Das gute alte Thema Linkaufbau ist aktuell wieder mehr denn je in aller Munde. Hintergrund ist, dass Google scheinbar immer besser darin wird, manipulierte Links zu erkennen und zu entwerten. Das ging in den letzten Wochen so weit, dass in den USA schon ganze Linknetzwerke, die teilweise seit mehreren Jahren lohnende Geschäfte mit dem Verkaufen von Links gemacht haben, von heute auf morgen einfach ausgeknipst – also deindexiert – wurden. Zu solchen Deindexierungen ist es kürzlich auch bei uns gekommen und nun sieht es immer mehr danach aus, als würde Google im Bereich Linkaufbau wirklich keinen Spaß mehr verstehen.

Linkaufbau: Je schwieriger, desto erfolgreicher

Bild: Anja Semling (pixelio.de)

Weniger hochwertige Linkquellen werden abgestraft

In Deutschland waren zuletzt professionelle Artikelverzeichnisse betroffen. Auch hier gab es schlicht und ergreifend eine umfassende Deindexierung. Hinzu kamen Äußerungen bekannter SEOs, in denen es darum ging, dass man eine deindexierte Seite schneller in den Index zurückbekommt, wenn man gekaufte oder manipulierte Links abbaut und gleichzeitig mitteilt, wo genau man diese Links gekauft hat.

Solche Vorgaben von Google führen natürlich dazu, dass Webmaster teilweise auf die Idee kommen, andere gezielt anzuschwärzen. Zu diesem Thema wurde gestern schon heiß diskutiert und es ist durchaus realistisch, dass Google beim Linkaufbau weiter durchgreifen wird.

Lohnt Linkaufbau überhaupt noch?

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Im Zuge der „Strafmaßnahmen“ fragt man sich nun, wie man in Zukunft denn Linkaufbau betreiben sollte. Wie so oft gibt es natürlich kein Patentrezept. Die Erfahrungen der letzten Wochen haben mich persönlich in meiner Überzeugung gestärkt, dass Linkaufbau nach wie vor möglich ist, aber: Google hat die Regeln geändert und die Anforderungen drastisch erhöht. So scheint sich dann auch mein persönliches Motto „Je schwieriger der Linkaufbau ist, desto erfolgreicher wird er sein“ dieser Tage endgültig zu bestätigen. Grundsätzlich ein wie ich finde durchaus logisches Motto.

Man muss im Hinterkopf behalten, dass ein Link eine Empfehlung ist. Bekommt man für eine Website überdurchschnittlich viele Empfehlungen von Quellen, die offensichtlich nicht vertrauenswürdig sind oder aus denen man sich einfach viel zu leicht bedienen kann, dann ist in den Augen Googles irgendwas nicht in Ordnung. So wie es eben auch im normalen Leben ist. Was einem selbst seltsam vorkommt, davon lässt man lieber die Finger – und dem traut man schlicht und ergreifend nicht, oder wenig. Warum sollte das im digitalen Netz-Leben anders sein?

Größerer Aufwand = bessere Ausbeute

Auch an Gold und Edelsteine kommt man in der Regel nur mit erhöhtem Aufwand heran. Gleiches gilt für schwer erschließbaren Vorkommen von Öl und Gas. Oft ist die Ausbeute dann aber auch recht kostbar – und teuer. „Schwer zu erschließen“ bedeutet in den meisten Fällen also, dass man von einer wertvollen Ausbeute ausgehen kann. Das klingt sinnvoll: Warum sollte man sonst großen Aufwand betreiben, wenn man sich eigentlich auch mit den Dingen begnügen könnte, die man leichter und mit sehr viel weniger Aufwand bekommen kann? Der Vorgang des Linkaufbaus ist in meinen Augen ähnlich, denn auch an die wirklich wertvollen Links kommt man nicht so leicht heran wie an diejenigen, die einfach so „auf der Straße liegen“.

Berücksichtigt man also die Vergleiche mit der realen Welt, dann gilt auch für den Linkaufbau: Wenn ich richtig gute Links haben will, dann muss ich erhöhten Aufwand betreiben (man könnte auch sagen: „Ich muss mich anstrengen!“). Wie genau dieser Aufwand aussieht, ob man nun also extrem guten Content oder einen faszinierenden Linkbait erzeugt oder man einfach sehr viel Geld in die Hand nimmt und richtig gute Links einkauft, das sei zunächst dahingestellt. Fakt ist: Wer Qualität haben will, der muss mehr strampeln – und nachdem Google gezeigt hat, dass sie scheinbar immer besser werden, es auf jeden Fall aber ernst meinen mit der Jagd auf manipulierte Links, sollte man eigentlich noch eine Schippe drauflegen und sich noch mehr anstrengen.

Definition von Qualität

Was aber ist nun „erhöhter“ Aufwand? Grundsätzlich sollte einleuchten, dass es schwieriger ist, einen themenrelevanten Link aus dem Content eines großen, renommierten und vertrauenswürdigen Online-Magazins zu generieren, als einen Links aus einem mehr oder weniger öffentlich zugänglichen Artikelverzeichnis. Dass mit der Zunahme von Links auch die Qualität der Quelle leidet, ist nachvollziehbar. Und dass die fehlende Themenrelevanz der ausgehenden Links auf globaler Ebene (viele verschiedene Outbound Links aus vielen verschiedenen Themenbereichen) einer Quelle schadet, ist auch nachvollziehbar. Insofern ein Argument für eine Kraftanstrengung beim Aufwand, denn: Wer härter arbeitet, kann sich in der Regel über mehr Ertrag freuen.

Es ist eine Blüte der Evolution des Internets, dass es sich mehr und mehr zu einem Abbild des normalen Lebens entwickelt – und nur das macht Sinn, denn im Internet bewegen sich immer noch Menschen, die wie auch (wie überraschend) wie Menschen handeln. Auch wenn man sich digital vielleicht hier und da hinter erfundenen Identitäten verstecken kann – letztendlich kann man echte Beziehungen nur führen, wenn man die Leute kennt und man kann echte Informationen nur dann bekommen, wenn diese Informationen auch korrekt sind und eben aus einer relevanten und vertrauenswürdigen Quelle kommen.

Der Link soll weg!

Langfristig will Google den Link als Bewertungskriterium sowieso abschaffen. Einer der Gründe, warum man Google+ hat. Google+ wird den Autor mehr und mehr in den Vordergrund stellen und dafür sorgen, dass in ein paar Jahren nicht mehr Links den treibenden Rankingfaktor darstellen, sondern echte Menschen und deren Interaktionen.

Aber warum macht Google das? Weil es logisch und natürlich ist – und weil Menschen in der realen Welt im Zweifel auch eher der Empfehlung einer vertrauten oder zumindest bekannten Person folgen, als das bei einer fremden Person der Fall wäre. Außerdem entwickelt sich das Internet einfach in diese Richtung, ob mal will oder nicht. Insofern versucht Google einfach nur, sich mehr und mehr der realen Welt in einer digitalen Kopie anzunähern – zumindest in Hinblick auf die menschlichen Beziehungen und Interaktionen. Diese korrekt abzubilden ist einfach sinnvoll.

Schön war die Zeit…

Sind Linkaufbau und vor allem SEO damit endgültig tot – oder zumindest dem Tode geweiht? Nein, ganz im Gegenteil. Erfahrene Suchmaschinenoptimierer und Linkaufbauer wissen, dass sich beide Bereiche seit Jahren weiterentwickeln. Was vor zwei Jahren gut funktioniert hat, kann heute schädlich sein – und teilweise (selten, aber manchmal) auch umgekehrt. Zeitlos ist allerdings die Annahme, das sehr gute Inhalte (egal welcher Art und Weise) immer auch für ein sehr gutes Ergebnis sorgen – sei es nun in Bezug auf die direkte Reichweite an sich oder auf den Linkaufbau (der indirekt das Ergebnis eines sehr guten Inhalts sein sollte und oft auch ist).

Die Generierung guter und wertvoller Links wird allerdings immer schwieriger, weswegen man sich noch mehr ins Zeug legen muss. Das kann selbstverständlich auch nach wie vor eine Frage des Geldes sein – wer viele Mittel in die Hand nimmt, der kommt sicherlich an Links heran, von denen andere nur träumen. Ein Link in einem teuren Umfeld hat den Vorteil, dass das Umfeld überschaubar ist. Im Klartext: Jemand, der von seiner Website Links zu hohen Preisen verkauft, muss natürlich quantitativ weniger verkaufen (im Vergleich zu jemandem, der qualitativ schwächere Links zu geringeren Preisen anbietet – hier gibt es proportional mehr Outbound Links, die das Risiko einer „Enttarnung“ seitens Google erhöhen).

Die goldene Mitte

Auch 2012 sind Links wichtig, Linkaufbau ist somit weiter essentiell und man kommt nicht daran vorbei. Die Regeln allerdings ändern sich derzeit massiv. Google wird besser und erlaubt nicht mehr „jeden Mist“. In solchen Zeiten sind mehr denn je kreative Köpfe gefragt. Alte Vorgehensweisen müssen hinterfragt und wenn nötig abgeschafft werden. Neue und innovative Strategien im Bereich SEO und Linkaufbau müssen an den Start gebracht werden. Und für manchen Webmaster muss dann auch die Einsicht kommen, dass man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln eben nicht das gewünschte Ergebnis erzielen kann. Dann sollte man entweder umdenken – oder es sein lassen.

Was im Bereich Linkaufbau meiner Meinung nach aber auch 2012 (und solange, wie Links das hauptsächliche Rankingkriterium sind) funktionieren wird, ist die „goldene Mitte“. Dahinter verbirgt sich nach meiner Definition eine ausgewogene Mischung aller zur Verfügung stehenden Maßnahmen im Bereich Linkbuilding (deswegen „Mitte“ – eben von allem etwas, außer den offensichtlich nicht mehr gesunden Methoden wie zum Beispiel solche Links aus Quellen, die bei Google offensichtlich und leicht feststellbar in Ungnade gefallen sind). „Golden“ aus dem Grunde, weil man meiner Ansicht nach heutzutage darauf achten muss, aus der „Mitte“ nur das Beste zu nehmen, bzw. seine Anstrengungen darauf auszurichten, nur das Beste zu erreichen – kurz-, mittel- und langfristig.

Fazit

Schnellschüsse beim Linkaufbau bringen bei Projekten, die solide ranken sollen, nichts mehr. Wer mit seinem Projekt auch in ein paar Jahren noch gut performen will, der sollte meiner Ansicht nach nur noch solide und nachhaltig arbeiten und sich immer nach dem bestmöglichen Ergebnis bemühen.