Das Problem ist in sozialen Netzwerken bekannt. Viele Personen, die ihre wahre Identität nicht preisgeben wollen, legen Fake Profile an. Geht es nicht um die Identität, dann können auch andere Gründe eine Rolle spielen. Bei Twitter gab es schon viele Fälle, wo zum Beispiel angebliche Prominente unterwegs waren. Auch hier entpuppten sich viele Profile als Fakes.

Bei Google Plus will man dem offenbar gleich einen Riegel vorschieben und es gar nicht erst soweit kommen lassen. Und so geht Google, wie man das auch in der Vergangenheit immer wieder gesehen hat, ungewöhnliche Wege. Aktuell ruft der Google Software Ingenieur Andrew Brunner in seinem Google Plus Profil dazu auf, vermeintliche Fake Profile aktiv zu melden:

„If you see a person with an obviously fake name, go to their profile and find the ‚Report Profile‘ link in the bottom of the left column. Report it as a ‚Fake Profile‘. We want Google+ to be place for real people to connect with other real people.“

Da der Mann bei Google angestellt ist, muss man wohl davon ausgehen, dass er die offizielle Meinung seines Arbeitgebers vertritt (vorausgesetzt, SEIN Profil ist KEIN Fake). Die Aktion zeigt deutlich, worum es Google mit Google Plus geht. Man will nur echte Menschen im Netzwerk haben. Auf den ersten Blick eine nachvollziehbare Einstellung. Denkt man aber ein paar Sekunden darüber nach, dann wird schnell klar, WARUM das so ist: Mit Daten von Fake Profilen lässt sich kein Geld verdienen – mit echten Daten dafür umso mehr.

Auch wenn Google mit Google Plus allem Anschein nach ein gutes soziales Netzwerk gelungen ist, so sollte man immer die Absichten von Google im Hinterkopf behalten: Geld verdienen und Aktionäre zufriedenstellen. Und vor diesem Hintergrund wirkt ein öffentlicher Aufruf zum Denunzieren (und nichts anderes ist der Post von Andrew Brunner) schon sehr schroff.