Na, darauf mussten wir aber lange warten… nun aber ist es passiert: Die neuen Google Plus Pages sind da! Zwar noch nicht für jeden, aber laut Google selbst soll es nicht mehr lange dauern, bis alle bei Google Plus angemeldeten Nutzer/innen auch Google Plus Pages nutzen können. Was aber kann das neue Feature? Macht es Sinn? Und überhaupt: Wie gut wurde es konzipiert?

Der Reihe nach: Im offiziellen Google-Blog wird über den Start von Google Plus Pages berichtet. Schon mal nett, der Hinweis. Dazu gibt es ein schönes Video, dass ich etwas weiter unten auch zur Verfügung stellen möchte, einfach nur so, für alle, die sich informieren wollen. Bevor ich jedoch die neuen Google Plus Pages genauer anschaue, fallen mir gleich mal die URLs ins Auge…

Hallo, Google! Schon mal was von „sprechenden URLs“ gehört?

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Moment! Wollte man mit Google Plus nicht eigentlich eine Konkurrenzveranstaltung zu Facebook hochziehen? Mir war doch so. Und dann launcht man ein kritisches Feature, ohne die Möglichkeit, von Beginn an eine „Vanity-URL“ zu kommen? Schon bei Twitter fiel mit Rand Fishkin von SEOmoz auf, der genau das bemängelte: „These Guys don’t get Marketing„, lautet sein Fazit. Sorry, Google – aber da hat er recht, die Sache mit den URLs ist nicht gut gelöst.

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Das Video ist nett inszeniert…

Gedacht sind die Google Plus Pages für Unternehmen. Wer sich für seine Firma eine solche Seite holen will, kann das ab sofort unter http://plus.google.com/pages/create machen (wenn man denn „reinkommt“). Hat man dann aber eine Seite, dann kann die Post abgehen! Oder doch nicht? Lasst uns einen Blick drauf werfen…

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Und, spannend? Irgendwie nicht so. Bei den Google Plus Pages handelt es sich auf den ersten Blick um ganz normale Google Plus Seiten, wie man sie schon seit Monaten kennt (eben nur von privaten Usern, nicht von Firmen). Was die Google Plus Pages unterscheidet ist ein Icon, dass die Seite als Firmenseite ausweist. Zudem kann man die Seite an sich teilen (das geht bei privaten Accounts nicht) und man kann direkt links unter dem Logo +1 für die Seite vergeben. Der Fokus liegt also eindeutig darauf, dass man selbst aktiv werden soll, wenn man eine bestimmte Seite gut findet.

Ansonsten unterscheidet sich ebenfalls nicht so viel von privaten Profilen. Die Punkte „Über mich“, „Fotos“ und „Videos“ sind wie gewohnt zu sehen, Erweiterungen gibt es nicht. Wenn ich mir das alles so anschaue, dann muss ich zugeben, dass ich ein wenig enttäuscht bin. Abgesehen von einer schlechten URL, die man sich nicht merken kann, gibt es keine wirklich neuen Features. Wozu also sollte man dann Google Plus Pages brauchen? Hat sich Google mit der Erweiterungen wieder einmal in Sachen Social Media „ins Bein geschossen?“

Nein, denn wenn man etwas weiter blickt, dann wird man auf den Post von Hanns Kronenberg bei Google Plus selbst aufmerksam. Hanns hat nämlich entdeckt, dass Google die Google Plus Pages in den Suggests bei der direkten Google Suche prominent einbindet… clever, clever! Denn was heißt das? Es bedeutet, dass Google Places, wie auch Hanns kombiniert, in Sachen SEO absolut untentbehrlich werden. Das ist schon ein gerissener Schachzug.

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Diese „SEO-orientierte“ Erweiterung wird meines Erachtens in der Tat dafür sorgen, dass Google Plus jetzt noch mehr Aufmerksamkeit bekommt. Zudem sind Firmen, die dort schon ein Profil haben, in Zugzwang, müssen sie ihre Seiten dort doch immer aktuell halten. Das dürfte den Traffic bei Google Plus erhöhen – bessere (aktuellere) Seiten, die „fresher“ sind, kommen bei den Leuten schließlich immer an. Und worum geht es Google? Um den Nutzer und um die „Freshness“, das wissen wir seit ein paar Tagen ja auch endlich.

Kann Google Plus mit den neuen Google Plus Pages Facebook Paroli bieten? Nein, in dieser Form nicht, weil man nichts neues bietet. Aber man schafft mit der Integration in Google Suggest, Nutzer von anderen relevanten Inhalten im Web wegzulocken und auf das eigene Angebot umzuleiten. Im Prinzip also ein weiterer Schritt, um mehr und mehr selbst Anbieter im Netz zu werden.