Rich Snippets könnte man auch, wenn man auf abgedroschene Phrasen steht, „Snippets 2.0″ schimpfen. Bezeichnenderweise sind Rich Snippets im Prinzip tatsächlich eine Weiterentwicklung der Snippets, wie man sie bisher kannte. Allerdings hat diese Weiterentwicklung mehr mit Google als mit den Inhalten im WWW an sich zu tun, denn: Die Inhalte gab es in verschiedenen Formen eigentlich schon immer. Google aber ist schlauer geworden und kann mehr relevante Inhalte aus Websites verwerten. Aber wie kann man die gewachsene Intelligenz von Google als Webseitenbetreiber für die eigenen Zwecke nutzen?

Die Macht der Mikrodaten

Rich Snippets (auch gern „Mikrodaten“ oder „Mikroformate“ genannt) werden von Google dazu genutzt, um die eigenen Suchergebnisse mit zusätzlichen Daten anzureichern. Ziel: Der User soll schon in den Suchergebnissen besser über den Inhalt der Seite informiert werden. Hintergrund: Google will die User Experience verbessern. Findet ein Nutzer bei Google schneller und besser wirklich relevante Informationen, dann ist er zufriedener. Zufriedene Kunden kommen wieder. Bei Google ist dann die Chance, dass die wiederkehrenden Kunden mehr Werbung konsumieren und auf Anzeigen klicken, höher.

Mit Rich Snippets zu besseren Rankings und mehr Traffic

Ganz nebenbei kann Google im optimalen Fall die angezeigte Werbung noch so gut wie möglich personalisieren (deswegen will Google, dass man am liebsten IMMER eingeloggt sucht, damit die Suchmaschine noch mehr Daten speichern und so noch passendere Werbung ausliefern kann). Es geht also – wie so oft – um das liebe Geld. Für ein aktiennotiertes Unternehmen in den USA absolut legitim. Und dank der Reichweite von Google kann man auch als Betreiber einer Website davon profitieren. Verwendet Google Rich Snippets bei der Anzeige meiner Website in den SERPs, dann ist eine höhere Klickrate für das Ergebnis durchaus möglich.

Hohe CTR gleich mehr Traffic?

Eine höhere Klickrate ist besser, weil man dann mit seiner eigenen Website gegenüber der unmittelbaren Konkurrenz in der direkten Umgebung der eigenen Platzierung einen Vorteil hat, wenn diese weniger stark angeklickt werden. Die höhere „Click-Through-Rate“ (CTR) ist ein Rankingfaktor und kann im Zweifel eine bessere Platzierung bedeuten – was sich wiederum durch mehr Traffic bemerkbar macht.

Mit Rich Snippets zu besseren Rankings und mehr Traffic

Jetzt gibt es mehrere Varianten, in denen Rich Snippets erscheinen können. Und eine Variante ist ganz besonders interessant, weil sie für so gut wie jeden Betreiber einer Website potenziell einsetzbar ist. Die Rede ist von Bewertungen! Bewertungen (z. B. für ein Produkt oder einen Text) erschienen in der Vergangenheit nicht zwingend in Snippets – zumindest nicht in den ganz normalen Snippets in den organischen Suchergebnissen. Das ist jetzt anders. Wer seine Website mit einem WordPress-CMS betreibt, der hat es sogar richtig leicht. Installiert man das Plugin „GD Star Rating“, dann bekommt man ein Plugin, dass eine ziemlich ausführliche Bewertungsfunktion zur Verfügung stellt. Besonders schön an dem Plugin ist, dass es gleich dafür sorgt, dass die richtigen Auszeichnungen im Quelltext erzeugt werden. So ist es für Google leicht, diese Informationen aus der Website für die Verwendung von Rich Snippets zu extrahieren.

Sternchen oder Listen?

Wer sich SERPs, in denen ein Ergebnis mit Rich Snippet befindet anschaut, der wird merken, dass die Auszeichnung z. B. durch Sternchen optisch schon was hermacht. Sofern die Bewertung an sich dann auch noch gut ist (also nicht 2 von 20, sondern besser 4 von 5 Sternen), dann kann man davon ausgehen, dass ein potenziell interessierter Suchmaschinennutzer das ebenfalls bemerkt und dann eher auf dieses Ergebnis als auf andere klickt.

Sterne aus Bewertungen sind aber nicht die einzigen optischen Reize, die Google bei seinen Rich Snippets aus dem Hut zaubert. Mittlerweile ist man so weit, dass man jede Menge Daten verarbeiten kann. Das können z. B. sein:

– Rezepte
– Tourdaten
– Songtitel
– Rezensionen
– Produktbewertungen

und vieles mehr…

Vor allem im Bereich Listen gibt es rein theoretisch keine Grenzen. Alles, was man tabellarisch aufbereiten kann, kann grundsätzlich auch in den Rich Snippets landen. Wie so oft geht Google natürlich davon aus, dass die angezeigten Informationen korrekt sind. Insofern wird vermutlich auch keine Haftung dafür übernommen, wenn man sich direkt auf die Informationen aus den Snippets verlässt. Wer diese Angaben also überprüfen will, der sollte sich auch in Zukunft wenigstens die komplette Seite anschauen, von der die Informationen im Snippet stammen.

Bessere Inhalte bringen mehr Traffic

Um bessere Rankings und somit mehr Traffic zu erzielen sind Rich Snippets ein geeignetes Stilmittel. Es fragt sich natürlich, ob der Traffic bei Suchergebnissen, die durch die Bank schlechte Bewertungen von ihren Usern bekommen haben, nicht eher einbricht. Ich für meinen Teil denke schon – aber auch das wäre grundsätzlich im Sinne von Google, denn die Mission des Suchmaschinenprimus ist es ja, seinen Nutzerinnen und Nutzern immer nur die „besten“ Ergebnisse zu zeigen.

Mit Rich Snippets zu besseren Rankings und mehr Traffic

Die neuen Rich Snippets könnten auf jeden Fall dazu beitragen, dass Google eine neue Schraube in die Hand bekommt, an der man nicht selbst drehen muss sondern drehen lässt. Schlechtere CTRs für Ergebnisse mit negativ auszulegenden Rich Snippets werden langfristig dafür sorgen, dass andere Seiten begünstigt werden. Die „schlechten“ Inhalte wandern somit langsam aber sicher in den Keller der SERPs. Was übrig bliebe wären die Ergebnisse, die eine gute oder bessere CTR haben. In Googles Augen also die Seiten mit dem besseren Content. Und diese Auslese würden die User komplett eigenständig durchführen. Für Google also ein komfortable Situation.