Fußball-Profi Lukas Podolski hat diese Diskussion angeregt: Über den Leverkusener Werksverein Bayer 04 wird gemunkelt, dass er die Anzahl seiner Fans auf Facebook frisiert haben soll. In etwa vier Monaten sei die Zahl an Fans um mehr als das Dreifache gestiegen. Zufall? Oder wurde hier bewusst nachgeholfen? Wenn ja – aus welchem Grund? Hat es etwas mit Manchester United zu tun? Bayer 04 Leverkusen dementiert vehement, aber Lukas Podolski (knapp 3 Millionen Fans auf Facebook) meldete sich via Twitter zu Wort. Ihm sei aufgefallen, dass der 1. FC Köln weniger „Likes“ hätte als der Werksclub aus Leverkusen. Podolski hat scheinbar ein Problem damit, dass Leverkusen mehr augenscheinliche Reichweite als „sein“ 1. FC Köln hätte. Daran muss Leverkusen grundsätzlich keine Schuld haben, möglicherweise ist der Erstliga-Club aus Leverkusen schlicht und ergreifend beliebter als der Zweitligist aus Köln. Weil Zahlen aber nicht nur im Fußball eine extreme Rolle spielen, ist ein zweiter Blick auf das scheinbar organische Wachstum bei Bayer 04 Leverkusen durchaus angebracht.

Hat Bayer 04 Leverkusen die eigene Fanseite frisiert?

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Spontaner massiver Anstieg

Die Angelegenheit wäre nicht so brisant, wenn die Zahlen aus Leverkusen nicht plötzlich ungewöhnlich in die Höhe geschnellt wären. Blickt man zurück, sind die Zahlen in den vergangenen Jahren nicht so stark angestiegen, wie das kürzlich regelrecht spontan der Fall gewesen ist.

Außerdem liegt der Club in der Zuschauergunst bei ZDF oder Sky ebenfalls nicht rekordverdächtig oben. Bayer 04 Leverkusen selbst hat seine eigene Theorie, woher der plötzliche Anstieg kommt. Mit Beginn der Champions-League sei die Zahl stark angestiegen, speziell wegen der Spiele gegen Manchester United.

Und da der englische Verein laut Fußball-Liga weltweit die Nummer eins ist, sei der Fokus und das weltweite öffentliche Interesse automatisch auch auf Bayer 04 Leverkusen gerückt – eine sinnvolle Erklärung, mit der man das jüngste Wachstum der Fans durchaus belegen könnte.

Nur 20 Prozent aus Deutschland

Es würde möglicherweise auch die Herkunft der neuen Fans erklären, doch etwas seltsam muten die Zahlen schon an, denn nur 20 Prozent kommen aus Deutschland. Der Rest der Fans stammt beispielsweise aus Indonesien, Chile, Thailand oder Brasilien.

Aber auch aus Ägypten und der Türkei scheinen viele neue Anhänger zu kommen. Bayer 04 Leverkusen streitet die Manipulation der eigenen Fan-Zahlen auf Facebook ab. Man habe das weder aktiv betrieben, noch habe man Dienstleistungen bei Dritten in Auftrag gegeben, damit sich das Wachstum der Fans beschleunigt.

Die plötzliche hohe Aufmerksamkeit von Bayer 04 Leverkusen sei also ausschließlich den Spielen gegen Manchester zu verdanken. Und das konnte bisher gewinnbringend genutzt werden. Ob Leverkusen auch weiterhin das große Interesse für sich nutzen kann und der Trend anhält, bleibt abzuwarten. Und wenn nicht: Lukas Podolski wird sicher ein Auge darauf haben.