Das Internet ist furchtbar, denn es macht die User faul und träge. Zugegeben, diese Behauptung ist etwas spitz und vielleicht auch zu dick aufgetragen. Fakt ist aber, dass das Internet die User erzieht. Bestes Beispiel ist Google: in den letzten 15 Jahren hat die Suchmaschine uns alle erzogen. Sie hat vorgemacht, wie eine erfolgreiche Suche im Internet auszusehen hat und wir akzeptieren es. Folge: wir entwickeln eine Erwartungshaltung, wenn es um vergleichbare Produkte geht. Kommt also eine neue Suchmaschine auf den Markt, dann sind wir zunächst skeptisch. Diese Antizipation ist ein ganz normaler Zustand, der sich nur schwer abstellen lässt. Das ist aber kein Grund zur Sorge, denn als Betreiber einer Website kann man diese Erwartungshaltung für sich ausnutzen. Warum das so ist und wie es genau funktioniert, zeigt der folgende Artikel.

Hilf deinen Usern beim Faulenzen!

Einfach und schnell zu bedienen

Das deutsche Wort für „Usability“ lautet „Gebrauchstauglichkeit“. Es geht darum, dass ein Gerät oder ein Produkt gut funktioniert und von Jedermann bedient werden kann.

„Jedermann“ bedeutet hier nicht, dass man ein Studium absolviert haben muss, um etwas tun zu können. Es geht den „ganz normalen User“ – den legendären „Max Mustermann“, wenn man so will.

Eine gute Website zeichnet sich also dadurch aus, dass es keine Barrieren oder Hürden bei der Nutzung gibt und dass sie sofort und einfach zu bedienen ist – man muss kein „Handbuch“ lesen, um damit zurechtzukommen.

Jeder Mensch kennt das Problem und wir alle hatten in unserem Leben mindestens schon ein Gerät, das sich schlicht und ergreifend nicht leicht bedienen ließ. Solche Geräte frustrieren und man wird mit ihnen einfach nicht warm – ganz genau so verhält es sich auch mit Websites.

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Die User sind nicht faul, sie wollen nur nicht von Dingen genervt werden, die nicht funktionieren. Wer eine Website betreibt muss das beachten und die User in den Mittelpunkt stellen. Alles andere ist fahrlässig.

Bauchgefühl und gelernte Faktoren

Ich hatte es oben schon erwähnt: Google hat uns erzogen, aber das gilt nicht nur für Google. Auch andere Websites wie eBay, Facebook und selbst Apple verändern das Verhalten der User nachhaltig.

Natürlich ist nicht alles abhängig von dem, was andere vormachen. Ein großer Teil passiert ganz einfach spontan, nach Bauchgefühl.

Die menschliche Intuition sagt uns in vielen Fällen, was sinnvoll ist und was nicht. Zusätzlich haben wir unterschiedliche Vorlieben und Herangehensweisen.

Beides zusammen, Intuition und das, was wir in 15 Jahren Internet gelernt haben, bestimmt unser digitales Verhalten. Bei der Gestaltung einer Website muss man das beachten und dafür sorgen, dass beide Faktoren bei der letztendlichen Nutzungsgestaltung auch einfließen.

Erneut: die User sind nicht faul, aber sie haben auch keine Lust, sich mit Dingen herumzuschlagen, die sie erst stundenlang verstehen müssen. Je einfacher man es seinen Usern macht, die eigentlichen Inhalte auf der eigenen Website zu konsumieren, desto erfolgreicher wird man sein.

Denken hilft (nicht immer)!

Es geht ein bisschen darum, seinen Usern die Denkarbeit abzunehmen. Das mag auf den ersten Blick vermessen klingen, das Gegenteil ist aber der Fall.

Beispiel: eine Website, auf der man sich komplett neu orientieren muss, weil sie einem neuen Design-Konzept folgt, ist anstrengend. Möglicher Barriere-Grund: viele Elemente befinden sich nicht dort, wo man sie vermutet (Logo, Suchfeld, Warenkorb, etc.).

Wenn eine Website so extrem angesagt ist, dass die User dort alle Türen einrennen, mag das zu verzeihen seien. Bei allen anderen Websites, die sich einen solchen Status erst noch erarbeiten müssen, wirkt dieser Faktor aber nicht.

Indem man nun also seinen Usern auf dem Weg zum Konsumieren des eigenen Inhalts keine Steine in den Weg legt und dafür sorgt, dass sie einfach, schnell und direkt an ihr Ziel gelangen, dann hat man hervorragende Arbeit geleistet. Das mag eventuell nicht spektakulär sein, ist dafür aber extrem effizient.

Genau darauf kommt es an: wer seinen Usern unnötige Denkarbeit abnimmt, wird letztendlich mehr Nutzerinnen und Nutzer für die eigene Website begeistern können. Auf der anderen Seite bleiben viele User auf der Strecke, wenn man sie vor unbekannte Aufgaben stellt, die erst noch gelöst werden müssen, bevor es zum entspannten Konsum der eigentlichen Inhalte geht.

Keine Zeit verschwenden

Zeit ist ein wichtiger Faktor. Je schneller die technische Entwicklung im Internet vorangeht, desto kritischer wird dieser Faktor.

Nicht nur Entwickler, Designer und Marketing-Verantwortliche wollen Zeit sparen, das gilt auch für den „Otto-Normal-User“. Ganz simples Beispiel, das jeder aus eigener Erfahrung kennt: eine Website, die viel zu langsam lädt, wird schnell wieder weggeklickt.

Warum ist das so? Ganz einfach: die moderne Erwartungshaltung ist, dass eine Website sich schnell zu öffnen hat. Darüber muss man auch nicht großartig diskutieren – es ist einfach so.

Gleiches gilt aber auch für die User Experience an sich – auf einer kompletten Website. Selbst wenn also alle Elemente schnell geladen werden, muss das trotzdem nicht heißen, dass der User auch happy ist.

Eine schlecht strukturierte Website kostet den User Zeit. Wie bei allen Maßnahmen, die ungenügend umgesetzt werden, ist der „Zurück-Button“ im Browser der Feind.

Kein Weg zurück

Diesen Button muss man bekämpfen. Weil man ihn aber nicht aus dem Browser der User entfernen kann, bleibt nur ein Weg: alle Inhalte und Elemente so aufbereiten, dass der User gar nicht erst auf die Idee kommt, den „Zurück-Button“ zu klicken.

Denn auch wenn die User „faul“ sind und sich nicht unbedingt mit neuen und ausgefeilten Designs befassen wollen, bevor die Masse der Leute das tut, wissen sie doch sehr genau, wie sie sich aus einer misslichen Lage befreien. Und nichts anderes ist das Drücken des „Zurück-Buttons“.

Wer seine User also halten will, macht es ihnen auch hier leicht. Einfach inhaltlich und strukturell dafür sorgen, dass es keinen Grund gibt, die Website zu verlassen, bevor der angeforderte Inhalt konsumiert wurde.

Was die Leute so erwarten

Logo und Suchbox auf einer Website, das sind vermutlich die zwei Dinge, die die meisten User erwarten. Das Logo wird oft gern als „Home-Button“ genutzt, was völlig in Ordnung ist.

Man kann auch gern einen gesonderten Button für „Home“ anbieten, zwingend ist das aber nicht notwendig. Wichtig zu begreifen ist, dass der User diese Möglichkeit braucht, wenn er sich auf einer Website „verirrt“ haben sollte.

Auf diese Weise macht man es dem User wieder leichter. Das Logo als „Home-Button“ ist ihm bekannt, er hat gelernt, dass das in der Regel so gelöst wird, muss also nicht lange überlegen (ein großer Vorteil).

Gleichzeitig vermittelt man ein subtiles Gefühl von Sicherheit, denn der User weiß, dass es einen Weg zurück gibt, mit dem er sich neu orientieren kann. Das hilft und kann dafür sorgen, dass ein Absprung von der Website vermieden wird.

Geh mir nicht auf die Nerven!

Zum Schluss der Klassiker: liebe deine User und sorge dafür, dass sie sich beim Besuch deiner Website pudelwohl fühlen. Das klingt dir zu schwülstig?

Kann ich nachvollziehen, aber – genau so muss es sein! Nur wer seine User in den absoluten Mittelpunkt aller Aktivitäten stellt, wird auch in Zukunft erfolgreich sein.

Für eine Website bedeutet es, dass alle überflüssigen Elemente und Inhalte zu verschwinden haben, wenn sie nicht für die Befriedigung akuter Bedürfnisse der eigenen User notwendig sind.

Dadurch wird eine Website nicht nur schlanker, sie wird auch viel intuitiver sowie leichter und schneller bedienbar. Auf diese Art und Weise hilft man seinen Usern beim Faulenzen, nimmt ihnen das Denken ab, begeistert sie mit einer großartigen User Experience – und so weiter.

Die User sind nicht doof, und sie sind auch nicht wirklich faul (das habe ich hoffentlich deutlich genug erläutert). Sie haben aber keine Lust, sich mit Dingen aufzuhalten, die lästig sind und Zeit kosten.

Im ganz normalen Leben ist das nicht anders, warum sollte es also digital in Ordnung sein, seinen User die Zeit zu stehlen und von ihnen zu erwarten, dass sich immer alles selbst und neu erschließen?

Je mehr man sie an die Hand nimmt und je leichter man es ihnen macht, bestimmte Inhalte zu konsumieren, desto erfolgreicher werden diese Inhalte auch sein. Und nun viel Spaß mit euren Usern!

Viel mehr zu diesem wichtigen Thema gibt es übrigens in dem extrem lesenswerten Buch „Dont’t make me think!“ von Steve Krug.