Als „Kunstgattung, die durch Übertreibung, Ironie und ‚beißenden‘ Spott an Personen und Ereignissen Kritik übt und sie der Lächerlichkeit preisgibt“ definiert der Duden das Wort Satire. Und Satire darf normalerweise vieles, solange die Absicht erkennbar ist, sich über etwas lustig machen zu wollen. Großereignisse wie die Olympischen Spiele in London sind gutes Futter für Satire – ganz ungefährlich ist dieses Umfeld aber nicht.

In sozialen Netzwerken wie Twitter gibt es unglaublich viele spitzfindige Kommentare oder kurze Posts. Solche Events werden nicht nur kommentiert, sondern auch analysiert und diskutiert sowie mit Fotos und Videos ergänzt – das alles passiert natürlich komplett kostenlos, weil es die User sind, die diese Inhalte erstellen.

Exklusivrechte für Sponsoren

An dieser Stelle kommen die Financiers ins Spiel mit ihren rein wirtschaftlichen Interessen ins Spiel und eine Art Zensur ist bei Twitter festzustellen – langsam, schleichend, aber sicher. Das betrifft akkreditierte Journalisten, Mitarbeiter und Sportler von Großereignisse wie den Olympischen Spielen. Sie dürfen nach den neuen eigens für die Sportevents erstellten Bestimmungen keine Fotos, Videos oder persönliche Stimmungen twittern. Außerdem sind Erwähnungen anderer Atlethen, Diskussionen mit Nutzern und das Erwähnen von Markenprodukten untersagt. Grund sind die Exklusivrechte der Sponsoren. Twitter darf sogar Nutzer verbannen, die gegen die Richtlinien des Olympischen Komitees verstoßen.

Vorsicht mit dem Hashtag #London2012

Und genau das sorgt für heftigen Diskussionsstoff. Hinzu kommt, dass beispielsweise der Hashtag #London2012 von Nichtsponsoren für Werbezwecke nicht genutzt werden darf. Alles ist streng reglementiert und Twitter hat dem Olympischen Komitee zugesichert, dass der Hashtag in Werbeformen für Sponsoren exklusiv zur Verfügung steht. Möglicherweise könnte dies Konsequenzen für private Nutzer haben, die unbedarft diesen Hashtag nutzen, wenn sie Bilder oder Vides von den Olympischen Spielen posten – oder einfach nur öffentlich bei Twitter darüber reden.

Beschneidung der Meinungsfreiheit?

Und Satire zieht da auch nicht. Der Account zur Protestseite „Official Protesters of the London 2012 Olympic Games“ wurde von Twitter innerhalb kürzester Zeit gelöscht. Ein Twitterer hatte sogar einen Teil des offiziellen Logos im Avatar. Satire galt hier nicht als Argument – Beschneidung der Meinungsfreiheit? Es wird sich zeigen, wie viele Accounts in den nächsten Wochen im Rahmen des bloßen Austausches zu den Olympischen Spielen noch gelöscht werden.