Die 22. Episode des Internet Marketing Podcasts befasst sich mit einem Thema, dass beim ersten Hören neu sein mag – dabei ist ein alter Hut, der aber von viel zu wenig Leuten korrekt eingesetzt wird. Es geht um Micro Content Marketing als wichtiges Mittel, um mit Teasers und kleinen Fragmenten von Content auf das große Ganze aufmerksam zu machen. Micro Content Marketing ist im Prinzip das „Vorspiel“ zum eigentlichen Content Marketing und sorgt somit für erste Berührungspunkte. Die aktuelle Episode des Podcasts zeigt dir, wie du Micro Content Marketing für dich am besten einsetzen musst, um damit erfolgreich zu sein…

Die sagenhafte Macht des Micro Content Marketings

Die sagenhafte Macht des Micro Content Marketings | Bild: Floki, Shutterstock.com

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Hey, hallo und herzlich willkommen zur 22. Ausgabe des Internet Marketing Podcasts mit mir, Björn Tantau auf bjoerntantau.com. Zur heutigen Episode habe ich euch ein, wie ich finde, relativ unbekanntes Thema mitgebracht, auch wenn der Titel des Themas mit Sicherheit bekannt ist. Es geht um Micro Content Marketing.

Die Frage ist: Was soll dieses Wort Micro vor dem bekannten Content Marketing? Wie ihr alle wisst, Content Marketing, das ist eine dieser digitalen Themen, eine dieser Säue, die durch die digitalen Dörfer getrieben wird und zwar schon seit Jahren. Trotzdem – ich habe darüber auch schon einige Episoden gemacht – gibt es viel zu tun beim Content Marketing. Und heute geht es um eine ganz spezielle Ausprägung, nämlich Micro Content Marketing.

Es ist letztendlich nicht wirklich etwas Neues, aber in der Ausformung, wie ich es heute präsentieren werde, ist es doch schon so, dass das nicht von so vielen Leuten benutzt wird. Ich persönlich verstehe das nicht. Ich selber habe auch relativ spät angefangen mich um Micro Content Marketing zu kümmern, aber letztendlich habe ich es jetzt in meinen Workflow integriert. So wie ich die Chancen und die Möglichkeiten von Micro Content Marketing beurteile, bin ich der Meinung, dass es wichtig ist. Und ich bin der Meinung, dass ihr es auch nutzen solltet. Ich bin der Meinung, dass es bei Content Marketing dazu gehört und das es dafür sorgt, dass ihr noch mehr Themen, bessere Themen, interessantere Themen bringen könnt für euer Publikum und ganz wichtig: Dass ihr euch selber als Personal Brand oder auch als Unternehmen besser inszenieren könnt.

Ich fange mal an und erkläre erst mal, was ist überhaupt Micro Content Marketing? Wenn bei euch vielleicht ein paar Fragezeichen im Kopf herumschwirren. Das will ich natürlich vermeiden und will euch da reinen Wein einschenken. Insofern lege ich gleich los:

Also, was ist Micro Content Marketing überhaupt? – Das Ziel Themen, Personen, Produkte mit kleinen Contentschnipseln promoten. Bitte verwechsele Micro Content Marketing nicht mit Micro Blogging – dieser unsägliche uralte Begriff, der immer gerne vor fünf bis sieben Jahren für Twitter benutzt wurde oder auch heute noch von Leuten, die nicht wissen was Twitter ist. Die sagen Micro Blogging. Das hat damit nicht viel zu tun, denn Micro Blogging an sich ist die absolut schwachsinnigste und unsinnigste Bezeichnung, die ich irgendwo gehört habe. Entweder blogt man oder man blogt nicht.

Wenn man sagt, man nimmt kleine Contentschnipsel, dann kann man sagen das geht in die Richtung Micro Blogging, aber letztendlich ist das Themenspektrum bloggen viel zu groß, um das irgendwie „einzumicronen“. Also, bei Twitter macht man einen Tweet, man twittert. Bei Facebook schreibt man Statusupdates, aber man macht keine Microblogs, ganz wichtig. Deswegen diesen Begriff schnell wieder aus eurem Vokabularium streichen, ganz wichtig!

Ein gutes Beispiel für Micro Content Marketing ist – ihr erinnert euch vielleicht, ein, zwei Jahre ist es her – als beim Superbowl damals in den USA die Lichter ausgingen. Zack! Alles war dunkel. Stromausfall, die Hintergründe genau weiß ich nicht, sind mir auch total egal, weil es nichts zur Sache tut. Wichtig war, dass der Strom weg war und alles stand im Dunkeln. OREOs hat dann diesbezüglich eine kleine Werbekampagne gelaunched, relativ kurzfristig, passend zu dem Ereignis und hat einfach nur den eigenen Keks beworben mit dem Titel „OREO, you can still dunk in the dark“. Wenn ihr OREOs kennt, diese Kekse aus den USA, die es auch logischerweise bei uns gibt, man soll den ersten OREO Keks nehmen, aufmachen, Füllung rauslecken, Keks zusammen in Milch tunken und essen.

Und dieses reintunken war eigentlich das Dunking, wie jemand beim Basketball dunkt zum Beispiel _______, aber darum geht’s. Das ist Micro Content gewesen, der auf sozialen Netzwerken für Plattformen, wie zum Beispiel Twitter oder auch Twitter, nativ hergestellt wurde. Also, nativer Content, der auf diesen Plattformen funktioniert, der aber letztendlich nichts mit dem Corporate Blog und auch nichts mit dem eigentlichen Content Marketing von OREO zu tun hatte, sondern es war Micro Content Marketing. Es wurde ein kleines Stückchen, ein kleines Contentschnipselchen hergestellt und promoted und damit wurde auf OREO als Marke aufmerksam gemacht. Das ganze in einem populären Kontext, der gerade angesagt war und das führt quasi dazu, dass man die Brand, die Person – in dem Fall war es eine Brand, aber es geht auch mit Personen – positiv darstellt, weil es einfach coole Werbung ist.

Diese „Werbekampagne“ – es war ja nicht mal eine Kampagne in der traditionellen Form, es war einfach nur ein Contentschnipsel, der gerade gepasst hat, wie die Faust auf’s Auge. Das war für eine Brand. Wenn ihr mal sehen wollt, wie man sowas für eine Personal Brand macht, dann guckt euch alles von Gary Vaynerchuk an – Gary V. auf Facebook oder auf Instagram, Snapchat, Twitter, völlig Banane. Der Mann ist einfach so gut, dass er überall den richtigen Content rauspackt. Und sein Content, wenn ihr euch das anschaut, ist auch fast immer nativ – also Native Content. Ihr kennt alle dieses lustige Wort Native Advertising, das heißt, dass man die Werbung in den Kontext reinpackt, der auf der Plattform nicht als Werbung auffällt, aber letztendlich natürlich hinten raus ein Advertorial ist.

Der Native Content für einzelne Plattformen – das habe ich auch neulich in meinem Facebook-Video erzählt – der funktioniert so, dass er genau für die Plattform gemacht wurde, auf der er stattfinden soll. Beispiel: Gary V. macht das so, dass er tatsächlich einzelne Contentschnipsel für einzelne Kanäle produziert. Das heißt, auf Facebook sieht man meistens irgendwelche Teaser, die er aus seinen Daily V. oder seinen #AskGaryVee Shows rauskopiert oder wie er bei sich im Office rumläuft in Hudson Yards in New York, oder auch wie er unterwegs ist bei Speakings, wie er auf der Bühne sitzt und da mit Leuten sich über Social Media unterhält. Kleine Contenschnipsel die rausgelöst sind und daraus werden dann kleine Clips gemacht, so 50 Sekunden, 2 Minuten, 3 Minuten, gar nicht so lang. Und die werden dann auf Facebook, Twitter etc. in unterschiedlichen Variationen auch auf Instagram gepostet. Und letztendlich sollen die Bock auf mehr machen. Das sind also quasi kleine Teaser, die sagen: „Guckt euch das an“.

Diese Teaser zielen oft gar nicht auf die Website von Gary Vaynerchuk, die zielen auch oft gar nicht auf seine Publikationen, wie die #AskGaryVee Show auf Youtube oder Daily V. auf Youtube. Die zielen darauf ab, die Brand Gary V. an sich bekannter zu machen. Durch diese kleinen Contentschnipsel, die schnell und leicht konsumierbar sind, können die Leute das schnell und leicht konsumieren. Sie müssen sich nicht erst einen ewig langen Text durchlesen, aber dadurch kennen sie Gary V. besser. Dadurch lernen sie ihn besser kennen und dadurch sind sie dann auch in der Lage, sich mit der Brand anzufreunden und dass ist natürlich auch für jemanden wie Gary V. das Vehikel, um auf sich selber aufmerksam zu machen und zu sagen „Hier bin ich. Das ist mein Content. Das sind alles Teaser. Wenn ihr mehr wissen wollt, schaut rein -> Website. Schaut rein -> Youtube oder sonst wo. Geht zum Speaking, schaut mich da an“ und das ist letztendlich das, wobei ist bei Gary Vaynerchuk geht und das macht er auch ziemlich gut.

Ganz wichtig ist es, dass man das ganze für einen bestimmten Zweck macht – für die Plattform. Dahin wo es hin soll. Also nicht sagen, ich produziere jetzt ein kleines Contentfitzelchen und das kloppe ich überall raus, auf Facebook, auf Twitter, auf wo es hin passt: Instagram, LinkedIn, Xing, Google+ wenn es unbedingt sein muss. So ist es nicht gedacht. Es ist gedacht, dass du Contentschnipsel baust, die auf die einzelnen Plattformen packst und von dort quasi die Leute einsammelst und sie am Ende doch ein Stück weit Teaser sind, für einen höheren Zweck – ein Blog, eine Website, Corporate Blog, Corporate Identity, was auch immer. Und genau das macht Gary Vaynerchuk; genau das hat OREO gemacht, damals mit dem „Dunk in the dark“.

Das machen ganz viele, zum Beispiel PiCK UP! sehe ich oft, dieser kleine lustige Keks von Balsen glaube ich. Die machen das auch. Die machen das, wie ich finde, ganz ordentlich, weil die sich immer so Momente herauspicken, die im Fokus sind – Fußball EM oder Olympische Spiele, all so ein Krempel und dann wird für die Plattform nativer Content produziert, der nur für diese Plattform passt und da wird das entsprechend promotet. Das ist letztendlich das, was Micro Content ausmacht und natürlich muss dabei zwischen Plattform unterschieden werden. Denn dieser native Content wird immer speziell für einen Zweck hergestellt. In dem Fall, um auf jemanden aufmerksam zu machen, der zum Beispiel noch einen Video-Blog auf Youtube hat, der ein neues Buch geschrieben hat, der ein Produkt verkaufen möchte, all solche Sachen, also quasi kleine Contentschnipsel, die dafür sorgen, dass das große Ganze letztendlich bekannter wird.

Und deswegen zahlt Micro Content auch nicht zwingend auf den Blog, die Website oder den Contenthub ein. Es ist also nicht so, dass dieser Content immer dafür gemacht ist im Micro Content Marketing, dass man damit die Leute immer sofort auf einen Blogartikel bringt zum Beispiel. Also, ich mache Content Marketing, ich mache Micro Content und puste Content raus, zum Beispiel auf Facebook. Der ist aber dann zum Beispiel ohne Link. Der wird einfach für diese native Plattform produziert, wird da veröffentlicht. Da schreibst du ein kleines Status-Update dazu und das war es schon. Dann das Video, weil das Video sagt ja alles und das ist letztendlich dann schon das, worum es geht.

Es geht gar nicht darum noch großartig zu sagen, dass das ein Teaser für die Website ist und „Klicke jetzt hier auf diesen Link, mach dies und tu das“, nein, es ist einfach nur ein kleines Stück Content, um zu sagen „Ich bin da, das ist ein Teaser, das mache ich so und wenn du mehr wissen willst, dann bleib dran, aber geh’ jetzt nicht auf den Blog oder subscribe mich nicht hier oder irgendwas“. Klar, logisch, wenn ihr Reichweite generieren wollt, macht es Sinn im Video auf Teilen, Liken, Kommentieren hinzuweisen, aber es geht nicht darum, Leute auf die Website oder den Contenthub zu bringen.

Wer jetzt von euch nicht weiß, was ein Contenthub ist, machen wir kurz einen kleinen Exkurs: Ein Contenthub ist ein Ort, wo quasi alle Inhalte gebündelt sind, wo sie zusammenlaufen oder abgerufen werden können – ein Corporate Blog oder eure Website. Da findet quasi alles statt. Nehmen wir mal einen Downloadbereich, wo man sich Whitepaper von euch gesammelt downloaden kann oder auch einen ganz normalen Bereich, wo eure Artikel der letzten Wochen drauf sind. Das ist ein Contenthub und dort findet eure Expertise statt. Dort präsentiert ihr euch so, wie ihr seid. Dort wird das präsentiert was ihr habt und natürlich können das auch Firmen machen, logisch, klar. Dieses Prinzip ist ganz simpel. Da muss man keine einzelne Brand für sein, keine Person oder auch Unternehmen, das können alle machen. Alle können sich eine Website besorgen und können sagen, auf der Website produziere ich jetzt.

In der Regel spielt sich von dieser Quelle aber das direkte Content Marketing ab. Das heißt, wenn ihr dort Content produziert und dort platziert und veröffentlicht, dann wird dieser Content auch gestreut auf sozialen Netzwerken, E-Mail Marketing, wie auch immer, damit die Leute mitbekommen, dass ihr neuen Content gemacht habt zur Verbesserung der Reputation und dieser Content wird dann logischerweise auch mit Traffic belohnt aus den sozialen Netzwerken. Das ist quasi ein Contenthub.

Micro Content ist da anders, denn der findet fast immer außerhalb des Hubs statt, es sei denn, ihr wollt sagen, ihr produziert kleine putzige Videoclips für eure Website und veröffentlicht die da. Das könnt ihr natürlich auch machen, wenn ihr bock drauf habt, aber es ist letztendlich nicht der originäre Sinn des Micro Content Marketings. Denn da geht es wirklich darum, die Leute anzuteasern, aber nicht dafür sorgen, dass die Website besucht wird. So gesehen ist Micro Content eine kleine Präsentationsplattform vergleichbar mit anderen kostenlosen Freebies.

Ihr kennt das zum Beispiel auf Messen. Da kriegt ihr immer diese Messetüten, die man den ganzen Tag mit sich herumschleppt und die manchmal auch nerven, aber: Da ist Micro Content drin. In diesen Tüten auf der Messe – bald ist ja wieder die dmexco Mitte September; ich hoffe, ihr seid alle zahlreich da und wir können uns dann ein bisschen Unterhalten – da ist Micro Content drin, weil dort sammelt man von allen möglichen Firmen Flyer, Broschüren, Produktproben oder irgendwelche kleinen Gimicks ein. Man kriegt immer von Google und Facebook lustige kleine Bällchen, Schlüsselanhänger, all so ein Krempel, Visitenkarten. All das ist quasi Micro Content, der euch sagen soll „Hey, guck’ mal, hier hast du ein kleines Stück Content und dieser Micro Content, der macht aufmerksam auf das, was es bei uns noch so gibt“.

Dieser Micro Content ist aber kein Content, der automatisch dich zum Stand des Anbieters bringt oder automatisch auf die Website und das ist auch kein Content, der ein Verkaufsgespräch initiieren möchte. Also hier „kauft meinen Scheiß, kauft meinen Scheiß, kauft meinen Scheiß“ sagt der Micro Content NICHT. Der Micro Content sagt „Hier, das sind wir. Das bin ich. Das ist der Teaser. Das macht dir schon mal ein bisschen Appetit und wenn du mehr wissen willst, dann komm’ zu uns und informiere dich“. Aber es wird nicht so krass mit dem Holzhammer draufgeschlagen. Das ist Micro Content. Also, Messetüten – interessanter Vergleich. Guckt mal, wenn ihr auf der dmexco seid, ob das funktioniert mit dem Micro Content in der Messetüte, ob die Leute euch quasi den richtigen Micro Content geben, damit ihr später wieder auf sie zukommt.

Sowas lässt sich natürlich auch 1A in sozialen Netzwerken machen: Twitter, Facebook, Instagram, Snapchat, um mal hier die in meinen Augen vier wichtigen zu nennen. Klar, auf Youtube geht das auch. Bei Youtube ist es sogar so, dass dort mittlerweile auch die längeren Videoclips quasi ein bisschen im Rückzug sind, aber Youtube ist doch eher eine Plattform, wo man die gesamte Story erzählt, wo hingegen der Micro Content, der beispielsweise auf Facebook erscheint auf der Fanpage von Gary Vaynerchuk, der ist immer relativ kurz gehalten. Weil er ein Statement raushauen soll, weil er entsprechend eine Message hat, weil er den Leuten irgendwas mitteilen möchte. Immer knackig kurz, so ein, zwei Minuten, das war es dann auch schon und das ist im Prinzip das, was Micro Content ausmacht.

Das ganze geht nicht nur mit Videos, das geht auch mit Bildern und Texten. Auch hier ist der gute Mr. Vaynerchuk gut drin. Er hat einen eigenen Kameramann, der immer viel Material für ihn macht, dieser D. Rock – übrigens eine lustige Geschichte. Wenn ihr mal wissen wollt, warum Gary Vaynerchuk einen eigenen Kameramann hat: Dieser Typ, David Rock – D. Rock – hat ihm irgendwann mal geschrieben, dass er über ihn einen Kurzfilm machen möchte, weil der ist Kameramann beruflich. Und dann hat einfach die Arbeit, die der Typ gemacht hat, dem Gary V. so gut gefallen, dass er gesagt hat „Komm Alter, ich stelle dich an bei Vaynermedia. Du bist jetzt mein persönlicher Kameramann und du filmst mich jetzt 24/7“ außer er schläft oder duscht, also seinen Berufsalltag. Und deshalb hat er so viel Content und kann alles produzieren und kann da auch was rauspacken, aber: Natürlich kann man das selber auch. Wenn ihr euch mal meine Facebookseite zurzeit anschaut facebook.com/bjoerntantau, da seht ihr, dass ich auch da mit Micro Content arbeite. Hier mal ein kleines Bild, hier mal einen kleinen Text, da mal ein kleines Video. Das kannst du auch relativ schnell alleine produzieren, indem du einfach mit dem iPhone – mit dem iPhone 6 oder höher ist das Videoproducing ganz gut – und dort einfach mal ein kleines Video mit einer kleinen Message raushauen.

Nicht lang, du musst nicht die Welt erklären, aber einfach mal den Leuten sagen „Hier, das und das, so schaut’s aus“. Wenn du Experte bist auf deinem Gebiet, dann bist du Experte auf einem Gebiet und dann weißt du auch, was du erzählst und dann kannst du den Leuten auch klar mitteilen, was Phase ist. Wenn du zum Beispiel der SEO-Freak bist und bei SEO gibt es gerade neue Entwicklungen – Google hat da irgendwas gemacht – hau dazu einfach eine Meinung raus. Ein, zwei Minuten, erkläre kurz Pro und Contra des ganzen und lass’ das ganze sinnvoll rüberkommen. Sei sinnvoll und sag den Leuten, wie das funktioniert. Das ist dann Micro Content. Damit kannst du auf dich aufmerksam machen. Damit kannst du deine Expertise steigern. Damit kannst du den Leuten sagen „Hier bin ich und ich bin jemand, der sich auskennt“. Oder du machst ein kleines Meme, machst ein kleines Bild oder machst einen lockeren Spruch dazu. Mach ein Selfie von dir, hol’ dir Snapseed, das ist eine App für’s iPhone und auch für Android, bearbeite das Bild, pack’ Text drauf, mach’ einen coolen Spruch rein, der auch interessant ist und der den Leuten was erzählt und veröffentliche das.

Das sind kleine Content Marketing Schnipsel, Micro Content Marketing weil klein, die man entsprechend veröffentlichen kann und die nachhaltig auf dich aufmerksam machen.
Klar, jeder Kanal der geht, Instagram, Snapchat – wo du halt besser zu Hause bist. Snapchat wunderbar, ist on the rise. Das kriegt immer mehr Follower weltweit, 200 Mio. schon jetzt mehr tägliche User als Twitter weltweit und da kannst du dich auch präsentieren und sagen „Hey, das bin ich“. Da ist es sogar noch authentischer und wenn die Leute eins geil finden, ist es Authentizität.
Deswegen ist Gary Vaynerchuk so erfolgreich, weil der Mann so scheiße geil authentisch ist, dass ich jedes Mal echt einen Anfall bekomme, wie scheiße geil authentisch der ist. Und davon kann man sich eine ganze Menge abgucken. Nicht umsonst feature ich den guten Mann so oft, weil ich von ihm tatsächlich begeistert bin. Ich muss sagen, ich bin ein Fan von ihm und schaue mir seine Sachen gerne an, einfach auch, um mich inspirieren zu lassen, weil ich einfach sage der Mann hat es verstanden. Der weiß, wie es geht, der kennt sich aus und der hat den Plan.

Der weiß, was Phase ist und der kann dir auch sagen, wie du was machen sollst. Und wenn du ihn hörst: Authentisch, ehrlich, straight. So mag ich das. Und genau das macht er. Aber das können wir alle. Das ist nichts, was der Typ in die Wiege gelegt bekommen hat, das können wir alle. Einfach straight sein, den Leuten erklären was Sache ist, wenn du weißt, wovon du redest – ganz wichtig. Du kannst nur authentisch sein, wenn die Leute dir auch zuhören. Nein – du kannst immer authentisch sein, aber wenn dir keiner zuhört, weil sie dir nicht glauben, weil sie denken du erzählst Schwachsinn, dann klappt das nicht.

Das heißt, wenn du dich entschließt diesen Self Personal Branding Weg zu gehen, dann musst auch den Leuten ganz klar erzählen was Phase ist und das muss auch stimmen. Stell dich nicht hin und erzähle irgendwelchen Käse, denn Poser und Blender riechen die Leute auf 20 Meilen gegen den Wind, das ist zum Glück so. Die erkennen das ziemlich schnell. Das heißt, Micro Content Marketing kann nur dann funktionieren, wenn du selber auf deinem Gebiet Experte bist. Das heißt, wenn du dich mit Social Media auskennst, wenn du sagst „Ich bin der Instagram Pro, aber ich kenne mich auf Facebook nicht so gut aus“, dann solltest du vielleicht die Instagram Neuigkeiten auf dem Schirm behalten und den Leuten was über Stories erzählen oder über den neuen Algorithmus, der nicht mehr chronologisch, sondern nach Vorlieben gesteuert ist, je nachdem wie du auf Instagram interagiert hast. Bleib in der Nische wo du bist, damit du nicht nur authentisch bist, sondern auch glaubwürdig.

Guck dir mal im Fernsehen an, wie viele B/C Promis da rumlaufen. Die kommen – finde ich – auch oft sehr authentisch rüber, speziell mit ihrer Sprache, mit ihrer Mimik, Gestik, wie sie halt sind, aber haben die auch was auf dem Kasten? Da bin ich mir oft nicht so sicher, ob die was drauf haben oder ob die einfach nur Content um des Contents Willen produzieren. Das heißt, ob sie irgendwas erzählen, weil sie irgendwas erzählen müssen, damit sie auch gesendet werden, aber hat das auch wirklich Gehalt? Also, ist es nachhaltig? Das ist wie mit den Headlines. Ich bin oft gefragt worden „Warum machst du denn diese komischen Headlines manchmal mit 7 Gründe warum… oder 5 Punkte…?“ Da sage ich immer, die sind total easy und total in Ordnung und auch super glaubwürdig, wenn der Content hält, was die Headline verspricht. Und da haben wir leider ein paar Kameraden da draußen, die genau das nicht tun. Die haben Blogs, Portale, Magazine, wie auch immer, wo mit diesen Headlines gespielt wird, aber leider ist der Content scheiße. Wenn ich als Endverbraucher so einen Content lese, nur deswegen reitet ja Facebook auf diesem Gottverdammten Clickbait-Thema herum. Wenn ich so eine Überschrift produziere und der Content, den ich dann konsumiere, der ist einfach Schrott, dann leidet die Glaubwürdigkeit und dann kannst du noch so authentisch sein, wie du willst, dann glaubt es dir einfach keiner mehr und entsprechend ist dann auch die Reputation im Eimer.

Crossposting als Beispiel ist der ultimative Feind des Micro Contents. Warum? – Ganz einfache Rechnung: Warum sollte jemand, der dir auf Facebook folgt, sich auch alles andere angucken, wenn es das gleiche ist? Das heißt, native Inhalte produzieren. Facebook, Instagram, Twitter, Youtube, Snapchat – ihr müsst euch die Mühe machen, selbst wenn es dasselbe Thema ist, unterschiedliche Inhalte zu produzieren und selbst, wenn ihr das nicht schafft, wenigstens die Ansprache unterschiedlich zu machen. Also nicht dasselbe Status-Update zu benutzen, wie es auf Twitter und auf Facebook ist. Das wird in den meisten Fällen nicht funktionieren und deswegen fällt man auch so oft auf die Nase. Da müssen sich tatsächlich auch viele Content Marketing Manager oder auch viele Social Media Manager mal an die eigene Nase fassen.

Vor allen Dingen die ganzen PR-Leute, die es früher so gewohnt waren „Ich klopp’ einfach einen Artikel raus und der wird dann x Mal vervielfältigt. Und irgendwann kommen dann schon die Leute zu mir“. Das funktioniert heute nicht mehr. Leute, die auf den Knopf drücken und überall hinversenden – das ist praktisch, aber es funktioniert überhaupt nicht mehr, weil die User tatsächlich, auch wenn es auf Facebook manchmal nicht so aussieht, als ob die Leute wirklich intelligent sind. Die Leute sind nicht doof, ja?

Die User sind nicht doof und die merken das, wenn man sie verarschen möchte. Deswegen verarsch’ die User nicht. Nehmt die User ernst, hört euren Usern, eurer Communtiy zu, hört den Leuten zu, was die sagen. Achtet darauf und nehmt euch das zu Herzen. Verarscht die nicht, haltet die nicht für blöde, denn sie sind nicht blöde und dieses auf den Knopf drücken und überall versenden, das klappt halt nicht mehr. Es ist völlig egal, ob das Personal Branding ist, ob es um das Marketing für eine große Firma geht, der Micro Content sollte immer für sich allein auf der Plattform stehen, für den er originär erzählt ist und eine kleine eigene Geschichte erzählen. Das ist das worum es geht und das – muss man sagen – machen all die Leute, wie zum Beispiel ein Gary Vaynerchuk, ganz gut. Und das ist auch der Grund, warum zum Beispiel Live Video auf Facebook so gut klappt, weil ihr damit ein einzigartiges Stück Content veröffentlicht, weil der Content ja Live erzählt wird. Wenn er Live erzählt wird, muss er ja einzigartig sein, weil er nicht aus der Retorte kommen kann, sonst wäre er nicht live. Und er ist unique, weil er nur auf Facebook Live läuft, es sei denn, ihr lasst das via Periscope nebenbei herlaufen, aber wer macht sowas schon?

Es gibt dann diesen Content nur an diesem einen einzigen Ort und der heißt Facebook und Live. Und selbst die nachträgliche Überraschung des Live-Videos zum nachher anschauen ist quasi nicht mehr so attraktiv, wie das Live-Video selbst. Das müsst ihr ganz klar wissen. Das Live-Video an sich, das originär zu diesem Zeitpunkt gesendet wird, ist einfach am spannendsten. Das ist auch mit Samstagabend Live-Shows so, das war früher bei „Wetten, dass… ?“ so, das ist auch glaube ich jetzt bei den Shows von Joko und Klaas so: Wenn die Dinger live gesendet werden, schauen die meisten Menschen zu und es gibt sicherlich noch ein paar, die gucken sich nachher eine Wiederholung an. Aber die Wiederholung ist nicht mehr so spannend, weil sie nicht live ist. Du weißt, die Sachen sind schon passiert. Es passiert nicht in Echtzeit und das ist einfach weniger spannend, es ist langweiliger. Und Sachen die langweilig sind, werden von den Leuten einfach entsprechend nicht so stark honoriert, wie Sachen die weniger langweilig sind. Auch eine Binsenweisheit, die ich hier noch mal in meiner unermesslichen Weisheit euch erzählen wollte, aber natürlich wisst ihr das selber. Da braucht ihr nicht jemanden wie mich, der euch das erzählt. Live ist spannender als aufgezeichnet – keine Frage.

Weswegen boomen die ganzen Festivals? Weswegen gibt es mittlerweile 150 Milliarden Festivals in ganz Deutschland? – Weil live einfach geil ist. Damit ihr mich nicht falsch versteht: Micro Content soll normals Content Marketing nicht ersetzen, ganz im Gegenteil. Es soll viel eher den Boden für das ebnen, was danach kommt. Ihr wärmt quasi alle an, wenn ihr eure Community mit kleinen Contentbrocken immer wieder – ich sage so salopp – aufgeilt, dann sind die Leute irgendwann heiß und dann freuen sie sich, wenn dann auch mal etwas längeres kommt. Wenn dann richtiger Content kommt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der auch konsumiert wird, viel viel größer und er wird auch einen viel, viel größeren Impact haben. Und das ist letztendlich das, was Micro Content Marketing ausmacht. Er bahnt den Weg, er asphaltiert die Straße, er planiert den Schotterweg, damit euer Content viel einfacher und viel besser zum Endverbraucher kommt und dass die Leute euren Content viel eher konsumieren und sich darauf freuen und sagen „Wow! Es gibt was Neues, da muss ich dabei sein“. Das ist das, was Micro Content Marketing ausmacht und deswegen kann ich euch allen nur empfehlen: Macht das! Es ist kein wirklich neuer Trend. Es gibt ihn eigentlich schon eine recht lange Zeit, aber er wird tatsächlich von den meisten Leuten nicht so konsequent eingesetzt, wie es sein könnte. Der Grund ist: Es macht mehr Arbeit. Es geht quasi darum, ein einziges Content-Stück, was ihr sowieso habt, aufzuteilen in unterschiedliche Segmente, die nativ für die einzelne Plattform cutten, also nativer Content heißt quasi Inhalt produzieren für eine Plattform. Ein Stück Content für Facebook, ein Stück Content für Twitter, ein Stück Content für Instagram usw. und damit dann den Leuten das präsentieren, weil die Leute, die das schon auf Facebook gesehen haben, wollen das vielleicht nicht noch mal auf Twitter angucken und wenn dann, in einem anderen Kontext. Das ist Micro Content Marketing und darüber wollte ich heute mal ein paar Worte loswerden, weil ich es persönlich ziemlich geil finde und ich glaube, damit kann man sehr, sehr viel reißen. Speziell beim Thema Personal Branding, weil dort die Möglichkeiten doch relativ flexibel sind. Ich weiß, je größer eine Company ist, desto schwerer ist es da solche Sachen durchzusetzen, aber letztendlich für eure eigenen Sachen Personal Micro Content/Brand Marketing damit ihr da für spätere wirklich Content-Filetstücke so einen Buzz aufbauen könnt, der entsprechend dann funktioniert.

Das war es für heute in der 22. Ausgabe des Internet Marketing Podcasts mit mir Björn Tantau. Ich freue mich, dass ihr dabei wart und freue mich, wenn ihr auch in zwei Wochen wieder einschaltet, wenn es ein neues spannendes Thema gibt.

Bis dahin kann ich nur sagen: Teilt den Podcast, erzählt euren Freunden, geht auf facebook.com/bjoerntantau, abonniert meinen Newsletter auf bjoerntantau.com/newsletter, schreibt eine Rezension, wenn ihr den Podcast geil findet und wenn nicht, dann habt einen schönen Tag und erzählt den Leuten, warum ihr es nicht geil findet. Erzählt mir, was ihr gut findet, was nicht und habt eine schöne Zeit. Bis dahin sage ich: Alles Gute und verabschiede mich mit den besten Grüßen.
Euer Björn.