Die Polizei, dein Facebook-Freund und Helfer. Die Polizei informiert über aktuelle Straftaten, sucht im Internet nach Zeugen und gibt sich gern bürgernah. Und das Web lässt sich natürlich auch für andere Zwecke nutzen – zur Verbrecherjagd nämlich. Die Polizei möchte das soziale Netzwerk Facebook mehr zur Verbrechensaufklärung nutzen. Fragt sich nur, wie sie das anstellen möchte. Ganz logisch betrachtet, bekommt man ja nicht einfach Infos von Facebook-Usern, wenn sie ihre Posts nur für Freunde markiert haben. Und welcher Verbrecher ist so dumm, sich im Netz absolut öffentlich zu machen? Einzige Ausnahme ist da bekanntlich das eigene Profil samt Hintergrundfoto – aber das muss man im Zweifel ja nicht nutzen. Dennoch: So ohne weiteres wird sich ein Verbrecher im Netz nicht einfach entlarven lassen.

Mit Facebook auf Verbrecherjagd: Polizei entdeckt soziale Netzwerke

Unterstützung der Bürger

Die Polizei braucht also Unterstützung. Und was liegt da näher, als die Bürger mit einzubeziehen? Nur in wenigen Ausnahmen nutzt die Polizei Facebook bisher zum Beispiel für Fahndungszwecke. Der Hamburger Innensenator will das jetzt ändern. So soll die Polizei für die Facebook-Nutzung allgemeingültige Regeln bekommen. Klingt nach einer behördlichen Netiquette für Ordnungshüter.

Auf der Innenministerkonferenz, die noch bis Ende dieser Woche in Osnabrück abgehalten wird, stehen neben zentralen Themen wie NPD-Verbot und Cybercrime eben auch die Verbrecherfahndung durch Facebook auf der Agenda. Die Nutzung der sozialen Netzwerke soll weiter ausgebaut werden – es geht also nicht nur um Facebook.

Dafür ist eigens eine eigene Projektgruppe gegründet worden, die festgestellt hat, das vor allem junge Menschen immer mehr auf Facebook und Co. unterwegs sind und dort viel kommunizieren. Ob das wirklich jemanden überrascht hat? Die behördliche Nutzung soll aber natürlich nur unter Einhaltung strenger Datenschutzvorgaben durchgeführt werden.

Landeskriminalamt sehr aktiv

Während die Polizei auf ihren eigenen Seiten eher mäßig aktiv sind, sieht das beim  Bundeskriminalamt anders aus. Wer sich die Seite des Landeskriminalamtes Niedersachsen anschaut, stellt fest, dass dort Posts zu Straftaten zu sehen sind ebenso wie Vermisstenanzeigen. Sogar Phantombilder kann man sich dort anschauen.

Aber es gehören auch Einträge zu Verkehrssituationen bei Fußballspielen dazu und Nutzerkommentare bleiben dabei nicht unbeantwortet. Und so sehr sich die Polizei auch bemüht, über die Netzwerke Straftäter zu fangen, so sollte sie aber verstärkt auch in ihrer Außenwerbung, beispielsweise durch TV-Spots darauf achten, dass sie dabei immer noch seriös bleibt.

So sorgte zuletzt ein Clip der Polizei für Spott und Hähme im Netz, als zwei Polizeibeamte sich rappend für ihren Beruf aussprachen. Es sollte trendy und modern wirken, war aber leider nicht authentisch. Und so ist also noch viel Aufbauarbeit in den eigenen Reihen zu leisten, wenn die Polizei immerhin schon herausgefunden hat, dass junge Leute gerne Rap-Musik hören und sich in sozialen Netzwerken bewegen.