich. Viel wichtiger ist aber die Möglichkeit, über Facebook und Twitter zu kommunizieren und zu interagieren, denn so wird die Reichweite maßgeblich verbessert.

Weitere Formate sollen folgen

Videos zum Backstage-Geschehen, Hintergrundwissen, Fotos und anderes kann über die „ConnectSideShow“ verfolgt werden. „Patchwork Family“ ist das erste Format und quasi die Generalprobe. Ist diese Probe erfolgreich, werden ganz sicher weitere Sendungen folgen.

Die Geschäftsführung der ProSiebenSat1 Digital ist zufrieden mit der Innovation. So machte die AG bereits gute Erfahrungen mit ProSieben Connect, was zeigt, das neben dem TV Konsum auch die virtuelle Teilnahme an einer Sendung unkompliziert funktioniert.

Laut Sender sollen Zuschauer mit „Sat1 Connect“ noch näher an den Formaten dran sein und letztendlich auch Informationen bekommen, die einem als „normalem“ Fernsehzuschauer verborgen bleiben. Man darf also gespannt sein, ob das Experiment funktioniert und ob man sich mit „Patchwork Family“ die richtige Sendung zum Testen ausgesucht hat.