Gewagte Prognose? Könnte man meinen. Folgt man allerdings der Argumentation von Paul Allen, dann sind diese 400 Millionen Nutzerinnen und Nutzer in 12 Monaten gar nicht so unrealistisch. Paul Allen gibt schon seit dem Start des sozialen Netzwerks aus dem Hause Google immer mal wieder selbstgemachte Statistiken heraus, die oft recht genau sind. Seine Methode: Er „trackt“ die Entwicklung der Mitgliederzahlen bei Google Plus unter anderem an der Häufigkeit von Nachnamen und setzt das dann in ein Verhältnis, grob gesagt.

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Seine Schätzungen sind wie gesagt oft recht genau. Als Google’s Larry Page am 13.10.2011 verkündete, dass man „mehr als 40 Millionen User“ habe, hatte Paul allen knapp 2 Wochen vorher eine Nutzerschaft für Google Plus in Höhe von 38 Millionen errechnet. Man sieht also, dass man seine Berechnungen durchaus für Informationszwecke heranziehen kann. Sein erstes „Tracking“ wurde am 13.7.2011 veröffentlicht – damals hatte Google Plus 10 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Jetzt (27.12.2011) sind es bereits 62 Millionen und es melden sich nach offiziellen Angaben täglich 625.000 neue User bei Google Plus an.

Mit der Einführung der Google Plus Unternehmensseiten bekam das Netzwerk erst kürzlich neuen Schwung. Und man schaffte es auch Promis ins Boot zu holen. So ist Britney Spears die erste Person, die bei Google Plus von mehr als 1 Million Leute eingekreist wurde. Promis sind durchaus wichtig. Bei Twitter konnte man sehr gut beobachten, dass bestimmte Promis (wie z. B. Ashton Kutcher) mit ihren Aktionen dafür sorgen können, dass ein Netzwerk bei vielen Leuten populär wird.

Doch zurück zu Paul Allen: Die aktuelle Wachstumsrate könnte Google Plus bis Ende des kommenden Jahres knapp 300 Millionen User einbringen, aber: Es steht zu vermuten, dass das Netzwerk 2012 weiteren Schwung bekommen wird.

Dafür verantwortlich dürften unter anderem die immer tiefere Verzahnung von Google Plus mit anderen Google-Produkten und vor allem den Suchergebnissen sein und außerdem natürlich die Android-Plattform. Allein über die Weihnachtsfeiertage hat Google 3,7 Millionen neuer Android-Smartphones freigeschaltet. Hier schlummert ein extremes Potenzial, das Google konkret beeinflussen kann – und mit Sicherheit auch nutzen wird.

Allen verweist außerdem auf den Netzwerk-Effekt. Und dieser wird bei Google Plus seiner Meinung nach im kommenden Jahr „zünden“. Die Aussichten stehen also nicht schlecht. Bleibt nur noch zu hoffen, dass Google seinem sozialen Netzwerk via API und Co. weitere und vor allem bessere Möglichkeiten schenkt, Inhalte zu teilen. In diesem Sektor ist bisher nämlich noch nicht genug passiert und es werden täglich Potenziale verschenkt.

Sollte Google Plus jedenfalls in der Tat bis Ende des kommenden Jahres eine so große Nutzerschaft aufbauen können und auch sonst mit Innovationen glänzen, dann könnte es spätestens 2013 im Vergleich zur Konkurrenz von Facebook sehr, sehr spannend werden.