Psys YouTube-Milliarde ist echt. Der „Gangnam Style“ des koreanischen Rappers ist durch reale Klicks weltweit bekannt geworden. Über eine Milliarde Views hat das Video eingesammelt – Weltrekord. Aber nicht immer sind solche Zahlen auch echt. Eines der jüngsten Beispiele größeren Ausmaßes: Universal und Sony. Den beiden Plattenlabels mussten satte 2 Milliarden Views auf ihren You-Tube-Kanälen abgezogen werden – wegen nachweislicher Manipulation. Die Gründe sind aus Sicht der Labels natürlich naheliegend: Motivation für die Künstler und Anschub der Plattenverkäufe. Das sorgte für entsprechende Häme in der Netzgemeinde. Nach dem Straf-Abzug kam die Ernüchterung: Die entsprechenden Webseiten hatten nur wenig echte Resonanz. Ein Beweis dafür, dass es eben doch auf die Inhalte und nicht auf die Zahlen ankommt. Und wer das nicht glaubt, hat ein grundsätzliches Problem.

Klickbetrug auf YouTube alltäglich?

Manipulation auf YouTube

YouTube selbst ist Sony und Universal auf die Schliche gekommen und ist das Beispiel der beiden Labels ist kein Einzelfall. Immer wieder wird dem (unechten) Erfolg mit Manipulation auf die Sprünge geholfen, nicht nur bei den Klickzahlen auf Musikkanälen. Gerne kaufen Unternehmen auch gefakte Nutzerprofile für ihre Profile auf sozialen Netzwerken.

Den schnellen Erfolg künstlich herbeizuführen ist vermutlich der immer größer werdenden Konkurrenz auf anderen Kanälen oder auch den selbst gedrehten Handyvideos von Hobbyfilmern zurückzuführen. Nicht selten lässt sich bei der Suche nach Musikvideos nicht sofort erkennen, welches Video nun das so genannte „Official Video“ ist.

Da kann es schon mal sein, dass die Klickzahlen von Amateur-Handyvideos oder selbst erstellter Fotogalerien von der Musik des Lieblingskünstlers in Sachen Klickzahlen nicht allzu weit entfernt sind, verglichen mit dem Original, das die Plattenfirma im Repertoire hat.

Immer mehr Konkurrenz

Der Konkurrenzdruck wächst. Zuschauer müssen her, Fans und Abonnenten müssen die Kanäle wachsen lassen. Mehr Klickzahlen bedeuten mehr Umsatz durch Werbeeinblendungen.

Dieser Druck treibt YouTube-Nutzer dazu, die Klickzahlen zu manipulieren – und unter diesen Usern sind nicht nur große Firmen, auch „Otto-Normal-YouTuber“ können der Versuchung manchmal nicht widerstehen.

Im besten Fall kommt man dann auch auf die Liste der aktuell meistgesehenen Videos und es werden Empfehlungen ausgesprochen. Fliegt der Betrug auf, hat man ein Problem, das bis zum Ausschluss gehen kann.

„Fame for sale“

Jetzt ist ein so genanntes „Fame for Sale“-Special im Netz veröffentlicht worden. In 25 Sendeminuten forscht TV-Produzent Frank Elaridi von ABC nach künstlich erzeugten Klicks im Netz. Dazu befragte er auch bekannten YouTube-Stars wie die Fine Brothers, die auf YouTube unter anderem Comedy produzieren.

Elaridi ging aber noch einen Schritt weiter. Er kaufte Klicks für seine Webseite ein und sprach mit Ryan Turner. Der Filmemacher handhabte es vor einiger Zeit auch so. Natürlich erhielt Elaridi auch Absagen.

Ob die jeweiligen Stars sich nicht dazu äußern wollten, um sich nicht die Finger zu verbrennen, bleibt reine Spekulation. Sicher ist jedoch, dass die meisten Nutzer eher nicht über das brisante Thema sprechen wollen.