Als der ehemalige NSA-Mitarbeiten Edward Snowden vor einige Monaten pikante Enthüllungen über die weltweite Überwachung des Internets durch den US-Geheimdienst veröffentlichte, war die Empörung groß. Auch jetzt kommen Tag für Tag neue Erkenntnisse ans Licht und selbstverständlich ist das Verhalten der NSA untragbar. Kurz nach den Enthüllungen wurde zudem bekannt, dass auch die großen Internet-Firmen mit dem US-Geheimdienst mehr oder weniger freiwillig kooperieren und bei der Datenspionage helfen würden. Diese Erkenntnisse führten verständlicherweise dazu, dass man sich bei Facebook, Google oder auch Amazon Sorge um das eigene Geschäft machte. Schätzungen gingen davon aus, dass viele User weniger aktiv sein und somit auch weniger Umsatz generieren würden. Doch scheinbar ist genau das Gegenteil der Fall.

NSA-Enthüllungen haben Google, Facebook und Co. nicht geschadet

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Geschäfte laufen weiterhin gut

Nach offiziellen Informationen habe man bei Google keinen signifikanten Rückgang in irgendwelchen Geschäftsbereichen bemerkt. Gleich soll für Amazon gelten. Dort hatte man laut Medienberichten die Befürchtung, dass vor allem Cloud-Dienste weniger stark frequentiert würden.

Grund dafür hätte eine vermeintlich Angst der User um die eigenen Daten sein sollen. Doch auch hier keine Spur von Umsatzeinbußen. Im Gegenteil: Es sei „noch nie besser gewesen“, hieß es von Amazon. Genaue Zahlen wurden allerdings nicht genannt.

Auch das generelle Vertrauen in US-Unternehmen scheint von den Enthüllungen nicht negativ betroffen zu sein. Auch die Befürchtungen, dass Nutzer in den USA möglicherweise auf Dienste in Europa, sofern diese dort vorhanden sind, ausweichen könnten, hätten sich nicht bestätigt.

Datenschutz in USA egal?

Es scheint also, als würden die NSA-Enthüllungen für US-User nicht von besonders hoher Tragweite sein. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass es keine nennenswerten Rückgänge bei Nutzerzahlen, Umsatz und Gewinn gibt.

Das Thema Datenschutz wird hierzulande traditionell strenger gesehen, in den USA und anderen Ländern aber ticken die Uhren anders. Was bei uns als „Datenskandal“ für wochenlange Diskussionen sorgt, ist in den USA offensichtlich kein Grund für ein Umdenken bei den Usern.

Allerdings: Auch für Deutschland und andere europäische Länder ist bisher nicht bekannt geworden, ob es bei Unternehmen wie Google oder Facebook zu Nutzerschwund im großen Stil gekommen ist. Möglicherweise ist über die NSA-Affäre schon so viel Gras gewachsen. Oder es fehlen einfach nach wie vor die sinnvollen Alternativen zu Google, Facebook, Amazon und Co.