Wer hätte das gedacht: Facebook vermiest seinen Nutzern die Laune. So neugierig jeder auch sein mag, um zu sehen, was seine Freunde gerade treiben, mit wem sie unterwegs sind, wo sie sich gerade im Urlaub befinden oder wie es ihnen geht – so langweilig kann dies aber auch auf Dauer sein. Hinzu kommen die unzähligen Posts, von denen viele scheinbar immer genervter sind. Wenn zum Beispiel Freunde immer wieder Einladungen zu Partys schicken, die thematisch gar nicht zu einem passen oder die man aufgrund der Entfernung ohnehin nicht besuchen kann oder Beteiligungen an Spielen, um ein Level weiterzukommen. Gnadenlos wird alles an alle verschickt. Kein Wunder also, dass die Nutzerinnen und Nutzer nicht unbedingt happy mit Facebook sind. Zumindest für einen Teil von Ihnen trifft das zu. Eine neue Studie hat herausgefunden, dass Facebook manche Menschen sogar unglücklich macht. Wie konnte es dazu kommen und was kann Facebook tun, um diese Entwicklung umzukehren?

Neue Studie: Macht Facebook unglücklich?

Der Druck wächst

Es scheint so manchem Nutzer allzu verständlich, dass Facebook nicht unbedingt dazu beiträgt, die Laune zu heben. Im Gegenteil. Schnell fühlt man sich unter Druck gesetzt, Beispiele gibt es viele. Es reicht allein die Tatsache, dass man von seinen Freunden ständig und immer eine persönliche Nachricht bekommt – die dann nicht selten auch unerfreulich sein kann.

Gut, gelesen, Antwort kommt später. Aber kaum dass man sich ausloggt und einige Zeit später wieder online geht: Die nächste Nachricht lässt nicht lange auf sich warten und die alten, erst vor zwei Stunden gelesenen Nachrichten sind bereits vergessen, weil sie nicht mehr markiert sind – schon kommt Frust auf. Der Absender schickt wieder eine Nachricht und fragt, warum man nicht geantwortet hat.

Die Psychologen Tobias Greitemeyer und Christina Sagioglou von der Uni Innsbruck sind diesem Verhalten auf den Grund gegangen. Das Ganze nennt sich „Computers in Human Behaviour“ und kommt zu einem Fazit: Facebook macht unglücklich.

123 Probanden

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Im Grunde ist es ein Trugschluss. Man beschäftigt sich mit Facebook und freut sich über die Kontakte mit seinen Freunden. Doch ein persönliches Treffen mit Spaßfaktor kann keine Nachricht der Welt ersetzen, digitale Kontakte sind eben nicht echt. Aber der Nutzer glaubt, dass er dank der Meldungen via Facebook-Newsfeed zufrieden und glücklich ist. Nach einer Trennung dürfte dies aber möglicherweise nur bedingt funktionieren.

Es ist aber alles andere als lustig zu lesen, mit wem die Exfreundin oder der Exfreund um die Häuser gezogen ist und dass der ehemalige Partner oder die ehemalige Partnerin gerade viel glücklicher ist als man selbst – eine typische Facebook-Falle. 123 Probanden wurden zu der Studie befragt. Eines der Ergebnisse: Je mehr diese Nutzer sich verschiedenste Inhalte wie Mitteilungen, Selfies oder ähnliches angeschaut haben, umso schlechter wurde die Laune mit der Zeit.

Kontrovers dazu steht die Zeit, die man mit anderen Informationsquellen im Internet verbringt mit Inhalten, nach denen man bewusst gesucht hat. Die Antwort auf den Frust ist ganz einfach: Die meisten Nutzer bewerten die Zeit, die sie mit Facebook verbracht haben, als sinnlos verschwendete Zeit an – und loggen sich trotzdem wieder ein.

Trifft Facebook allein die Schuld?

Ein interessantes Ergebnis. Interessant auch deshalb, weil nur 123 Probanden für „Studie“ zu wenig sein dürften. Ganz unabhängig davon ist Facebook nicht allein das Problem, denn die oben beschriebenen Probleme gab es immer schon – durch Facebook wird man nur eher immer wieder an den (unglücklichen) Zustand erinnert. Auch hier kommt also die Problematik mit der Medienkompetenz ins Spiel.

Facebook ermöglicht es, immer und überall mit allen in Kontakt zu sein und zu bleiben. Aber muss das wirklich sein? War es so, bevor Facebook die digitale Bühne betrat? Sicht nicht, man musste oft lange warten, bis man eine Person wiedersehen konnte. Auch die Erkenntnis, dass sich viele User wieder und wieder auf Facebook einloggen, obwohl sie sich dort nicht wohlfühlen, wirft Fragen über den generellen Zustand dieser Leute auf, denn wer tut sich so etwas schon freiwillig an?

Selbst wenn man sich nicht ausloggen will, bleibt immer noch die Möglichkeit, seine Kontakte so zu verwalten, dass man bestimmte Meldungen im Newsfeed einfach nicht mehr sieht. Das ist mit zwei Klicks erledigt und dauert ein paar Sekunden. Könnte es also auch daran liegen, dass es viele User gibt, die Facebook nicht richtig bedienen können…