Google ist in den letzten Jahren zu einem der größten Konzerne der Welt und zum aktuell noch wichtigsten Konzern im Internet avanciert. Damit das so bleibt, hat Gründer Larry Page seit einigen Monaten wieder das Ruder in der Hand und forciert den Umbau den Konzerns, denn das Thema „Social Media“ ist mit Google Plus und der neuen „Search Plus Your World“ (SPYW) eindeutig zur Chefsache geworden. Weil Google mittlerweile aber eine große Menge an Produkten und Dienstleitungen anbietet, für die es zum großen Teil jeweils einzelne AGB oder Datenschutzerklärungen gibt, wurde jetzt die Heckenschere angesetzt – über 60 „Policies“ wurden vereinfacht und zu einer einzigen Datenschutzerklärung zusammengefasst, die ab 1.3.2012 gelten soll. Mit weitreichenden Folgen für alle Google-Nutzer.

Das Wichtigste vorab: Die neue Datenschutzbestimmung und die dazu gehörigen Nutzungsbedingungen erlauben es Google ab sofort, die Daten seiner Nutzer aus sehr vielen Produkten zu verknüpfen. Googlemail, Google Plus, Android, AdSense, Google Docs, etc. – in all diesen Diensten hinterlässt man als Google-Nutzer Spuren, die bisher größtenteils einzeln betrachtet wurden (wenn man Google das in der Vergangenheit glauben durfte). Nun werden diese Informationen zusammengeführt und ergeben so Nutzer-Profile mit riesigen Datenmengen, die entsprechend umfangreicher sind als sie es vorher waren – und vermutlich auch genauer.

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Mit diesem Paukenschlag zeigt Google einmal mehr, wohin die Reise gehen soll: Künftig soll man als Nutzer von Google mit nur einem Account beliebig viele Produkte nutzen und sich keine Sorgen mehr um verschiedene Nutzungsbedingungen und AGB machen. Als Grund für diese Maßnahme nennt Google ebenfalls einmal mehr die Absicht, sich voll auf den User konzentrieren zu wollen. Dabei sei man bestrebt, die User Experience zu verbessern, die Suchergebnisse zu optimieren und dafür zu sorgen, dass es dem Nutzer schlichtweg einfacher gemacht wird, Google als Gesamtkonzept mit zahlreichen Features zu nutzen. Der Nutzer soll also mehr Zeit bei Google am Stück verbringen – nicht nur bei der Suche, sondern auch bei anderen Produkten wie Google Plus.

Schaltzentrale des „neuen“ Google dürfte mittel- bis langfristig dann auch Google Plus werden. Hier soll man sich registrieren, hier soll man netzwerken und sich austauschen. Dass es Google grundsätzlich eigentlich nur darum geht, möglichst viele Daten seiner User zu ermitteln, um dann aufgrund dieser Daten immer und überall noch passendere Werbung einzublenden, wird nicht wirklich kommuniziert. Vielmehr wird behauptet, dass es zu schwierig sei, sich so viele einzelne Bestimmungen zu merken. Eine einzige Datenschutzerklärung wäre also besser. Klingt in meinen Ohren ein bisschen so, als halte man die User für etwas doof.

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Ob das so wirklich zutrifft sei dahingestellt. Vermutlich wird es zu diesem Thema aber noch Diskussionsbedarf geben, der so schnell nicht gedeckt sein wird. Schließlich hatte Google in der Vergangenheit vehement darauf gepocht, dass Daten aus einzelnen Services angeblich nicht miteinander verknüpft werden. Damit ist es nun vorbei und auch sonst scheint bei Google mit der Rückkehr von Larry Page als CEO endgültig ein anderer Wind zu wehen. Intern soll Page kürzlich sogar gesagt haben, dass es sich bei all den Maßnahmen der letzten Monate um den „neuen Weg“ bei Google handeln soll. Wer diesen Weg nicht gut fände, dem stünde es frei, jederzeit zu gehen.

Es wird sich zeigen, ob sich der aktuelle Umbau von Google auszahlen wird. Letztendlich geht es darum, mehr Umsatz und mehr Gewinn durch den Verkauf von Werbung zu machen. Im abgelaufenen Quartal hatte Google beim Umsatz zwar zulegen können, der Gewinn blieb jedoch hinter der Erwartungen der Analysten zurück. Und weil Google ein an der US-Börse notiertes Unternehmen ist, besteht ein gewisser Druck seitens der Aktionäre. Diesen Druck spürt man scheinbar auch bei Google und versucht offensichtlich viel, um noch mehr Geld zu verdienen.