Rein zufällig bin ich über die Meldung gestolpert, dass Google bestätigt hat, die Anzeige von übergroßen Bannern für Suchanfragen zu Brands zu testen. Wie genau das aussieht, zeigt das Bild unten. Die Sache an sich ist auf den ersten Blick nicht problematisch, wäre das nicht das Google-Versprechen aus dem Jahr 2005. Damals hatte Google gesagt, man würde niemals Werbebanner in den Suchergebnissen zulassen. Acht Jahre später will man diese Banner zwar nicht einführen, aber auch nicht auf ausgiebige Tests verzichten. Dass Google immer wieder nach neuen Möglichkeiten zum Verdienen von noch mehr Geld sucht, ist nachvollziehbar. Der Konzern ist an der Börse notiert und hat eine Verantwortung gegenüber seinen Aktionären. Aber muss man aus diesem Grund wirklich auch Versprechen brechen, die man einst gemacht hat?

Google testet übergroße Banner in Suchergebnissen

Quelle

Google bricht ein acht Jahre altes Versprechen

Immerhin bezieht sich dieser Test zum aktuellen Zeitpunkt wohl nur auf Suchanfragen zu bekannten Brands, wie auf dem Bild deutlich zu sehen ist. In diesem Fall geht es um „Southwest Airlines“, in den USA eine bekannte Fluglinie, die natürlich über reichlich Brand-Traffic verfügt.

Das googlesche Versprechen aus dem Jahr 2005 allerdings wird damit definitiv gebrochen. Damals hieß es: „There will be no banner ads on the Google homepage or web search results pages. There will not be crazy, flashy, graphical doodads flying and popping up all over the Google site. Ever.“

So können sich die Zeiten also ändern. Die möglichen Motive von Google habe ich oben bereits angerissen – es ist sehr wahrscheinlich, dass es überwiegend um finanzielle Aspekte geht. Banner in dieser Größe erinnern schon fast an die Google+ Headergrafik – ein Schelm, der Böses dabei denkt. Google wird sich solche Anzeigen sehr teuer bezahlen lassen.

Nur ein „kleiner Test“?

Und sofern diese Form der Werbung nur für Brands und bekannte Marken angeboten wird, könnte die Entwicklung eventuell noch zu verschmerzen sein. Problematisch ist nur der Trend, der durch diese neue Werbeform weiter manifestiert wird: Organische Ergebnisse werden zugunsten von bezahlten Anzeigen immer weiter aus dem sofort sichtbaren Bereich verbannt.

Laut Google handelt es sich um ein „kleines Experiment“, dass sich auf den US-Markt beschränkt. Und dieses „Experiment“ bestätigt die Trends der letzten Monate, denn Werbung wird für Google immer wichtiger.

In diesem Zusammenhang ist übrigens auch die aktuelle Entwicklung mit den sozialen Empfehlungen von Google interessant. Auch dort geht es um erweiterte Werbung, die maßgeblich durch Google+ beeinflusst wird. Und auch in Bezug auf Google+ hat Google schon mehrfach verlauten lassen, dass es dort niemals Werbung geben würde. Warten wir ab, ob dieses Versprechend Bestand hat oder ob es auch auf Google+ Werbung geben wird.