Die mobile Revolution ist nicht mehr aufzuhalten. Bei Facebook weiß man das schon und investiert seit Jahren ins mobile Geschäft. Mit Erfolg, denn die Umsätze mit Werbung sprengen alle Ketten. Google hat sich mit dieser Entwicklung schwerer getan. Zwar sitzt man als „Inhaber“ von Android auf dem mobilen Betriebssystem mit der deutlich größeren Reichweite im Vergleich zu iOS. Trotzdem sind zum Beispiel in Sachen erfolgreicher Werbung bisher keine wirklichen Heldentaten von Google bekannt geworden. Jetzt allerdings soll sich das ändern, denn Google hat erstmals bestätigt, dass inzwischen mehr Suchanfragen von mobilen Endgeräten als von Desktop-Rechnern kommen. Eine Zäsur?

Offiziell Google bestätigt mehr mobile Suchzugriffe als vom Desktop

Bild: Denys Prykhodov, Shutterstock.com

Rasant beschleunigte Entwicklung

Schon im letzten Jahr hatte es aus dem Google Hauptquartier immer wieder geheißen, dass die mobilen Suchanfragen 2015 traditionelle Suchanfragen von Desktop-PCs überholen könnten. Und genau das ist jetzt passiert – einziger Unterschied zu den bisherigen Gerüchten ist die Tatsache, dass Google es jetzt offiziell gemacht hat.

Diese Bestätigung gilt für 10 Märkte, inklusive Japan und die USA. Bei welchen Ländern es sich um die restlichen Märkte handelt, wurde nicht bekannt.

Ebenfalls nicht bekannt wurde die prozentuale Aufteilung, wie sich die Suchanfragen zusammensetzen. Google wollte nur bestätigen, dass die mobile Suche Überhand genommen hat, nicht aber, wie viel davon auf die Suche via Browser entfällt und wie viel über mobile Apps von Google kommt.

Der Grund für das mobile Update?

Für das vierte Quartal 2014 hatte der US-Marktforscher Comscore noch ermittelt, dass der Anteil der mobilen Suche via Smartphone und Tablet bei 18,5 Prozent liege, immerhin eine Steigerung von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Suche vom Desktop ist nach den Daten von Comscore noch immer deutlich beliebter.

Zahlen von Comscore und Daten von Google widersprechen sich

Zahlen von Comscore und Daten von Google widersprechen sich

Diese Zahlen beißen sich aber mit den jetzigen Angaben von Google. Daraus ergeben sich zwei mögliche Schlüsse: Entweder hat die mobile Suche seit Anfang 2015 einen extremen Sprung gemacht – oder die Zahlen von Comscore sind nicht korrekt.

Von Google gibt es bisher keinen Kommentar zu einem Vergleich der eigenen Zahlen mit denen von Comscore. Allerdings reagiert Google bereits mit neuen mobilen Werbeformaten.

Mobile wird zum „First Screen“

Der offensichtlich dramatische Zuwachs bei der mobilen Suche könnte auch einer der Gründe sein, warum Google das „Mobilegeddon“-Update vom 21.4.2015 so stark gepusht hat. Man scheint bei Google bemüht zu sein, ebenfalls möglichst viel Profit mit dem veränderten Suchverhalten der Internetnutzerinnen und –nutzen machen zu wollen.

Die zukünftige Entwicklung scheint indes mehr als deutlich zu sein: Mobile ist nicht mehr der „Second Screen“, es wird zum „First Screen“ – auch und vor allem, wenn es um das Thema Marketing geht (nicht nur im Internet). Die Möglichkeit, die richtigen Kunden immer nicht nur zum richtigen Thema, sondern auch zur richtigen Zeit erreichen zu können, öffnet viele neue Möglichkeiten.

Facebook hat bereits gezeigt, wie gut sich mit dem mobilen Internet Geld verdienen lässt. Die nahe Zukunft wird zeigen, ob Google ebenfalls in der Lage ist, auf diesem Gebiet noch besser als bisher Geschäfte machen zu können.