Was kann man in naher Zukunft noch von Mark Zuckerberg erwarten? Er updatet, erfindet und ergänzt, immer auf der Überholspur und man wird das flaue Gefühl nicht los, es ginge ihm vorrangig natürlich nicht um guten Service am Nutzer, sondern allein um das eigene Netzwerk, hohe Marktanteile und viel Macht in der Social-Media-Welt. Anders ist es kaum zu erklären, dass er jetzt auch noch nach der umstrittenen Chronik die nicht nur mit Freude erwartete eigene Facebook-Emailadresse für sämtliche Nutzer einführen wird. benutzername@facebook.com wird zur Pflicht, ohne Alternative. Der Nutzer bekommt seine eigene Adresse, ob er will oder nicht.

Pflicht: Jeder Facebook-Nutzer bekommt eigene Emailadresse

Ist der eigene Name noch frei?

Das Unternehmen hat bereits damit begonnen, dies auch hierzulande einzuführen. In Deutschland betrifft das über 22 Millionen Nutzer. Einen eigenen Namen darf der Nutzer zwar wählen, aber: Bei über 22 Millionen Nutzern dürfte dies nicht jeden zufrieden stellen und manch einer wird gefrustet etliche Adressen ausprobieren müssen, bis seine ausgesuchte namentlich endlich noch nicht vergeben ist – oder sonstwie passt.

Noch mehr Einfluss für Facebook

Hinter der „Idee“ der Pflichtadresse für alle Nutzer steckt das Kombinieren der hauseigenen Dienste und die Zentralisierung der digitalen Kommunikation bei Facebook. So können zum Beispiel Informationen an Nutzer gesendet werden, die ihre Emailadresse bei einem anderen Anbieter haben. Zuckerbergs „schlauer“ Schachzug: Da die Adressen und Nachrichten auf dem Facebook-Server liegen, können auch Dritte eingebunden werden, die bislang noch nicht bei Facebook sind. Bleibt die Frage, inwieweit die Nutzer überhaupt ihre eigenen Emailadresse nutzen müssen, wenn der Besitz einer eigenen Adresse zur Pflicht wird. Der Account wird wohl kaum zwangsweise gesperrt werden, nur weil man seine Facebook-Emailadresse einfach ignoriert. Oder?