Höchstwahrscheinlich ist vielen Internetnutzerinnen und Nutzern schon mindestens ein Mal ein Internet Troll über den Weg gelaufen. Man kennt diese „Leute“: sie nerven in Foren, auf Facebook und in Blogkommentaren und haben eigentlich nur ein Ziel – sie wollen den Rest der Community stören. Gründe dafür gibt es eine ganze Menge und zu genau diesem Thema habe ich eine wirklich sehr gut gestaltete Infografik gefunden, die ich euch nicht vorenthalten will, denn: neben für viele von uns vermutlich leicht nachvollziehbaren Gründen gibt es auch ein paar Dinge, die nicht wirklich logisch erscheinen. Genau diese Dinge aber scheinen einen Internet Troll maßgeblich auszumachen. Für das tägliche Community Management können solche „User“ ein echtes Problem darstellen. Aber wie ticken solche Leute eigentlich? Sind sie ein Fall für den Psychiater?

Infografik: Wie tickt ein Internet Troll?

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Störenfriede wollen nicht erkannt, aber gelesen werden

Anonymität ist für einen Internet Troll sehr wichtig. Kein Wunder, schließlich will er (oder sie) einfach nur stören und mit unqualifizierten Beiträgen die ansonsten sinnvoll diskutierende Community nerven. Die Vorstellung, dass er von anderen nicht erkannt ist, stellt einen Anreiz dar.

Dabei ist es heutzutage natürlich nicht mehr ganz so einfach, 100%ig anonym im Internet zu sein. Das Ignorieren dieser Tatsache ist dann auch ein Grund, warum ein Internet Troll in vielen Fällen scheinbar nicht zu der cleversten Sorte Mensch gehört. Andernfalls wären die möglichen Konsequenzen, wie zum Beispiel das Ermitteln der Personendaten über die IP Adresse, bekannt.

Ein Fakt, der das ebenfalls unterstützt, ist das zeitlich Verhalten. So kommt ein Internet Troll vorbei wann er will und lässt dann seine/ihre „Meinung“ in der Community. Ob es darauf eine Reaktion gibt, ist ihm/ihr oft egal – Hauptsache, er (oder sie) hat seinen (oder ihren) Senf dazu abgegeben.

Asynchrone Selbstwahrnehmung und psychische Aspekte

Ebenfalls sehr schön auf der Infografik dokumentiert: Narzissmus in Verbindung mit einem Internet Troll. Natürlich wollen solche Personen sich öffentlich darstellen. Die Vorstellung, dass andere sich über das, was sie selbst in einer Community geschrieben haben, ein paar Minuten oder auch länger ärgern, erfreut sie.

Und auch wenn der Internet Troll anonym bleibt und nicht öffentlich in Erscheinung treten will: die reine Möglichkeit, eine Community zu stören, sorgt für einen „Kick“. Spätestens hier kommt man in die psychologischen Gefilde.

Die Infografik zeigt übrigens auch, wie man mit einem Internet Troll richtig umgeht. Im Prinzip ist es leicht, ihm (oder ihr) den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sobald man die Person als Störenfried entlarvt hat, sorgt das Ignorieren für die besten Ergebnisse. Das erzeugt nämlich Frustration und lässt den durchschnittlichen Internet Troll zur nächsten Community weiterziehen.