Google hat in der letzten Woche mit seinem „Penguin Update“ bei vielen SEOs zum ultimativen Erstschlag ausgeholt – so ist es vielerorts zu lesen. Und ganz offensichtlich hat diese neuerliche „Qualitätsupdate“ nicht unwesentlich mit dem Thema Linkaufbau zu tun. Immer mehr Webmaster bekommen „blaue Briefe“ direkt in die Webmaster Tools und so richtig ist sich niemand mehr sicher, wie man denn nun Links aufbauen sollte. In solchen Zeiten ist es immer mal wieder sinnvoll, sich ein Beispiel an total verkorksten Linkprofilen zu nehmen. Ja, richtig – und zwar solche, die überhaupt nicht gut sind und bei denen man die „schlechten“ Links auch schnell erkennt. Eine solche Vorarbeit ist nämlich lohnenswert, wenn man bei Projekten, die eigentlich noch gebraucht werden, noch was retten will. Und der Rettungsvorgang geht dann Hand in Hand mit dem Linkabbau.

Wie du ein verseuchtes Linkprofil in nur 5 Schritten bereinigst:

Foto: CASTALDOstudio.com, Shutterstock.com

Doch welche Links soll man abbauen, welche nicht? Wie schnell soll man das tun? Soll man Google vom Linkabbau unterrichten? Wie geht man mit Linktauschpartnern um und was tut man, wenn man einen Link loswerden will, der Linkgeber den Link aber nicht entfernt? Im folgenden Artikel „Linkabbau: In 5 Schritten zum sauberen Linkprofil“ werde ich eine kleine Liste von Punkten erörtern, die helfen können. Hierzu sei gesagt, dass ich persönlich mit diesem Vorgehen bisher (auch schon vor dem Penguin Update) gute Erfahrungen gemacht habe – deshalb muss es sich aber keineswegs um eine allgemeingültige und in jedem Fall funktionierende Vorgehensweise handeln!

Linkabbau Schritt 1: Potenzielle Nieten suchen und finden

Wenn man Links abbauen will, dann muss man die abzubauenden Verweise zunächst finden. Das ist grundsätzlich nicht schwer. Wer bei einem Projekt nur Links aus ihm bekannten oder eigenen, leicht zugänglichen Quellen aufgebaut hat, der muss im Prinzip nur seine Liste durchgehen und schauen, welche Links nicht so richtig koscher sein könnten. Allen anderen empfehle ich die Nutzung von Tools wie den LinkResearchTools oder anderen.

Die LRT haben den Vorteil, dass sich voll und ganz auf das Thema Links konzentriert wird und dass es zahlreiche Funktionen gibt, die das Bewerten der Links einfacher machen. Was mich dann auch schon zum nächsten Punkt bringt…

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Linkabbau Schritt 2: Links bewerten und markieren

Mit der passenden Software (oder auch mit etwas Gehirnschmalz und ein paar SEO Metriken, die viele kostenlose Tools wie die SEO Quake Toolbar ausspucken), kann man sich nun an die in Punkt 1 generierte Liste machen und die potenziellen Nieten bewerten und, sofern es wirklich Nieten sind, die markieren. Eine genaue Protokollierung der identifizierten Nieten ist wichtig, weil man das für den eigentlichen Linkabbau braucht. Ist man hier nicht sorgfältig, dann macht man sich vielleicht unnötig Arbeit oder löscht aus Versehen einen Link, der gar nicht gelöscht werden sollte.

Bei der Bewertung der potenziell zu löschenden Links reicht in den meisten Fällen ein Blick auf offensichtliche Daten. Mögliche Szenarien sind hier zum Beispiel:

– der Link kommt aus einem offensichtlich schlechten Umfeld (Positionierung im Footer oder in der Sidebar mit vielen anderen, meist nicht themenrelevanten Links, bezogen auf den eigenen Link und das Thema der linkgebenden Website)
– der Link kommt von einer Seite, deren Root-Domain keinen oder einen PageRank von 0 hat (zugegeben, der PageRank ist nicht mehr der „Killer“ unter den Rankingfaktoren, wenn Google einer Website aber einen PageRank von „0“ oder „unranked“ verpasst, OBWOHL die Seite schon länger am Start ist, dann zeugt das nicht von Vertrauen)
– der Link ist einer von vielen, die mit einem mehrfach identischen Keyword sehr hart verlinkt wurde (zu viel Moneykeyword-Links sind bekanntlich schädlich, gleiches gilt für zu viele Brand-Links, die Mischung ist nach wie vor entscheidend und wer nach wie vor mit einem solchen Projekt rankt, der hat vielleicht Interesse daran, ein solches Projekt zu retten, bevor die nächste Update-Welle anrollt)
– der Link kommt aus einem offensichtlichen Linknetzwerk und ist auf den ersten Blick als ge- oder verkauft zu erkennen (kommt leider sehr häufig vor und kann leicht vermieden, bzw. abgebaut werden)
– der Link ist in einem Content platziert, der keinen Mehrwert bietet und schnell als generiert oder zumindest lieblos zusammengeschustert erkannt werden kann (Google ist hier mittlerweile in der Lage, „poor content“ zu erkennen, das konnte man bei den Panda Updates bisher schon miterleben)
– der Link kommt von einer Seite, die deindexiert wurde (der „Worst Case“ quasi, bei dem man umgehend die Entfernung des Links veranlassen sollte)

Das sind ein paar Punkte, die auf eine zu vermeidende Linkquelle hinweisen können. Sachen wie Artikelverzeichnisse oder Blogkommentarspam hab ich bewusst nicht genannt – wer heute so noch Linkaufbau betreibt, hat in meinen Augen ein grundsätzliches Problem (und das nicht erst seit dem Penguin Update)

Linkabbau Schritt 3: Dauer und Frequenz festlegen

Nach den ersten beiden Schritten sollte man eine Liste von Links haben, die man loswerden will. Was nun also tun? Alle Links sofort wegkloppen? Oder lieber warten, bis Gras über die Sache wächst? Im persönlich empfehle eine mit dem Linkaufbau vergleichbare Taktik. Alle Links sofort zu entfernen wäre sicherlich sehr auffällig. Und die Hände in den Schoß zu legen bringt auch nichts (denn dann hätte man sich die ganze Mühe mit den ersten beiden Schritten sparen können).

Je nach Menge der zu löschenden Links und der Gesamtanzahl sollte man sich also einen Fahrplan zulegen. Der kann sich durchaus an einem durchschnittlichen Wert orientieren, wie zum Beispiel:

– die Domain hat 1000 eingehende Links, von denen 100 als schlecht identifiziert wurden
– je nachdem, wie viele neue Links die Domain im Schnitt bekommt, kann eine Frequenz festgelegt werden
– dabei ist es sinnvoll, sich nicht nur nach den zu löschenden Links zu orientieren, sondern auch nach denen, die nach wie vor dazukommen
– grundsätzlich schadet es nach meinen Erfahrungen nicht, pro Werkwoche bis zu 25 Links zu entfernen (relativ ausgedrückt also 5% pro Werktag, das kann man dann auf die jeweilige Größe des Linkprofils herunterbrechen)
– für das Beispiel bedeutet das, dass das eigene Linkprofil nach 4 Wochen wieder bereinigt ist

Wie gesagt, was ich hier schreibe, beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen – selbstverständlich können die genannten Zahlen abweichen und grundsätzlich ist es wichtig, sich das zu reinigende Linkprofil extrem genau und gewissenhaft anzuschauen, bevor man losgeht und Links löscht (denn nicht jeder Link, der schlecht wirkt, ist es auch – ein geschultes Auge schadet nicht).

Linkabbau Schritt 4: Links von Dritten entfernen (lassen)

Wer selbst als Linkaufbauer aktiv ist, der kann die von ihm gesetzten Verweise, sofern sie aus seinem eigenen Portfolio stammen, sehr einfach entfernen. Bei anderen Quellen ist das im Zweifel aber nicht so leicht. Was die zahlreichen öffentlich zugänglichen Ressourcen angeht, kann man recht schnell für eine Entfernung sorgen, weil man auch das in den meisten Fällen selbst erledigen kann. Schwieriger wird es, wenn es sich um Links handelt, die Dritte auf die eigene Website einzahlen – hier muss man den Inhaber der Seite, von der der Link kommt (oder den Verwalter des Portfolios, in dem die Seite gelistet wird) kontaktieren und um eine Entfernung bitten.

Damit habe ich schon recht gute Erfahrungen gemacht, es klappt allerdings natürlich nicht immer. Problem: Hat man zum Beispiel einen Link generieren lassen und sich nicht in eine monatliche Abhängigkeit begeben, dann besteht für die linkgebende Seite eigentlich kein Anlass, überhaupt noch einen Finger krumm zu machen. Insofern kann man hier auf Granit beißen – eine höfliche und nette Email mit der Bitte um Entfernung eines Links kann manchmal aber Wunder wirken (gleiches gilt für einen Telefonanruf). Nach meiner Erfahrung lassen sich die meisten „Probleme“ schnell und unbürokratisch klären.

Linkabbau Schritt 5: Google Bescheid sagen…

…oder auch nicht, denn: Viele Webmaster haben zwar in der Tat direkt Post von Google bekommen (von manchen auch gern als „Blauer Brief“ tituliert), längst aber nicht alle, wie ich aus zahlreichen Gesprächen via Skype in der letzten Woche erfahren konnte. Es sind auch Projekte abgestraft worden, die eben keine Benachrichtigung von Google in den Webmastertools bekommen haben. Insofern sollte man hier meiner Meinung nach differenziert vorgehen:

A: Man wurde von Google mit einem „Blauen Brief“ bedacht – in diesem Fall ist es sinnvoll, nach der Entfernung offensichtlich schlechter Links wieder mit Google in Kontakt zu treten; ob man bei dieser Gelegenheit Linkquellen „verpfeifen“ soll oder nicht, das sollte jeder mit sich selbst ausmachen.

B: Man wurde von Google nicht informiert, es sind aber dennoch Projekte abgeschmiert – in diesem Fall würde ich persönlich zunächst einfach nur den Linkabbau durchziehen und dann schauen, wie sich das Projekt weiter entwickelt; passiert nichts, dann kann eine Info an Google nicht schaden.