Das Ergebnis überrascht. Das Marktforschungsinstitut Aris hat im Auftrag des Bitkom-Verbands bei einer aktuellen Umfrage herausgefunden, dass 25 Prozent der deutschen Internet-Nutzerinnen und -Nutzer für journalistische Webinhalte bezahlen. Oberflächlich betrachtet geistert immer noch ungebrochen die Vermutung im Netz herum, es werde ohnehin das meiste Wissenswerte irgendwo grundsätzlich gratis angeboten. Da wirken die 25 Prozent geradezu revolutionär, auch im Hinblick des Alters der Befragten. Immerhin wurden 766 User interviewt, Alter: Schon ab 14 Jahre. Dennoch, die meisten Leser kommen aus der Altersgruppe 30 bis 49 Jahre. Von der Generation 65+ kommen „nur“ 13 Prozent. Das widerspricht also dem lang anhaltenden Trend der Gratiskultur im Netz. Der Bitkom-Verband findet das gut: Für gute redaktionelle Inhalte, so heißt es, sind Internet-Nutzer auch bereit zu zahlen.

Kaufbereitschaft für Online-Inhalte steigt

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Immer mehr zahlen für Inhalte

Wirft man einen weiteren Blick auf Umfrage-Ergebnisse, dann stellt man fest, dass 17 Prozent für journalistische Beiträge bezahlen und ebenfalls 17 Prozent auch noch ein Abo nutzen, das über eine monatliche Pauschale läuft. Diese koste im Schnitt etwa 13 Euro, so das Institut Aris. Und das sei erst der Anfang. Das Potenzial ist offenbar noch lange nicht ausgeschöpft.

Knapp über 30 Prozent der Befragten, die derzeit noch nicht für Online-Inhalte bezahlen, seien grundsätzlich bereit dazu, wenn sie einen akzeptablen Gegenwert dafür bekommen. Hochgerechnet entspricht dies etwa einer Anzahl von 12 Millionen zukünftiger, zahlungskräftiger Kunden. 8 Prozent sind unentschlossen und 61 Prozent der Befragten, die aktuell kein Geld dafür ausgeben, würden es auch künftig nicht tun.

Der Grund dafür ist der übliche. Es sind, so die Aussagen der Befragten, genügend kostenlose journalistische Inhalte im Netz verfügbar. Möglicherweise hängt dies aber auch mit der finanziellen Lage zusammen. Wer gibt Geld für guten Content aus, wenn ihm dann das Geld an anderer Stelle fehlt?

Mangelnde Qualität schreckt ab

44 Prozent sind der Meinung, dass mangelnde Qualität den Preis nicht rechtfertige. Und knapp über 30 Prozent der Befragten gaben an, dass Ihnen das Bezahlen der Inhalte zu kompliziert seien.

Als zu kompliziert und teilweise auch abschreckend werden Bezahlschranken empfunden, wie sie zum Beispiel von bild.de oder auf Welt Online eingesetzt werden. Dort kann man, wenn überhaupt, nur einen kleinen Teil des Artikels lesen und muss erst zahlen, wenn es weitergehen soll.

Auch wenn mehr als 60 Prozent auch 2014 nicht bereit sind, für inhaltliche Angebote im Internet zu bezahlen, ist die Umfrage ein positives Signal. Der Teil der Internet-User, die für gute Inhalte zahlen wollen, steigt kontinuierlich an. Und wenn sich die Qualität der angebotenen Inhalte weiter verbessert, dann wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren verstärken.