Social Commerce ist ein Phänomen, das schon lange im Internet präsent ist. Ich erinnere mich an die allerersten Versuche, die es vor langer Zeit mit letsbuyit.com gab. Auch das war Social Commerce. Und da gab es Facebook, Twitter und Co. noch gar nicht. Das Prinzip ist also interessant und es finden sich immer wieder Menschen, die auf diese Weise shoppen wollen. Dennoch ist es auch heute nicht einfach, die Form des eCommerce zu etablieren. Und seien wir ehrlich: der reine Verkauf von Produkten zum Beispiel bei Facebook ist schwierig, weil bei den Nutzerinnen und Nutzern nicht populär. In sozialen Netzwerken wollen sich die meisten Menschen austauschen und stehen nicht auf Verkaufsbotschaften. Doch muss das gleichzeitig heißen, dass Social Commerce zum Scheitern verurteilt ist?

Infografik: Social Commerce am Beispiel Mode

Quelle

Social Commerce kann funktionieren

Ich habe erneut eine aus meiner Sicht sehr interessante Infografik zu diesem Thema gefunden. Die Kernaussage: wenn man die richtigen Hebel bedient, dann funktioniert die Sache – nicht nur auf Facebook.

Wichtig ist, dass man auch beim Social Commerce herausfindet, wo sich die Zielgruppe befindet. Das muss nicht immer Facebook sein, auch Pinterest zum Beispiel ist besonders im Bereich Mode und Lifestyle ganz vorn mit dabei.

Zwar zeigt die Infografik zum Social Commerce in mehreren Beispielen, wie man einen Shop bei Facebook launchen kann und wie das aussehen könnte. Viel wichtiger als der eigentliche Shop ist aber das „Drumherum“ – Branding, Werbung, Storytelling.

Reine Verkaufsbotschaften unbeliebt

In sozialen Netzwerken wollen sich Menschen primär austauschen. Viele, die dort aktiv sind, wollen nicht mit Werbung oder Verkaufsbotschaften zugemüllt werden. Beim Social Commerce muss man das berücksichtigen.

Es ist sinnvoll, eine Erlebniswelt um sein Produkt aufzubauen – so wie man das auch aus der klassischen Werbung kennt. Baut man diese Erlebniswelt möglichst ereignisreich und spannend auf, dann ist das die halbe Miete.

Schafft man es zudem noch, sein Produkt innerhalb sozialer Netzwerke als ein Produkt darzustellen, das besonders viel Mehrwert bietet, kann man sich sicher sein, dass Social Commerce funktioniert.

Gut Ding will Weile haben

Ich nenne immer gern Red Bull als Beispiel: nach dem spektakulären Weltraumsprung vom letzten Jahr wurden sicher nicht von heute auf morgen 100% mehr Red Bull Dosen verkauft. Die Effekte für Branding und Bekanntheitsgrad waren aber nahezu unbezahlbar.

Social Commerce muss ähnlich funktionieren: Aufbau von Markenbekanntheit und Erlebniswelten in sozialen Netzwerken, damit diese Effekte sich positiv auf das Produkt auswirken. Folge: der Umsatz steigt, online und offline.

Mittelfristig wird sich Social Commerce, ob nun bei Facebook, Pinterest oder auf einer ganz anderen Plattform, klar durchsetzen. Ziel aller Strategien muss es sein, Produkte und Dienstleistungen in den Köpfen der Nutzerinnen und Nutzer zu verankern. Und dafür eignen sich soziale Netzwerke perfekt.