Aktuell wird das Thema „Facebook Fans kaufen“ wieder lebhaft diskutiert. Die Möglichkeit, seine Fanpage mit gekauften Fans zahlenmäßig aufzupumpen scheint für viele Leute verlockend zu sein. Anbieter, bei denen man Fans kaufen kann, gibt es mittlerweile reichlich. Das Thema ist allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Mit gekauften Fans kann man kein nachhaltiges Facebook Marketing betreiben. Auf den ersten Blick wirkt eine Fanpage mit mehreren 10.000 Fans natürlich beeindruckend. Die beste Fanpage nützt aber nichts, wenn auf ihr nicht interagiert wird. Fehlt die Interaktion, dann wirkt eben nur die schiere Zahl der Fans überwältigend. Auf den zweiten Blick kann man jedoch sehr schnell feststellen, dass auf einer solchen Seite kein Dialog stattfindet. Wie auch, denn gekaufte Facebook Fans interessieren sich in der Regel nicht für den Inhalt der Seite, von der sie Fan „geworden“ sind – wenn es sich überhaupt um echte Facebook Profile und keine Fake Accounts handelt (das ist nämlich leider oft der Fall – möglich sind auch gehackte Accounts, auch hier kann man keine Interaktion erwarten).

Aus dem Bereich der Suchmaschinenoptimierung (und hier vor allem beim Linkaufbau) kennt man den Begriff „Themerelevanz“. Hintergrund: Versucht man seine Inhalte auf anderen Seiten zu verlinken oder verlinken zu lassen, dann macht es Sinn, wenn sich die Linkquelle themenrelevant oder themenverwandt ist. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Suchmaschine den neu entstandenen Link als besser im Vergleich zu anderen, nicht themenrelevanten Links bewertet, entsprechend höher. Beim Facebook Marketing verhält es sich vom Prinzip her ähnlich.

Nachhaltiges Facebook Marketing bedeutet, dass man genau solche Fans findet, die sich auch für das Thema der Seite auf Facebook interessieren. Gut generieren kann man solche Fans über die eigenen Website, wenn man die entsprechenden Social Plugins von Facebook (wie zum Beispiel die Like Box) integriert hat. Dass ein Fan, der über diesen Kanal kommt, themenrelevant ist, kann man in den meisten Fällen voraussetzen (sonst würde der Fan diesen Kanal nicht nutzen). Natürlich kommt es auch vor, dass jemand Fan wird und dann nie wieder auf die Facebook Fanpage zurückkehrt. Die so fehlende Interaktion sorgt dafür, dass die Postings der Fanpage auch nicht im Newsfeed (Hauptmeldungen) des Facebook Nutzers auftauchen. Damit muss man leben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich aber doch um einen nachhaltig interessierten Fan handelt, ist auf jeden Fall deutlich größer als bei einem gekauften Fan.

In der Marketing Branche wird oft von der „kritischen Masse“ gesprochen. Bei einer Facebook Fanpage gilt das auch, nur muss man hier eine andere Bemessungsgrundlage verwenden. 10.000 gekaufte Fans können auf den ersten Blick eine solche „kritische Masse“ darstellen. Gibt es aber keine Interaktion, dann sieht die Sache schon anders aus. Ein nachhaltig themenrelevanter und interessierter Fan interagiert. Wenn eine Facebook Fanpage also zum Beispiel nur 100, 200 oder 500 Fans hat, kann die Interaktionsrate dennoch um ein Vielfaches höher sein, als wenn es sich um 10.000 gekaufte Fans handelt.

Neben der Integration von Facebooks Social Plugins gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, themenrelevante Fans zu generieren. Gewinnspiele sind zum Beispiel nach wie vor extrem beliebt. Doch auch hier muss man vorher nachdenken, was man erreichen will, denn Fans, die durch ein Gewinnspiel kommen, interessieren sich in erster Linie für den Gewinn – nicht aber für das Thema der Seite.

Als im letzten Jahr das erste iPad auf den Markt kam, gab es überall Gewinnspiele, bei denen man eben ein iPad gewinnen konnte. Ein sehr verlockender Gewinn, der auch bei Facebook zahllose Fans für viele Seiten aktivieren konnte. Streng genommen lohnt sich die Verlosung eines iPads aber nur dann, wenn man auch eine Facebook Seite zu diesem Thema betreibt (oder zumindest eine Seite mit dem Topic „Apple“ oder zu einem anderen verwandten Thema). Und so langweilig es auch wirken mag: Ist man für die Facebook Page einer Versicherung verantwortlich, dann ist es sinnvoller, hier passende Produkte zu verlosen (wie zum Beispiel eine einjährige Beitragsbefreiuung oder ähnliche Dinge) – denkbar wäre in diesem Fall vielleicht noch ein iPad, auf dem die App der Gesellschaft installiert ist, die das Gewinnspiel macht – so würde man zumindest einen Brandingeffekt erreichen.

[BONUS] Gratis PDF eBook und Checkliste: Lade dir das gratis eBook "10 Internet Marketing Tipps, mit denen du deine Website sofort verbesserst" jetzt runter und mach deine Website in wenigen Schritten erfolgreicher. Klick hier auf diesen Link und starte den Download deines kostenlosen eBooks!

Fans, die man über themenrelevante Aktionen generiert sind treuer als andere. Mehr noch, sie sorgen sogar für die weitere Verbreitung, weil sie eher gewillt sind, Inhalte auf Facebook zu teilen (sie interessieren sich ja schließlich auch dafür). Gekaufte Fans tun das wie gesagt in der Regel nicht. Zusätzlich kann der Kauf von Fans unter Umständen auch zu juristischen Problemen führen, mal ganz abgesehen von den Richtlinien bei Facebook, die das Kaufen von Fans nicht erlauben.

Möglicherweise lassen sich einige Facebook Nutzer von hohen Fanzahlen blenden und blicken nicht sofort auf die Interaktion, die auf einer Seite stattfindet. In der Regel werden aber auch solche Fans schnell merken, dass auf der Seite nicht viel los ist (weil sich auch keine entsprechenden Meldungen der Seite in ihren Hauptmeldungen sehen). Im schlimmsten Fall wird die „Fanschaft“ dann wieder kündigen – ein Klick reicht.