Nicht nur Facebook ist dafür bekannt, nicht gerade bescheiden zu handeln. Auch Googles Motto lautet schon längst: „Think Big!“. Das macht sich ganz besonders an der kürzlichen Einkaufstour in Sachen Domainendungen bemerkbar. 97 neue Top Level Domains hat sich der Suchmaschinendienst gesichert. Beantragt wurden diese bei der Internet Corporation for Assigned Names und Numbers (ICANN). Nicht nur die eigenen Dienste sollen damit namenstechnisch in den Vordergrund rücken, sondern auch viele allgemeine Begriffe, die in der eigenen Suchmaschine dann mit einer der hauseigenen Domainendungen ganz oben erscheinen könnten und vermutlich auch werden. An Endungen wie .blog oder .cloud ist Google besonders interessiert. So lässt sich ein unglaublich weites Feld erschließen. Insgesamt eine gute Strategie, denn die neuen Domainendungen müssen schließlich auch verwaltet werden. Und das wird Google natürlich selbst erledigen – eine weitere Einnahmequelle! Was aber bedeutet diese Entwicklung für den Endverbraucher?

Google schnappt sich 97 neue Top Level Domains

Weiter auf Expansionskurs

Googles Expansionskurs geht mit großen Schritten voran. Die neuen Endungen stellte Jordyn Buchanan, Manager Site Reliability bei Google und somit für diesen Geschäftsbereich verantwortlich, vor einigen Tagen auf einer Konferenz vor.

Natürlich wird nicht nur Google selbst Seiten wie .blog nutzen. Jeder Webseitenbetreiber soll die Möglichkeit bekommen, unter bestimmten Voraussetzungen die neuen Webdomains zu erwerben.

Die Einschränkungen sind in der Netzwelt jedoch umstritten und könnten für Ärger sorgen.

Blogseiten mit eigener Endung

Wer .blog für sich in Anspruch nehmen möchte, soll laut Google bei der Registrierung eine API nutzen, die eine direkte Verlinkung mit einer bestehenden Blogseite automatisiert.

Buchanan begründet dies mit der hohen Attraktivität des Wechsels von den gehosteten Seiten zur eigenen Domain. Ein solches Vorgehen kommt allerdings einer Auslieferung an Google gleich, das damit eine Kontrollfunktion ausübt.

Eine .blog-Website wäre so dauerhaft an Google gebunden und die Chancen auf einen Wechsel wären sicherlich nicht so gut.

Auch Second Level Domains möglich

Dann gibt es noch die Möglichkeit von Second Level Domains wie zum Beispiel xy.cloud oder xy.drive. Diese dürfen dann aber nur für die entsprechenden Zwecke genutzt werden, sind also an strenge Nutzungsbedingungen geknüpft.

Domaininhaber bleibt Google selbst. Vorteil für Google: Karteileichen wird es dadurch nicht geben. Sollte der Dienst nicht mehr genutzt werden, wird der Name einfachfreigegeben. Google selbst denkt daran, seinen eigenen Namen in verschiedenen Varianten für die neuen Seite zu nutzen, so zum Beispiel statt google.de dann de.google für das deutsche Suchmaschinenangebot.

Interessant wäre auch die Endung .plus, mit der Google dann eine Domain „g.plus“ oder „google.plus“ betreiben könnte. In Kombination mit den Usernamen im sozialen Netzwerk Google+ könnten so einzigartige Vanity URLs entstehen.