In den USA ticken die Uhren traditionell etwas anders als bei uns. Während technische Errungenschaften und andere Neuheiten in den Vereinigten Staaten oft schon etabliert sind, dauert es mitunter ein wenig, bis sie „über den großen Teich schwappen“. Und obwohl auch bei uns soziale Netzwerke wie Facebook lange in der (Online-)Gesellschaft angekommen sind, nutzt man sie in den USA schon weit intensiver als bei uns. Was aber macht diese intensive Nutzung aus?

Wie die folgende Infografik beschreibt, heißt es bereits heute für 16% der US-Amerikaner, dass sie Facebook unter anderem auch dazu nutzen, einen neuen Job zu suchen – und zu finden. So gaben 2010 10% an, dass sie ihren Job via Facebook gefunden hätten. 2011 waren es bereits 16% – Tendenz weiter steigend.

90% alles Arbeitsuchenden in den USA haben ein Profil in einem sozialen Netzwerk. Dieser Wert macht deutlich, dass sich Leute in den USA scheinbar sehr aktiv selbst und aus eigenen Stücken bemühen, einen neuen Job zu finden. Dafür das Internet zu nutzen und hier speziell auf soziale Netzwerke wie Deutschland zurückzugreifen, scheint in den Vereinigten Staaten mittlerweile völlig normal zu sein. Natürlich gibt es auch noch klassische Job-Portale in den USA oder auch Websiten, wie zum Beispiel Angebote, die man auf Online Marketing Blogs findet. Keiner dieser andere Services hat aber solche Zuwachsraten wie soziale Netzwerke.

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Und nicht nur Facebook ist einer der „Job-Motoren“. Auch Twitter und LinkedIn tragen ihren Teil dazu bei. 18,4 Millionen US-Amerikaner haben ihren aktuellen Job via Facebook gefunden, 8 Millionen via Twitter und 10,2 Millionen via LinkedIn. Drei stolze Zahlen, die sich zusammen auf 36,6 Millionen Personen summieren. In den USA leben aktuell 311 Millionen Menschen. 11,8% der Bevölkerung (von denen ja nicht alle im berufsfähigen Alter sind) haben ihre aktuellen Jobs also dank Facebook, Twitter und Co. bekommen.

Überträgt man diesen Wert auf Deutschland, dann müssten bei uns 8,6 Millionen Menschen ihren Job sozialen Netzwerken verdanken. Ich kenne keine genaue Zahlen, wage aber mal die Behauptung, dass es NICHT zutrifft. Was meine Ausführungen und die Infografi sehr schön deutlich machen: Social Media ist mittlerweile (zumindest in den USA) nicht mal mehr „nur“ ein Kanal im Online Marketing. Es entwickelt sich immer schneller und berührt inzwischen auch ganz alltäglich Bereiche, die mit eigentlichem Online Marketing grundsätzlich gar nichts zu tun haben. Das lässt aus meiner Sicht aufhorchen und offenbart die großen Potenziale, die im Bereich Social Media noch schlummern.