Mit dem Google Venice Update, dass nun auch bei uns in Deutschland online gegangen ist, fährt Google nach Panda, Pinguin und Co. ein weiteres Geschütz auf und sorgt für hektisches Treiben unter deutschen Suchmaschinenoptimieren. Grund: Google zeigt jetzt regionale Ergebnisse in den ganz „normalen“ Suchergebnissen – also nicht mehr abgegrenzt wie bisher – an. Basis dieser Anzeige ist die IP-Adresse, die der Rechner oder das mobile Gerät des Suchenden bei seiner Suche an Google übermittelt.

Google Venice Update: Regionale Ergebnisse entern "normale" Suche

So sorgt das Google Venice Update dafür, dass die Ergebnisse des Suchmaschinenprimus unberechenbarer werden, denn nun kann man sich nicht mehr grundsätzlich darauf verlassen, dass man zum Beispiel als in München ansässiger Shop auch von User in Hamburg zu bestimmten Keywords in den Top 10 gefunden wird. Vereinfacht ausgedrückt: Ab sofort ranken Seiten bei Google besser, die einen stärkeren regionalen Bezug zur Anfrage des Suchenden haben. Grundsätzlich eigentlich eine sinnvolle Sache.

Doch die Suchmaschinenoptimierung wird mit dem Google Venice Update erneut komplexer und herausfordernder. Und der Weg, den Google spätestens seit Google+ eingeschlagen hat, wird immer deutlicher: Wer Google benutzt, soll möglichst gut auf die eigene Person zugeschnittene Ergebnisse bekommen. Da mag Social Media ein Hebel sein – die Anpassung der Suchergebnisse anhand der IP des Suchenden ist ein deutlich simpleres Signal, dass sich leichter generieren und somit auch einsetzen lässt. So zeigt die Suche zu „gebrauchtwagen“ bei mir ein Ergebnis, dass nahezu 100%ig auf Hamburg zugeschnitten ist:

Google Venice Update: Regionale Ergebnisse entern "normale" Suche

Zum Vergleich die identische Suchanfrage, wenn als Standort nicht „Hamburg“, sondern „München“ vorgegeben ist:

Google Venice Update: Regionale Ergebnisse entern "normale" Suche

Es bleibt also weiter spannend: Was wird nach dem Google Venice Update kommen und mit welchen Maßnahmen wird Google versuchen, seine Interpretation der „Suche der Zukunft“ zu gestalten? Wer übrigens aktuell Rankings testen will, der sollte Rechner/Device und Browser möglichst clean halten. Komplett Deaktivieren kann man die Standortanzeige laut Google übrigens nicht. Speziell aus der Sicht von Softwareanbietern, die Rankings automatisiert ermitteln, dürfte das bei manchen Suchanfragen ein Problem werden.