Wie kürzlich angekündigt geht es mit der Interview-Reihe auf meiner Seite munter und inhaltlich sinnvoll weiter. Die erste Episode mit Vladislav Melnik kam sehr gut an – das zeigt mir, dass euch das Thema definitiv interessiert. Und so werde ich auch in Zukunft dafür sorgen, weitere tolle Interviews mit schlauen Leuten an den Start zu kriegen. Mit dieser zweiten Ausgabe ist mir das ganz klar gelungen, denn heute gibt sich Philipp Steuer die Ehre. Du weißt nicht, wer das ist? Dann hast du auf jeden Fall eine Bildungslücke, die ich aber sehr gern schließe. Philipp, stellt dich bitte meinen Lesern kurz vor…

Philipp Steuer: "Nicht blind alles unterschreiben, was einem unter die Nase gehalten wird!"

Philipp Steuer:

Hallo, ich bin Philipp Steuer und ich beschäftige mich intensiv mit digitalen Trends und Social Media. Ich arbeite als Network Program Manager für ein YouTube Netzwerk in Köln und war zuvor unter anderem auch bei Google Deutschland tätig. Mein aktuelles Steckenpferd in Sachen Social Networks ist mein eigener YouTube Kanal.

Dort haben mich rund 92.000 Menschen abonniert und pro Monat werden meine Videos bis zu 500.000 Mal angeklickt. Auch auf Twitter und Instagram darf ich mittlerweile über je 10.000 Follower mit meinen Inhalten versorgen, was mich sehr freut.

1. Du bist erfolgreicher YouTuber, doch wo liegen deine Ursprünge? Wie hast du angefangen und wo bist du digital eingestiegen?

Philipp Steuer:

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Mit 24 gehöre ich zur Generation Y und damit zur ersten Generation derer, die komplett mit dem Internet aufgewachsen sind. Für mich gehört das Web zum Leben dazu und so ist es nicht verwunderlich, dass ich 2009 Online Redakteur an der FH Köln studiert und drei Jahre später mit dem Bachelor abgeschlossen habe.

Social Media fand ich immer sehr spannend und nach Twitter und Facebook beschäftigte ich mich intensiv mit Google+. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben, dass ich erfolgreich durch Crowdfunding finanzierte. Im Anschluss konnte ich sogar einen Job bei Google Deutschland ergattern. Während dieser Zeit startete ich meinen YouTube Kanal, der jetzt schon 1 1/2 Jahre alt ist.

2. Ein paar Monate hast du auch bei Google gearbeitet und dich dort um Google+ gekümmert. Welche war deine einschneidenste Erfahrung in dieser Zeit?

Philipp Steuer:

Vorweg – Google ist ein toller Arbeitgeber. Dort arbeiten extrem geniale Menschen. Für mich jedoch war die Arbeit innerhalb eines Konzerns leider gar nichts, da die kreative Arbeit oftmals an externe Agenturen ausgelagert wird und ich nun mal ein kreativer Mensch bin.

Zudem stellte ich fest, dass es auch intern Probleme in Sachen Google+ gab, was mich ebenfalls enttäuschte, so dass ich die entsprechende Schlüsse zog. Dennoch möchte ich diese Zeit nicht missen.

3. Als YouTuber stehst du in der Öffentlichkeit und gibst auch Einblicke in dein Privatleben. Was ist für dich der besondere Reiz daran?

Philipp Steuer:

Authentizität. Ich habe eine große Abneigung gegen die ganzen berüchtigten Social Media Kasper, die vorgeben, Social Media zu verstehen, sich selbst online aber komplett verstellen. Ich für meinen Teil zeige mich in meinen Videos so, wie ich bin und kann dadurch auch näher an meiner Community sein. Sehr private Details sowie Familie halte ich jedoch aus meinen Videos raus.

4. Ein großer Kanal auf YouTube lässt sich angeblich nicht nebenbei managen. Wie viel Zeit geht bei dir für YouTube pro Tag drauf?

Philipp Steuer:

Da ich für ein YouTube Netzwerk arbeite, lässt sich das gar nicht so einfach beziffern. Da du dennoch sicher einen genauen Wert habe möchtest: Ungefähr eine Stunde mit allem drum und dran.

5. In letzter Zeit gab es ein bisschen Trouble mit bekannten YouTubern und einem großen Vermarktungsnetzwerk. Was ist für dich der größte Fehler, den man als erfolgreicher YouTuber nicht machen darf?

Philipp Steuer:

Blind alles unterschreiben, was einem unter die Nase gehalten wird!

6. Nach einem Jahr Abstinenz bist du kürzlich wieder auf Google+ eingestiegen und postest dort auch wieder Inhalte. Warum die Pause und warum die Rückkehr?

Philipp Steuer:

Mein Hiatus ergab sich aus dem Gefühl großer Enttäuschung. Ich ging als großer Google+ Enthusiast zu Google. Ich wollte etwas verändern. Doch ich musste feststellen, dass Google ein – Überraschung – sehr sehr technikorientiertes Unternehmen ist, bei dem die Komponente „Social“ nur teilweise verstanden wird.

All die Besonderheiten von Google, wie zum Beispiel das Autorenbild in der Google Suche, wurden am Ende wieder gekippt. Der Weggang von Ex-Google+ Papa Vic Gundotra war für mich dann DAS endgültige Zeichen, dass der Kurs intern geändert wird. Vic war für mich die einzige Person innerhalb der Mauern, die das Netzwerk zum Durchbruch verhelfen hätte können.

Um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten, brauchte ich etwas Zeit. Da ich Google+ jedoch nach wie vor wegen der kleinen aber feinen Community schätze, war meine Rückkehr ebenfalls nur eine zeitliche Frage.

7. Wenn jemand zu dir kommt und sagt, dass er innerhalb von 3 Monaten pro Monat eine 5-stellige Summe verdienen will: Welchen konkreten Erfolgstipp gibst du ihm?

Philipp Steuer: Aufhören, zu träumen und anfangen, hart zu arbeiten.

Philipp, vielen Dank für das Gespräch!