Allen Unkenrufen bezüglich mangelnder Datensicherheit zum Trotz kann WhatsApp einen Rekord aufstellen: 20 Milliarden versendete Nachrichten in 24 Stunden. Bei den von den Nutzern empfangenen Nachrichten liegt diese Zahl sogar noch höher: 44 Milliarden. So hat der Nachrichtendienst WhatsApp, der erst vor kurzem von Facebook übernommen wurde, in 24 Stunden 64 Milliarden Nachrichten bearbeitet und lässt damit sämtliche Mitbewerber wie Threema, Telegram oder BlackBerry weit hinter sich. Die frohe Botschaft über den Tagesrekord wurde sofort medienwirksam über soziale Netzwerke verbreitet. Die Erklärung für diese Datenmenge liege in der Gruppen-Chat-Funktion, heißt es seitens des Unternehmens. Durch diese Funktion kann eine versendete Nachricht mehrere Empfänger erreichen.

Neuer 24-Stunden-Rekord bei WhatsApp

Mitbewerber ohne Chance

Es ist noch nicht so lange her, als WhatsApp-Chef Jan Koum die Nutzerzahlen für Deutschland verkündete. Ende des Monats März waren es 31 Millionen in Deutschland und 480 Millionen weltweit. Eine stolze Zahl, an die die Mitbewerber nicht mal ansatzweise heranreichen. Generell ist das Wachstum beeindruckend. 15 Millionen Nutzerinnen und Nutzer kommen jeden Monat neu dazu.

Die Meldungen zum Unternehmen bezüglich der Übernahme durch den Netzwerkgiganten Facebook zu einem Preis von 19 Millionen US-Dollar und Sicherheitsmängel scheinen offensichtlich WhatsApp nicht geschadet zu haben. Auch die Downtime vor einigen Wochen, bei der viele schon das Schlimmste befürchtet hatten, kann der Popularität von WhatsApp nichts anhaben – und die Aufwärtsentwicklung scheint noch lange nicht beendet.

Jan Koum rechnet mit weiteren Zuwächsen in der nächsten Zeit, denn WhatsApp arbeitet an einer Telefonie-Funktion. Diese entsteht bei uns in Deutschland in Zusammenarbeit mit E-Plus und die Präsentation steht anscheinend unmittelbar bevor. In Berlin soll das neue Feature demnächst offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Facebook gewinnt Zielgruppen zurück

Das Wachstum von WhatsApp hält also an und somit erweist sich der 19-Milliarden-Dollar-Deal zumindest zum jetztigen Zeitpunkt nicht als Flop. Kurz nach dem Deal wurden über den Preis gespottet und viele Kritiker waren der Meinung, dass Mark Zuckerberg eine lächerlich hohe Summe geboten hat, damit er auf keinen Fall überboten werden kann und es ausgeschlossen ist, dass Jan Koum die Offerte zurückweist.

Einige Monate zuvor war Facebook nämlich bei SnapChat abgeblitzt. Hier wolle Zuckerberg angeblich 3 Milliarden US-Dollar zahlen, doch die SnapChat-Macher wollten nicht verkaufen. Aus heutiger Sicht ein Glücksfall für Facebook, denn so konnte man sich auf WhatsApp konzentrieren.

WhatsApp scheint perfekt in das Facebook-Universum zu passen und sorgt dafür, dass man auch wieder mehr User erreicht, für die das Verschicken von kurzen Nachrichten wichtiger ist, als bei einem kompletten sozialen Netzwerk am Start zu sein. So gesehen hat Mark Zuckerberg es geschafft, eine schon verloren geglaubte Zielgruppe zurückzugewinnen. Kurz nach der Rekordmeldung fiel WhatsApp heute allerdings zeitweise aus.