9. Januar 2012

Pinterest Marketing: Eine Einführung

Pinterest ist im Kommen. Das “soziale Netzwerk der Bilder” hat sich in den letzten 2 Jahren klammheimlich nach vorn gearbeitet und ist aktuell einer der digitalen Lieblinge. Und wie das immer so ist: Wenn “the next big thing” erst mal ein bisschen im Mainstream angekommen ist, dann muss man anfangen, sich über das Thema Marketing Gedanken zu machen. “Pinterest Marketing” also – selbstverständlich anzuwenden für diejenigen unter uns, die mit Pinterest auf sich aufmerksam machen wollen, ob nun Unternehmen oder Privatperson.

Pinterest? Nie gehört…

Schaut man sich auf Pinterest um, dann mag man auf den ersten Blick ernüchtert sein. Von Facebook kannte man in den letzten Jahren doch den Hang zum Überdimensionalen. Mehr und mehr Funktionen, ständig Wechsel beim Layout… nix da! Pinterest kommt recht aufgeräumt rüber und bietet klare Strukturen.

Und obwohl das Netzwerk jetzt schon etwas länger am Start ist, muss man immer noch eine Einladung beantragen oder sich von jemanden einladen lassen, der schon drin ist. Na ja – die Leute bei Pinterest kennen sich im Marketing scheinbar ein bisschen aus und kennen auf jeden Fall schon mal das Prinzip der Verknappung und somit der Schaffung vermeintlicher Exklusivität. Aber kann man auf überhaupt als Anwender auf Pinterest Marketing machen?

Ein neue Chance im Marketing!

Ja, das geht und es ist nicht schwer. Doch zunächst muss man verstehen, wie Pinterest funktioniert. Bei Pinterest kann man Bilder und Videos teilen. Man pinnt diese Inhalte an seine eigene Pinnwand, deswegen findet man auch so viel stecknadelähnliche Icons auf der Website. Interessant an diesem Vorgang ist, dass die Nutzer von Pinterest versuchen, die möglichst interessantesten Inhalte zusammenzutragen. Ist logisch, schließlich liked man ja auch nur Sachen bei Facebook, die einem selbst gefallen. Bei Pinterest werden also entsprechend nur solche Dinge gepinnt, die auch optisch was hermachen oder sonst in irgendeiner Form auffallen. Soweit also eigentlich vom Grundsatz her nichts neues.

Was das Thema “Pinterest Marketing” jetzt so interessant macht ist die Tatsache, dass zu jedem Bild oder Video immer auch die URL der Quelle eingeblendet und ganz klar genannt wird – und zwar als dofollow-Link. Insofern haben wir hier den ersten Vorteil für Leute, die auch Pinterest unterwegs sind und dort Bilder einstellen. Hat man nämlich selbst guten Inhalte zu bieten, der wiederum von anderen wahrgenommen und gepinnt wird, dann bekomm man selbst Backlinks, weil die URL der eigenen Quelle ja immer mit dem Bild mitgeliefert wird.

Auch SEOs kommen (noch) auf ihre Kosten

Dabei handelt es sich aber eher um einen marketingtechnischen Effekt, der vor allem für SEOs interessant ist. Ich persönlich schätze, dass Pinterest das in seiner Strategie bedacht hat. Insofern wird es interessant sein abzuwarten, wie lange diese Links dofollow bleiben werden. Allerdings geht es noch weiter. Die zahlreichen Möglichkeiten, aus Pinterest heraus zu teilen oder den Inhalte an anderer Stelle wiederzugeben, sind verlockend und führen natürlich dazu, dass man gute Bilder und Videos dank Pinterest massenhaft verbreiten kann. Diese “Vermarktung” der Inhalte ist dann schon etwas, was es bisher so nicht gab und wodurch Pinterest Marketing interessant wird.

Auch mit seinem Pinterest Profil kann man derzeit übrigens noch dofollow-Links abgreifen. Das zwar nicht als Keyword-Variante, weil die Links mit Icons versehen werden – aber immerhin. Zeitgleich lohnt es sich auch, Profile in anderen Netzwerken wie Twitter oder Facebook zu stärken, ebenfalls per Links. Die Integration von Facebook und Twitter ist ohnehin ein kluger Schachzug der Pinterest-Macher gewesen.

Themenrelevanz is King. Schon wieder…

So stellt man sicher, dass die Nutzer auch gleich entsprechend eben bei Twitter oder Facebook teilen, wenn sie gute Inhalte gefunden haben. Eine solche Strategie kann sich natürlich als echter Traffic- und Awareness-Booster erweisen – und scheinbar hat das bei Pinterest auch funktioniert.

Wenn man nun aber zum Beispiel eine Firma ist – sollte man sich dann ein paar Backlinks besorgen und darauf hoffen, dass andere die eigenen Bilder und Videos von der Website pinnen? Natürlich nicht! Erstens baut man sich bei Pinterest selbst ein Netzwerk auf. Auch hier, wie üblich, sorgt man dafür, dass man von möglichst vielen Menschen verfolgt wird. Je mehr Follower, desto mehr theoretische Reichweite – wie man das von Facebook und Twitter kennt.

Das Profil als Werbetafel

In Sachen Pinterest Marketing hat man nun zudem die Möglichkeit, über das Profilbild und die Profilbeschreibung Botschaften abzusetzen. Vor allem für Brands kann sich das lohnen, Facebook macht es vor – dort ist das Profilbild im Prinzip schon zur Werbetafel mutiert, ähnlich wie bei Twitter der Hintergrund. Bei Pinterest ist das auch möglich.

Das vielleicht mächtigste Mittel im Pinterest Marketing sind meines Erachtens aber die Boards. Mit den Boards kann man themenverwandte Inhalte zusammenfassen. Hat man also zum Beispiel Bilder aus dem Bereich Online Marketing, dann fasst man sie in einem entsprechenden Board zusammen. Als Brand kann man diese Boards gut dazu verwenden, um ganze Bilderserien zu erstellen, in denen man zum Beispiel Produkte oder Dienstleistungen vorstellt oder seine Firma entsprechend mit einem “About Us”-Board vorstellt.

Mehrwerte bieten!

Dazu kann man Anleitungen, Tutorials oder auch bebilderte Workshops anbieten. Vor allem Firmen, die konkret Produkte (wie zum Beispiel auch Konsumgüter) verkaufen wollen, kann es sich lohnen, echte Verkaufsmappen einzurichten – die Boards machen es möglich.

Abschließend lohnt sich noch ein Hinweis auf die “social Plugins”, ohne die natürlich kein soziales Netzwerk auskommt. Entsprechend gibt es sie auch bei Pinterest und es kann nicht schaden, sie dezent einzusetzen. Außerdem macht es ebenfalls Sinn, die grundsätzlichen Regeln aus anderen sozialen Netzwerken auch beim Pinterest Marketing umzusetzen: Ego-Sharing nicht ausufern lassen, fremde Inhalte teilen (sofern relevant), Follower unterhalten, Mehrwerte bieten, in anderen Netzwerken promoten, etc. – eben all die Dinge, die wir alle bei Twitter und Facebook seit Jahren tun, oder tun sollten.

Hinterher ist man immer schlauer

Pinterest und somit auch Pinterest Marketing stehen erst am Anfang und weil es bei Pinterest nur um Videos und Bilder gibt, ist es eher ein Nischen-Netzwerk. Clever eingesetzt kann man echte Benefits für sich selbst und sein Business aus Pinterest herausholen. Und die steigende weltweite Verbreitung wird sicher auch bei uns in Deutschland nicht halt machen. Insofern wird es spannend, die weitere Entwicklung zu beobachten.

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10 Kommentare zu “Pinterest Marketing: Eine Einführung”

  1. Wer noch eine Einladung übrig haben sollte … ich würde mich drüber freuen.

  2. Nette Einführung, danke! Ich kenne Pinterest bisher nur vom sehen und warte noch auf meine Einladung (vielleicht kannst du hier ja was beschleunigen?), aber ist es wirklich sinnvoll es zu nutzen wenn man selbst wenig visuellen Content verbreitet? Oder lohnt sich die Nutzung auch schon als Aggregator?

  3. Jenny sagt:

    Cooler Artikel,

    hab sowas ähnliches auch mit deutschen Bildern gesehen. Hier: likedby.de. Sollte man sich auch mal näher anschauen. J*

  4. [...] Für Unternehmen eignet sich Pinterest durchaus zur Selbstvermarktung, wie etwa die US-Reiseagentur „Croft Global Travel“ beweist. Manche sprechen sogar schon von „Pinterest-Marketing“. Besonders clever: Bei jedem Pin wird die Quelle genannt – „und zwar als dofollow-Link“. [...]

  5. [...] Björn Tantau Onlinemarketing: Pinterest Marketing: Eine Einführung [...]

  6. steffen sagt:

    warum auf eine anmeldung warten… openPIN.org tuts doch genauso gut… oder nicht?

  7. [...] nun die ganzen Artikel dazu, wie man auf Pinterest erfolgreich Marketing betreibt sinnlos? Natürlich nicht! Denn wie [...]

  8. [...] klar die Nase vorn haben. Ob das am oben genannten “Style-Faktor” liegen mag? Möglich! Fakt ist, dass Pinterest ganz neue Wege im Bereich Social Media Marketing ermöglicht und genau das wird auch in der Infografik gezeigt. Haushaltseinkommen, Bildungsstand, Interessen [...]

  9. Pinterest - voll im Bilde mit den SEO Trainees | SEO Trainee - Ab hier geht´s nach oben sagt:

    [...] nur neue Nutzer hinzukommen können, wenn sie zuvor von einem anderen Nutzer eingeladen wurden. Wie Björn Tantau bereits festgestellt hat, beherrschen die Köpfe hinter Pinterest anscheinend das Prinzip der [...]

  10. [...] Pinterest will clean, aufgeräumt und politisch korrekt sein. Obszöne Ausdrücke oder Fotos mit nackten Tatsachen gehen da schon mal gar nicht. Ernsthaft hat es ein Bild mit der Unterschrift “Fuck Yeah!” (gezeigt wurde ein Kleinkind, dass mit seinem Bobbycar eine Rampe benutzte) zu mehreren tausend Kommentaren gebracht, in denen diskutiert wurde, ob man Kraftausdrücke gebrauchen darf – und wenn ja, welche. Ergebnis: Kraftausdrücke sollen schön draußen bleiben. Der User, der das Bild mit der “obszönen” Bildunterschrift gepostet hatte, wurde aufgefordert, sich einer “schöneren Sprache zu bemächtigen”. [...]

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