„Google+ is failing“ liest man dieser Tage auf dreamgrow.com – auf der Website wurde der Traffic von Google seit dem 1. August gemessen. Ergebnis: Mit Google Plus geht es bergab, zumindest was den Traffic betrifft.

Zunächst sollte man zur Interpretation dieser Zahlen wissen, dass der Autor sich auf Alexa bezieht. Alle, die im Web unterwegs sind und sich mit Reichweiten befassen, wissen jedoch, das Alexa nicht zwingend ein verlässlicher Indikator für tatsächliche Reichweiten ist. Für das Erkennen von Trends ist Alexa sinnvoll, allerdings sollte man keine darauf basierenden Untersuchungen durchführen – zumindest nicht, wenn man Dinge wie Traffic oder Reichweite möglichst genau bezeichnen will.

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Unabhängig davon scheint das Interesse an Google Plus aber in der Tat ein wenig nachzulassen. Nach dem extremen Hype zu Beginn des neuen sozialen Netzwerks Anfang Juli war das allerdings zu erwarten (und zudem ist es absolut natürlich). Viele Early Adopters tummeln sich auch jetzt noch zahlreich auf Google Plus. Der „Otto-Normal-Surfer“ ist vermutlich noch immer bei Facebook, und das wird sich so schnell auch nicht ändern.

Zudem hat Google Plus selbst einige Fehler gemacht. Vor allem die Problematik mit den „Klarnamen“ wird viele potenzielle User abgeschreckt haben. Auch die Strategie, das Netzwerk komplett in einer „Closed Beta“ gefahren zu haben, könnte sich nachträglich noch als Nachteil erwiesen, weil die Verknappung einfach dazu geführt hatte, das viele Leute dachten, Google Plus extrem anders und extrem spektakulär – dabei handelt es sich grundsätzlich eben auch „nur“ um ein soziales Netzwerk.

Mit den kürzlich eingeführten Google Plus Spielen hat man einen Schritt in Richtung Wachstum gemacht. Aber: Weder Facebook (noch Rom) wurden an einem Tag erbaut. Der blaue Konkurrent hatte geschlagene sieben Jahre Zeit zu wachsen und hat das auch kräftig getan. Insofern wird die Aufholjagd mit Sicherheit recht viel Zeit in Anspruch nehmen – aber auch das stand vorher eigentlich schon fest.

Fakt ist, dass Google Plus einige Dinge besser macht als Facebook und andere eben schlechter. Nun bleibt abzuwarten, wie die Google Plus Unternehmensseiten ausschauen werden. Gelingt es Google Plus, hier deutliche Mehrwerte zu bieten, dann stehen die Chancen gut, dass man es in Zukunft mit Facebook aufnehmen kann. Grundsätzlich ist Google Plus ein Schritt in die richtige Richtung und die bisherigen Zahlen belegen, dass das Netzwerk dauerhaft erfoglreich sein kann.

Wer aber gedacht hat, dass Google Plus sich sofort und in kurzer Zeit als „Ablöser“ von Facebook entpuppt (und mit Sätzen wie „Google+ scheitert!“) um sich wirft, der hat das Internet und Social Media leider noch nicht wirklich verstanden.