Der gute alte Homepage-Baukasten gehört zum Internet und ist vermutlich nicht viel jünger als das Thema Internet selbst: ich erinnere mich, dass ich schon Mitte und Ende der 1990er darauf aufmerksam wurde. Anbieter wie Strato waren sehr früh am Start und verkauften diese „Arbeitserleichterung“ schon im Rahmen ihrer ersten Domain-Angebote. Wer also „Webspace“ kaufen wollte, der konnte in der Regel auch gleich eine Funktion mitbuchen, um die eigene Website ohne Programmierkenntnisse online zu bringen. Bis heute erfreuen sich Homepage-Baukästen großer Beliebtheit. Kein Wunder, bekommt man doch oft alles aus einer Hand: Domain, Baukasten und Platz im Internet zum Upload. Aber hat man überhaupt Chancen, zum Beispiel bei Google, wenn ein solches Angebot nutzt oder ist es besser, sich gleich unabhängig von diesen Homepage-Baukästen nach einer eigenen Lösung umzuschauen? Genau das wollte ich herausfinden, im folgenden Testergebnis gibt es alle Fakten dazu…

Homepage-Baukasten: Fluch oder Segen?

Welcher Homepage-Baukasten darf’s denn sein?

Bezüglich der Grundfunktionen ist ein Homepage-Baukasten mit einer eigenen Domain oder ohne nichts anderes als ein Content-Management-System, wenn auch sehr rudimentär. Für den Anfänger im Web muss ein solches Tool aber nicht unbedingt schlecht sein, sofern die Bedienung leicht ist und man nicht erst Bücher wälzen muss, um eine einfache Website an den Start zu bekommen – das zeigt auch mein Testergebnis.

Vor Jahren gab es mit Strato schon einen echten Pionier auf diesem Gebiet, in den letzten Jahren haben sich auch andere Anbieter das Thema auf die Fahnen geschrieben. Jimdo und WiX sind hier unter anderem zu nennen. Alle Anbieter von Homepage-Baukästen haben eines gemein: sie wollen es den Usern ermöglichen, schnell und einfach eigene Inhalte in das WWW zu katapultieren.

Ich selbst habe mich mit dem Tool „Homepage-Baukasten“ noch nie richtig beschäftigt, weil ich von Anfang an immer auf eigenen Lösungen bestanden habe. Dennoch merke ich immer wieder, dass vor allem unerfahrene User auf das Prinzip der Baukästen abfahren und genau deswegen wollte ich es genauer wissen. Bringt ein Homepage-Baukasten also wirklich was oder kann man sich diese Mühe sparen?

Bei welchen Anbietern ist die Bedienung besonders einfach? Wer hat die sinnvollsten Grundfunktionen und wer vermittelt am meisten Wissen, zum Beispiel per Video? Kann man eigene Domains nutzen und wie werden Videos eingebunden? Und vor allem: wie performt eine Website, die mit einem eigenen Baukasten realisiert wird, bei Google?

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Für ein sinnvolles Testergebnis habe ich mir die bereits oben genannten Anbieter genauer angeschaut: Jimdo, WiX und Strato. Welche Lösungen bieten diese Anbieter, wie leicht ist die Bedienung, gibt’s eine Domain oder mehrere Domains dazu, kann man bei diesen Baukästen schon von einem „Tool“ sprechen und wie viel Geld muss man in die Hand nehmen?

Für mich persönlich ganz wichtig aber: welche Lösungen werden angeboten, um auch bei Google eine gute Figur zu machen? Schließlich ist die tollste Domains mit genialen Inhalten per se nicht viel wert, wenn Google sie schlicht und ergreifend nicht gut rankt und somit auch keinen Traffic generiert.

Baukasten-Anbieter mit langer Tradition

Homepage-Baukasten von Jimdo

Jimdo ist meiner Ansicht nach einer der bekanntesten Anbieter und blickt auf eine lange Tradition zurück. Wer sich für diesen Homepage-Baukasten interessiert, kann sich über 120 Vorlagen freuen, die direkt zur Verfügung stehen und genutzt werden können.

Die Bedienung ist bei Jimdo vor allem für unerfahrene User sehr einfach: mit einem kurzen Wechsel zwischen Editor und Live-Ansicht lässt sich bei der Bearbeitung aller Jimdo- Layouts genau steuern, wie das konkrete Ergebnis jeweils aussieht. Das Testergebnis ist hier eindeutig: schnell lassen sich Elemente anpassen, erneuern oder auch verwerfen. Für individuelle Anpassungsmöglichkeiten stehen beim Homepage-Baukasten von Jimdo reichlich Elemente zur Verfügung.

So lassen sich neben Farben und Schriften bei Jimdo auch Bilder, Hintergründe und komplette Bildergalerien nach eigenen Wünschen definieren. Die Bedienung ist auch hier relativ leicht und stellt niemanden vor große Herausforderungen. Jimdo erlaubt zudem die Nutzung eines Newsletters, eines Blogs oder eines Kontaktformulars. All diese Elemente können bei Jimdo schnell und einfach eingebunden werden.

Wer auf Sicherheit bedacht ist und bei solchen Baukästen auch einen Shop betreiben will, kann sich freuen: Jimdo bietet beides, einzelne Bereiche lassen sich mit einem Passwort-Schutz versehen. Um den Shop mit allen Features zu nutzen, muss man aber schon ein bisschen in die Tasche greifen, kostenlos gibt es bei Jimdo nur die Grundfunktionen. Ein Testergebnis, bei dem noch nachgebessert werden könnte.

Dafür hat das Tool von Jimdo aber eine App für iPad und iPhone im Angebot, mit der man die Bearbeitung seiner Domain (oder Domains) praktisch überall durchführen kann. Auch beim Thema SEO hat Jimdo die Hausaufgaben gemacht. Zwar kann im kostenlosen Baukasten nur eine Bearbeitung auf globaler Ebene vorgenommen werden. In den meisten kostenpflichtigen Jimdo-Paketen allerdings gibt es neben passenden Vorlagen auch die Möglichkeiten, so gut wie jeden SEO-Aspekt für einzelne Seiten einzustellen.

Zumindest in Bezug auf „OnPage“ bietet das Jimdo-Tool also laut Testergebnis alle Voraussetzungen, um auch bei Google mit seinen Domains erfolgreich zu sein. Damit das klappt, empfehlen sich immer eigene Domains. Hier gibt es eine .de-Domain mit 5 Gigabyte Speicherplatz ab 5 Euro pro Monat. Ich persönlich habe bei Jimdo allerdings eine kleine Video-Einführung direkt auf der Startseite vermisst.

HTML5-Websites, fit für Mobile und Video

Homepage-Baukasten von WiX

Bei WiX handelte es sich im Gegensatz zu Jimdo ursprünglich um einen Anbieter für Flash-Sites. Mit der Zeit scheint man aber begriffen zu haben, dass sich mit Flash allein kein Blumentopf mehr gewinnen lässt. Deswegen ist dieser Anbieter nun schon seit geraumer Zeit ein relativ umfangreicher Homepage-Baukasten, der auch in Bezug auf SEO und Google bereits die meisten Hausaufgaben gemacht hat.

Besonders angenehm: dank der HTML5-Unterstützung sind Templates, von denen es mehrere 100 unterschiedliche Varianten gibt, automatisch auch für mobile Endgeräte geeignet. Unabhängig davon, wo man die User mit einer eigenen Website erreichen will, ist bei WiX also schon vorgesorgt – und das gilt auf für Video im Baukasten.

Aus der Sicht eines Pro-Users überrascht das Testergebnis nicht: der sehr umfangreiche Editor schreckt nicht ab, unerfahrene Nutzerinnen und Nutzer sind aber möglicherweise etwas überfordert. Hier steuert man mit vielen Anleitungen gegen, die alle Features des Baukastens, in den meisten Fällen auch via Video, anschaulich erklären. Grundfunktionen wie die Auswahl einer Vorlage oder eine Vorschaufunktion zum Test jeder einzelnen Seite sind natürlich vorhanden.

Dank des umfangreichen Video-Tutorials wird damit auch die Bedienung etwas einfacher, Grundfunktionen wie Blog, Forum, Chat, Shop oder Bildergalerien sind in jeder Version an Bord, wer die Grundfunktionen des pro-aktiv Baukastens erweitern will, muss in einem AppShop einkaufen.

SEO wird hier leider nicht einfacher, nach meinem Testergebnis aber zumindest nachvollziehbar – dafür sorgt das „SEO Wizzard and Monitoring Tool“. Hier lassen sich bei der Bedienung viele OnPage-Faktoren genau einstellen, ein zusätzliches und sehr umfangreiches Tutorial bietet Schützenhilfe und erklärt die meisten wichtigen Begriffe und Vorgehensweisen.

Wer nicht auf Google Analytics verzichten möchte, ist bei den Grundfunktionen ebenfalls gut aufgehoben. Die Analyse-Software von Google lässt sich problemlos einbinden. Der Gratis-Baukasten ist eingeschränkt, dennoch aber nutzbar, wenn man nicht Pro-User ist oder keine hohen Ansprüche hat. Werbung und Traffic-Limit lassen sich mit 10,95 Euro bzw. 15,95 Euro pro Monat ausschalten und ganz grundsätzlich gilt: wer mehr Funktionen haben will, muss zahlen. Kein überraschendes Testergebnis.

Erfinder des Baukastens?

xHomepage-Baukasten von Strato

Seinem „Homepage Baukasten Pro“ hat Strato als eines der Urgesteine der Website-Baukästen erst kürzlich ein Update spendiert – und ist damit aktueller als die Konkurrenz von Jimdo und Co.: seit April 2014 gibt es das Tool basierend auf der Technologie von CM4All. Per Drag and Drop kann dieser Homepage-Baukasten von Strato als Inline Editor auch von Anfängern relativ leicht bedient werden, das Editieren geschieht direkt im WYSIWYG-Editor auf Basis des gewählten Templates.

Davon gibt es mehr als 450 Stück, von denen die Hälfte für mobile Domains einsetzbar sind, für die andere Hälfte gibt es Workarounds. Mein Testergebnis zeigt, dass in allen Templates von Strato werden die Web-Fonts von Google unterstützt werden. Für die Gestaltung der Templates ist das auf jeden Fall von Vorteil. Laut Testergebnis ist das Einbinden und die Bedienung dank Drag and Drop intuitiv, zu HMTL4 hört man bei Strato im Vergleich zu anderen Anbietern allerdings leider nichts. Allerdings hat man Strato an anderer Stelle nachgedacht: im Vergleich zu früher verzichtet man auf vorgefertigte Textbausteine, in jedes Template muss man also selbst eigene Texte einbinden.

Das schützt vor Duplicate Content und sorgt dafür, dass das die eigene Domain so einzigartig wie möglich wird. Komplette eigene Texte sorgen auch in Sachen SEO für einen deutlichen Vorteil – was ja grundsätzlich bei Unique Content gilt, ob es sich nun um Text, Video oder ein anderes Element handelt. Zusätzlich bekommt man bei Strato jede Menge Tipps zu den Themen Content Marketing – das zeigt das Testergebnis.

Hier ist im Vergleich mit vergangenen Zeiten sehr viel passiert. Bei der Nutzung eines Homepage-Baukastens sind eben oft Personen am Start, die noch nicht viel Erfahrung mit dem Bau eigener Websites haben und da ist man natürlich dankbar, wenn es viele Tipps und Hilfestellungen gibt.

In Punkto SEO gibt man sich bei Strato also auf jeden Fall insofern Mühe, als das man auf das wichtigste Element, nämlich den Content, intensiv eingeht. Bei allen anderen Faktoren seines Baukastens bietet Strato die gewohnten Grundfunktionen, die laut meinem Testergebnis Konkurrenz ebenfalls vorhanden sind. Leider hat Strato aber in einem wichtigen Bereich (noch) nicht nachgebessert: das Design und die Optik fast aller Strato-Templates lässt immer noch zu wünschen übrig.

Hier wäre es wirklich an der Zeit, wenn schon bald etwas mehr Energie in diese Bereiche investiert würde. Das Auge surft mit und qualitativ hochwertige Websites überzeugen nicht zuletzt immer auch mit einem sehenswerten und funktionellen Design. Das ist mit dem Website-Baukasten von Strato aber nicht immer erreichbar.

Fazit

Wer mit wirklich professionellen Websites auf sich aufmerksam machen will, sollte laut Testergebnis etwas Geld und personal in eine komplett eigene Lösung investieren. Homepage-Baukästen wie die von Jimdo, WiX oder Strato können im vielen Teilbereichen überzeugen, insgesamt gesehen ist mir das aber zu wenig. Irgendeine Grundfunktion fehlt bei jedem Baukasten, und auch wenn die Bedienung insgesamt gut ist, hat man doch nicht die volle Kontrolle. Die komplette Konzentration auf HTML5, wie das bei WiX der Fall ist, gefällt mir persönlich sehr gut, bei Jimdo sehe ich das Gesamtkonzept inklusive der besonders intuitiven Bedienung vorn.

Strato bietet laut Testergebnis eine gute und umfangreiche Dokumentation, hat aber beim Design deutlichen Nachholbedarf. Neben all diesen Faktoren zählt für mich natürlich die Möglichkeit, bei Google erfolgreich zu sein. Das ist aus meiner Sicht mit keinem der drei Website-Baukästen möglich. Auch wenn Jimdo diesem Ziel relativ nah kommt, fehlen mit doch zentrale Aspekte, die ich mit einer eigenen Domain 100%ig genau kontrollieren kann – ohne auf einen Baukasten-Anbieter angewiesen zu sein.

Aus diesem Grund gebe ich hier auch keine konkrete Empfehlung ab, sondern berufe mich auf mein Testergebnis: müsste ich mich für einen der drei Baukästen entscheiden, würde ich Jimdo nehmen. WiX landet auf Platz zwei, gefolgt von Strato. Letztendlich aber setze ich wie gesagt komplett auf eigene Domains mit einem passenden CMS, weil ich dann am meisten Freiheiten zur individuellen Gestaltung genieße, auch und vor allem in Bezug auf Google – da können dann auch Jimdo und Co. leider nicht mithalten.