29. Mai 2012

Olympia: Zensur und Accountlöschung bei Twitter

Als “Kunstgattung, die durch Übertreibung, Ironie und ‘beißenden’ Spott an Personen und Ereignissen Kritik übt und sie der Lächerlichkeit preisgibt” definiert der Duden das Wort Satire. Und Satire darf normalerweise vieles, solange die Absicht erkennbar ist, sich über etwas lustig machen zu wollen. Großereignisse wie die Olympischen Spiele in London sind gutes Futter für Satire – ganz ungefährlich ist dieses Umfeld aber nicht.

In sozialen Netzwerken wie Twitter gibt es unglaublich viele spitzfindige Kommentare oder kurze Posts. Solche Events werden nicht nur kommentiert, sondern auch analysiert und diskutiert sowie mit Fotos und Videos ergänzt – das alles passiert natürlich komplett kostenlos, weil es die User sind, die diese Inhalte erstellen.

Exklusivrechte für Sponsoren

An dieser Stelle kommen die Financiers ins Spiel mit ihren rein wirtschaftlichen Interessen ins Spiel und eine Art Zensur ist bei Twitter festzustellen – langsam, schleichend, aber sicher. Das betrifft akkreditierte Journalisten, Mitarbeiter und Sportler von Großereignisse wie den Olympischen Spielen. Sie dürfen nach den neuen eigens für die Sportevents erstellten Bestimmungen keine Fotos, Videos oder persönliche Stimmungen twittern. Außerdem sind Erwähnungen anderer Atlethen, Diskussionen mit Nutzern und das Erwähnen von Markenprodukten untersagt. Grund sind die Exklusivrechte der Sponsoren. Twitter darf sogar Nutzer verbannen, die gegen die Richtlinien des Olympischen Komitees verstoßen.

Vorsicht mit dem Hashtag #London2012

Und genau das sorgt für heftigen Diskussionsstoff. Hinzu kommt, dass beispielsweise der Hashtag #London2012 von Nichtsponsoren für Werbezwecke nicht genutzt werden darf. Alles ist streng reglementiert und Twitter hat dem Olympischen Komitee zugesichert, dass der Hashtag in Werbeformen für Sponsoren exklusiv zur Verfügung steht. Möglicherweise könnte dies Konsequenzen für private Nutzer haben, die unbedarft diesen Hashtag nutzen, wenn sie Bilder oder Vides von den Olympischen Spielen posten – oder einfach nur öffentlich bei Twitter darüber reden.

Beschneidung der Meinungsfreiheit?

Und Satire zieht da auch nicht. Der Account zur Protestseite “Official Protesters of the London 2012 Olympic Games” wurde von Twitter innerhalb kürzester Zeit gelöscht. Ein Twitterer hatte sogar einen Teil des offiziellen Logos im Avatar. Satire galt hier nicht als Argument – Beschneidung der Meinungsfreiheit? Es wird sich zeigen, wie viele Accounts in den nächsten Wochen im Rahmen des bloßen Austausches zu den Olympischen Spielen noch gelöscht werden.

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4 Kommentare zu “Olympia: Zensur und Accountlöschung bei Twitter”

  1. Ich habe vollstes Verständnis für die wirtschaftlichen Interessen der Veranstalter, Markeninhaber usw. Das alles ist klar wie Kloßbrühe. Logos und geschütztes Material illegal nutzen – das geht nicht. Aber. Ja, aber, denn acht von zehn Laien kannst du das doch gar nicht mehr plausibel machen. London2012 darf keiner als Hashtag verwenden. So ein Quark.

  2. Moritz sagt:

    Also das ist absolut übertrieben! Es gibt eigens Bestimmungen bzgl. Twitter? Also entweder haben die dort zuviel Zeit oder einfach nur langeweile. Wenn Ich mir demnächst immer vorher überlegen muss was ich twittern darf, dann verliert das Ganze für mich irgendwann den Reiz. Mir ist ja klar, dass ich nicht schreiben sollte “Das Produkt XY ist total klasse” und dazu ein Foto mit der entsprechenden Werbebande hochlade, aber ein Foto von einer sportlichen Großveranstaltung, bei dem die Stimmung und die Sportler im Mittelpunkt stehen, darf doch wohl nicht verboten sein!
    Ich jedenfalls lasse mir auch meine Hashtags nicht verbieten und werden #London2012 trotzdem nutzen um meine persönliche Meinung zu Wettkämpfen zu twittern. Ich bin gespannt was passiert…

  3. […] Veröffentlichung von Fotos und die Kommunikation von/über die Olympischen Spielen ist also auch nicht-gewerblich agierenden BesucherInnen nicht […]

  4. Olympische Spiele 2012: Nutzungsrechte über fucking alles! : Posted Planet sagt:

    […] Die Veröffentlichung von Fotos und die Kommunikation von/über die Olympischen Spielen ist also auch nicht-gewerblich agierenden BesucherInnen nicht vollends und ohne mögliche Einschränkungen gestattet. Akkreditierte JournalistInnen, MitarbeiterInnen und teilnehmende SportlerInnen der Spiele in London dürfen weder Fotos, Videos oder persönliche Stimmungen twittern. BloggerInnen ist es verboten über die Spiele zu berichten, denn das ist wiederum nur den akkreditierten JournalistInnen erlaubt. Es ist nicht einmal die Verlinkung in einem nicht gewünschten Kontext gestattet, besonders wenn dieser Kritik an den Olympischen Spielen übt. Bei der Lektüre der Richtlinen nicht auf den Gedanken zu kommen, dass das IOC hier Zensur ausübt, ist wirklich schwer. Es bleibt jetzt schon festzuhalten, dass es eine Rechtsunsicherheit für BesucherInnen der Spiele gibt, denn wenn auch eine lückenlose Überwachung wohl nicht erfolgen wird, ist mit Klagen im Nachgang der Spiele durchaus zu rechnen. […]

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