Datenschutz im Internet ist vor allem in Deutschland eine heikle Sache. Es vergeht kein Monat, in dem es keine neuen Proteste gibt und sehr oft ist Facebook das Ziel der Attacken. Datenschutz ist wichtig, keine Frage. Dennoch schießen vor allem hauptberufliche Datenschützer hierzulande immer mal wieder gern über das Ziel hinaus. Wie es aber genau mit dem Datenschutz auf Facebook steht, das wissen viele User gar nicht so richtig. Diese Annahme drängt sich mir auf, wenn ich die aktuelle Infografik, die ich bei allfacebook.com gefunden habe, studiere. Es scheint, als gäbe es prinzipiell nur zwei Lager: eine Fraktion, die sich sehr stark mit Aspekten des Datenschutzes auf Facebook beschäftigt – und eine, die das so gut wie gar nicht tut. Doch wie hat sich die Sache mit dem Datenschutz auf Facebook in den letzten Jahren im Detail eigentlich entwickelt?

Infografik: 61 Prozent vertrauen Facebook nicht

Quelle

Diskrepanz zwischen Denken und Verhalten

Ich will die Infografik nicht in alle Bestandteile zerlegen. Allerdings finde ich es doch sinnvoll, wenn man sich einige gravierende Aspekte anschaut und hinterfragt, warum die Zahlen so sind, wie sie sind. Um solche Zahlen zu suchen, muss man übrigens auch gar nicht lange suchen.

Die Infografik wartet gleich zu Beginn mit einem Knaller auf: 61 Prozent vertrauen Facebook nicht, bezogen auf das, was mit den eigenen Daten auf Facebook passiert. Bedeutet im Umkehrschluss, dass man nicht zu viel von sich preisgeben sollte?

Könnte man denken, aber… weit gefehlt. Wir alle wissen, wie viele Menschen es gibt, die auf Facebook alles Mögliche posten. Von schrägen Bilder über dubiose Texte bis hin zu Beleidigungen. Zwar beziehen sich die Angaben der Infografik auf die USA, ich bin aber so tollkühn und behaupte, dass sich das auch auf viele andere Märkte übertragen lässt.

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Datenschutz auf Facebook zu kompliziert

Die Sache mit dem Datenschutz auf Facebook ist vielen zu kompliziert. 68 Prozent der User verstehen sie schlicht und ergreifend nicht. Hier ist seitens Facebook meiner Ansicht nach entweder eine weitere Vereinfachung anzustreben.

Und so kommt es dann auch, dass nur 24 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer in den USA sorgenfrei sind, wenn es darum geht, was mit den eigenen Daten auf Facebook passiert. Der Rest macht sich Gedanken – mal mehr, mal weniger.

Auch das müsste auf Facebook aktive Menschen dazu bringen, genau darüber nachzudenken, welche Informationen man über sich veröffentlicht. Wichtig ist das nämlich auch in Sachen Jobsuche. In den USA wird via Social Media schon extrem viel nach passenden Angestellten gesucht.

Weniger Chancen auf neuen Job

In diesem Zusammenhang ist auch immer wieder die Betrachtung der Faktoren interessant, die dazu führen, dass potenzielle Bewerber abgelehnt werden. Bei knapp 50 Prozent geht es um unangemessene Fotos oder Kommentare, ähnlich sieht es bei Inhalten aus, die sich mit Drogen und Alkohol befassen.

Ein gepflegter Auftritt ist empfehlenswert. Geht es um das Thema Jobvergabe via Facebook, dann schauen Personalmanager gern, ob sich eine Person professionell darstellt. Hat man also die Chance, sich in einem möglichst guten Licht zu zeigen, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man einen bestimmten Job bekommen kann.

Ein möglichst positiver Auftritt auf Facebook setzt meiner Meinung nach jedoch voraus, dass man sich mit den Spielregeln – auch und vor allem in Bezug auf den Datenschutz – auskennt. Es ist also sinnvoll, sich damit zu beschäftigen. Und das steht leider im Gegensatz zur Realität. Nur 24 Prozent der Facebook User in den USA kennen sich mit den Einstellungen zur Privatsphäre aus. Entsprechend viel wird unabsichtlich öffentlich geteilt.

Viele User verunsichert

Für Facebook besteht Handlungsbedarf, das macht die Infografik deutlich. Nur 12 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer in den USA geben an, dass sie Facebook auf keinen den Rücken kehren würden, auch wenn sie mit dem Thema Datenschutz Probleme hätten.

Dieser Anteil mag klein sein. Schaut man sich aber an, dass schon 16 Prozent genau deswegen mit Facebook Schluss gemacht haben, dann sieht das ganz anders aus. Ebenfalls bedenklich: insgesamt 60 Prozent würden wahrscheinlich oder möglicherweise ihren Account auf Facebook löschen, wenn es Entwicklungen gäbe, die die Privatsphäre einzelner Personen weiter beeinträchtigen würde.

All das sind freilich Zahlen, die aus Umfragen stammen. Es muss nicht zwingen bedeuten, dass Facebook ein ernsthaftes Problem hat. Fakt ist aber, dass man sich in Menlo Park nicht nur Gedanken darüber machen muss, wie man Facebook als Service verbessert. Es ist auch wichtig, den Mitgliedern ein gutes Gefühl zu geben und so dafür zu sorgen, dass man sich auf Facebook wohl fühlt.