Der Monitor am Rücksitz für die Kinderfilme auf Urlaubsfahrten, der eigene Bordcomputer am Armaturenbrett oder der Laptop auf dem Beifahrersitz, das Navi auf der Mittelkonsole oder an der Windschutzscheibe: Technische Raffinessen und Hilfsmittel im Auto sind schon lange keine Seltenheit mehr. Besonders in der gehobenen Mittelklasse und der Luxusklasse ist es mittlerweile fast schon Standard. Doch wo sind die Grenzen? Wie weit möchte man sich im eigenen Auto vernetzen und wo sollte man besser aufpassen? Eine Studie des IT-Dienstleistungs-Unternehmens CSC mit Namen „Autos der Zukunft – Smart Car“ ist dieser Frage auf den Grund gegangen. Das Ergebnis zum Umgang mit Infotainmentsystem im Auto zeigt, dass die Sicherheit im Vordergrund steht. Nicht gewünscht sind unter anderem Facebook und Clouds.

Kfz-Fahrer lehnen Facebook im Auto ab

Entgegengesetzter Trend

Dabei geht der Trend eigentlich in die entgegen gesetzte Richtung. Es scheint, als würden Autohersteller wie VW, Mercedes oder Audi mit jedem neuen Modell technisch kräftig aufrüsten. So stellte vor einigen Monaten Mercedes für den neuen GLA ein interaktives Hörspiel vor, gesprochen von Christoph Maria Herbst („Stromberg“), das mit markanten Punkten einiger Städte verknüpft ist.

„Das Navigationssystem Comand Online im neuen GLA dirigiert den Probefahrer dabei zu bestimmten Orten, an denen beim Passieren der vorprogrammierten Geokoordinaten die einzelnen Erzählparts des Hörbuch-Abenteuers ausgelöst werden“, beschreibt es Mercedes auf seiner WebsiteSchöne Idee, aber wohl nicht für jeden.

Man brüstet sich gern mit Entertainmentangeboten, Apps und einigem mehr, um potenzielle Käufer anzulocken.

48 Prozent wünschen sich Autopilot

Es zeigt sich jedoch, dass die meisten Autofahrer diese Funktionen nicht brauchen und auch gar nicht nutzen möchten. Die Umfrage wurde im Juli dieses Jahres mit 1.000 Teilnehmern durchgeführt, allerdings ohne Angaben für Alter, Geschlecht und Bildungsstand. Es zählte allein das Gesamtergebnis.

Was noch herauskam: Etwa 48 Prozent wünschen sich eine automatische Fahrhilfe bei langen Autofahrten. 40 Prozent fanden das hingegen nicht so wichtig. Positiver wurde allerdings die Navigation durch Echtzeitkommunikation aufgenommen. Wenn es den Verkehrsteilnehmern hilft, aktuell auf Staus hinzuweisen und diese zu umfahren.

Immerhin 79 Prozent könnten sich dies vorstellen. Und ganze 90 Prozent eine schnelle Meldung in Sachen Unfälle und Gefahren auf Straßen.

Wenig Lust auf Unterhaltungsfunktion

Unterhaltungsfunktionen sind dabei aber Stiefkind der Autofahrer. Das Abrufen von Musik oder Filmen halten 60 Prozent der Befragten für unwichtig wichtig. Und auf Facebook und andere Netzwerke können über 70 Prozent gerne verzichten, vor allem, weil es zu viel Ablenkung führt. Sicherheit geht also vor.

Das ist nur noch nicht bei einigen Autoherstellern angekommen, denn aktuell tobt bei allen wichtigen Marken der Aufrüstungswahn. Möglicherweise sind sie auch zu früh dran oder es ist eben doch so, dass das gute alte Radio und eine CD mit den Lieblingssongs vollkommen ausreicht, wenn man im Auto unterwegs ist.

Dass sich knapp 50 Prozent einen Autopiloten wünschen, lässt aufhorchen. Autonom fahrende Autos, so wie aktuell unter anderem von Google in der Entwicklung, scheinen doch gute Erfolgschancen zu haben.