Bei den Jugendlichen wird immer wieder mal gemutmaßt, obwohl es einer Studie zufolge doch nicht ganz so schlecht aussieht. Facebook ist bei Jugendlichen weiterhin beliebt und lag auf jeden Fall im Sommer noch vor Instagram. Dennoch gibt es Skeptiker, die den Abschwung voraussehen: Glaubt man der aktuellen Aussage von Kevin Roberts, Chef der Werbeagentur Saatchi und Saatchi, dann kehren immer mehr Facebook-User dem weltweit größten sozialen Netzwerk den Rücken – und auch Google ist laut Roberts nicht mehr so gut aufgestellt wie noch vor einigen Jahren. Haben die ewigen Skandale, Chronikanpassungen,  Datenschutzrechtsverletzungen und die umstrittene WhatsApp-Übernahme zur Unbeliebtheit Facebooks beigetragen? Haben es Mark Zuckerberg und seine Mitarbeiter übertrieben und zu hoch gepokert? Oder liegt Roberts komplett falsch?

Saatchi-Chef gibt Facebook und Google noch 3 Jahre

Hat Mark Zuckerberg zu hoch gepokert?

Die Facebook-Aktie ist zuletzt nach guter Performance wieder leicht ins Minus gedreht – möglich, dass man sich bei Facebook mehr erhofft hat. Zuletzt gab es teure Zukäufe, allein für WhatsApp musste Mark Zuckerberg 19 Milliarden US-Dollar bezahlen.

Bei solchen Ausgaben wird in der Regel auf eine schnelle Monetarisierung hingearbeitet, bei Facebook aber lässt man sich offensichtlich damit Zeit, WhatsApp und andere Zukäufe zu Geld zu machen. Kevin Roberts, Chef der weltweiten agierenden und renommierten Werbeagentur Saatchi und Saatchi hat nun unter anderem dem sozialen Netzwerk Facebook ein schnelles Ende vorausgesagt.

Er gibt dem Unternehmen noch maximal drei Jahre. Laut Roberts ist Facebook schon heute für die jungen Leuten sehr uncool. In einem Interview erklärt der 65-Jährige Chef von Saatchi und Saatchi, dass seine Kinder diverse andere soziale Netzwerke benutzen würden.

Auch Google ohne große Zukunft

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Sie seien zwar immer noch auf Facebook, der Fokus liegt aber auf anderen Netzwerken. Der Grund sei aber nicht etwa der vielzitierte mangelnde Datenschutz, sondern der zu konservative Hintergrund. Schließlich seien die Kinder bei Facebook im selben Netzwerk wie beispielsweise ihre Eltern oder Lehrer und „wer will schon in die gleiche Kneipe wie der eigene Vater?“.

Ist Facebook also für die meisten jungen Nutzer uncool geworden? Roberts ist überzeugt, dass das der Grund ist. Junge Menschen würden viel lieber andere Netzwerke benutzen, um sich so vom „konservativen Facebook“ abzugrenzen.

Im weiteren Verlauf des Interviews ist außerdem zu lesen, dass Roberts auch bei Unternehmen wie Google keine übertrieben positiven Zukunftsaussichten unterstellt. Nutzte Kevin Roberts das exklusive Interview für ein wenig Stimmungsmache oder lassen sich seine Aussagen sinnvoll belegen?

„Wer will schon in die gleiche Kneipe wie der eigene Vater?“

Sein Pessimismus gegenüber Google liegt unter anderem darin begründet, dass Google mit verstärkten Mitteln versuche, unter anderem auch Mitarbeiter von Saatchi und Saatchi abzuwerben – denn Google will laut Roberts ebenfalls als „Werbeagentur“ aktiv sein.

Wie erwartet hat Kevin Roberts dementsprechend nicht viel übrig für Google. Bei einem persönlichen Treffen mit Google-Mitarbeitern habe er festgestellt, dass diese wenig emotionale Intelligenz besitzen, dafür aber eine sehr hohe technische Intelligenz. Zu wenig, wie Roberts findet. Nur durch eine gute Mischung aus emotionaler Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und technischer Intelligenz sei ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Den Google-Mitarbeitern fehle es an einigen dieser Eigenschaften. Und so vermutet er, dass es auch Google möglicherweise nur noch drei Jahre gibt, also dieselbe kurze Lebensdauer hätte wie seiner Meinung nach Facebook.

Amüsante Thesen zu einem wichtigen Thema

Kevin Roberts ist ganz unbestritten ein kluger Kopf, seine aktuellen Ansichten über Facebook und Google jedoch sind in meinen Augen bestenfalls amüsant. Zu behaupten, dass Google und Facebook von heute an gerechnet in nur drei nicht mehr existieren sollen, ist wohl eher als Wunschdenken zu betrachten.

Beide Konzerne haben sich in der Vergangenheit gut aufgestellt und es ist wohl eher anzunehmen, dass beide in drei Jahren noch größer als heute sind! Ob das für Saatchi und Saatchi auch zutrifft? Ungewiss, denn Roberts hat recht: Facebook und Google wildern ungeniert in fremden Gefilden. Die Werbebranche ist da keine Ausnahme.

Mit autonom fahrenden Autos und sonstigen Spielereien wird allerdings vor allem Google noch ganz andere Branchen das Fürchten lehren. Robers lässt in Bezug auf Facebook vor allem zwei Fakten außer acht: Facebook ist Besitzer sowohl von WhatsApp als auch von Instagram. Selbst wenn beide bei jungen Leuten angesagter sind, kann Facebook diese Zielgruppe spätestens dann abholen, wenn sie älter geworden ist.