In seinen Anstrengungen, den Anschluss gegenüber Facebook nicht zu verlieren, muss Google große Schritte wagen. Außerdem kann es nicht schaden, Ideen zu entwickeln, die die Konkurrenz (noch) nicht hat. Aber was werden die Datenschützer dazu wieder sagen? Diskussionen um den gläsernen Bürger und NSA-Affären scheinen Betreiber von sozialen Netzwerks nur am Rande oder gar nicht zu interessieren, auch wenn sie teilweise selbst betroffen sind. Anders lässt sich die Idee von Google+ nicht erklären. Im kommenden Jahr sollen alle Profilfotos der Nutzerinnen und Nutzer von Google+ mit deren Telefonnummern versehen werden. Und auch wenn Google+ möglicherweise mit viel Gegenwind rechnen muss und es Beschwerdemails hageln wird: Es ist wahrscheinlich, dass die Idee umgesetzt wird, wenn man den Unternehmensmeldungen glaubt. Innovation sieht anders aus, zumal die User vermutlich nicht mal gefragt werden, ob die Sache mit der Telefonnummer in Ordnung ist oder nicht. Und was soll das überhaupt bringen?

Google+ will die Telefonnummern seiner Nutzer

Es besteht Aufklärungsbedarf

Wenn der Nutzer unter keinen Umständen seine Telefonnummer bekannt geben möchte, wird dann sein Profil gelöscht? Aufklärungsbedarf zu der geplanten Aktion gibt es also auf jeden Fall und Google wäre gut beraten, den Dialog mit den Nutzerinnen und Nutzern zu suchen.

Google-Mitarbeiter Attila Bodis hatte die undankbare Aufgabe, die neueste Änderung im Hause bekannt zu geben. Man setzt ganz und gar auf mehr und mehr Features. Auch die Verknüpfung zu Android verspricht unkompliziert zu bleiben, so Google.

Und Attila Bodis weiß, wovon er spricht. Bei Google ist er hauptsächlich für das Thema Android zuständig.

Der große Wurf?

Zwingende Bekanntgabe der Telefonnummer: Wenn der Schuss mal nicht nach hinten losgeht! Es wird sich zeigen, ob Google damit einen echten Coup gelandet hat oder ob Google+ reihenweise Nutzerinnen und Nutzer verloren gehen, die sich in ihrer Privatsphäre angegriffen fühlen.

Dennoch gibt es eine Sache, die Google+ Facebook voraus hat: Man kann sich im Netzwerk auch mit einem Fantasienamen anmelden, ohne gleich das Sperren des Accounts befürchten zu müssen. Es ist also nicht nötig, unbedingt seinen Vor- oder auch Nachnamen preiszugeben und bekommt trotzdem eine „nette“ Begrüßung…

„Willkommen bei Google+, Herr!“ Oder eben „Frau!“ Und wer weiß, vielleicht reicht ja auch eine fiktive Telefonnummer, um dem Ganzen zu entgehen. Einen Versuch ist es wert.