Pinterest, der Name hört sich griffig an, ist einprägsam und eine Zusammensetzung aus den englischen Begriffen „to pin“ und „interest“. Aber wenn man den Begriff genau unter die Lupe nimmt, gibt es dazu auch andere Assoziationen. Aus den speziellen Dingen, die dort angezeigt werden, könnte man auch ein Premium Interest machen und somit Pinterest einem anderen Wortstamm zuordnen. Genau damit hat das aufstrebende Unternehmen jetzt zu tun. Pinterest verliert im spanischen Alicante gegen ein Unternehmen, das sich die Rechte lange vor Gründung von Pinterest gesichert hatte. Und „Premium Interest“ ist auch der Name dieser Firma, die Klage eingereicht hatte. Die Namensrechte an „Pinterest“ wurden von beiden Unternehmen für Europa angemeldet. Es ging darum herauszufinden, wer diese nun bekommen soll. Dabei sind möglich Forderungen nach Schadenersatz noch nicht absehbar. Pinterest hätte das Problem mit einer simplen Markenrecherche verhindern können. Doch wie geht es nun weiter?

Muss Pinterest seinen Namen abgeben?

Keine erforderlichen Rechte

Pinterest, also das allgemein bekannte US-Startup-Unternehmen, hat laut Entscheidung des Patentamtes in Alicante den Namen in Europa lange genutzt, ohne sich entsprechend abzusichern. Die erforderlichen Rechte hatte das Unternehmen nicht. Ging niemand davon aus, dass es den Namen vielleicht bereits geben würde oder ließ man es drauf ankommen?

Anspruch auf die eigentlichen Rechte hat eigentlich der News-Aggregator Premium Interest, eine Londoner Event-Plattform, gegründet vom Briten Alex Hearn. Bei Firmengründung wurde auch an die Kurzform Pinterest geachtet und diese entsprechend angemeldet.

In den kommenden Monaten wird Premium Interest nun mit einer eigenen App für Android und iOS am Markt agieren. Damit sollen unter anderem Inhalte aus den sozialen Netzwerken geteilt werden.

Premium Interest seit 2009

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Das Unternehmen behauptet, den Namen Pinterest dabei schon seit dem Jahr 2009 zu nutzen. Im Gegensatz zum bekannten Bildernetzwerk sei man aber nicht stark in die Öffentlichkeit gegangen, sondern agierte eher im Hintergrund. Der Markeneintrag selbst liegt erst seit Januar 2012 vor.

Vor Gericht musste im Grunde nur geklärt werden, wer sich die Rechte zuerst hat schützen lassen. Zufällig haben sich auch noch zeitgleich beide Unternehmen gegründet. Die Seite von Pinterest ging in einer Betaversion 2010 zum ersten Mal online.

Premium Interest möchte die Rechte am Namen natürlich nicht hergeben und klagte dementsprechend, auch wenn das Fotonetzwerk möglicherweise einen höheren Bekanntheitsgrad genießt. Es gehe schließlich auch ums Prinzip. Der letzte Entscheid steht noch aus. Und so könnte es sein, dass sich Pinterest letztendlich doch umbenennen muss, zumindest in Europa. Doch wie könnte Pinterest stattdessen heißen?

Kurze Markenrecherche hätte geholfen

Der Vorgang zeigt erneut, dass es auch verhältnismäßig neuen Branchen wie der Online-Wirtschaft wichtig ist, sich an Vorgaben aus der „Old Economy“ zu halten. Pinterest hat scheinbar schlicht und ergreifen nicht damit gerechnet, dass der zugegeben ungewöhnliche Name irgendwo auf der Welt schon vergeben sein könnte.

Und so muss man sich nun überlegen, wie man mit dieser Situation umgeht. Immerhin: Außerhalb der USA ist Pinterest ohnehin längt nicht so erfolgreich wie im Stammland. Trotzdem hätte man das Problem mit einer einfachen Markenrecherche zuverlässig verhindern können.

Denn der drohende Namensverlust ist nicht das einzige Problem, dass auf Pinterest zukommen könnte. So ist es durchaus denkbar, dass Premium Interest auch Schadenersatzansprüche geltend macht, die Pinterest dann empfindlich treffen könnten.