Das Problem ist nicht neu, aber nun wird intensiv dagegen vorgegangen: Klickbetrug auf YouTube. So manch hohe Zahl an Besuchern ist nicht wirklich echt auf der Videoplattform. Und natürlich betrifft es nicht nur YouTube. Aber interessanterweise taucht der Begriff Klickbetrug immer häufig mit der wohl bekanntesten Videoseite auf, nicht jedoch bei den Mitbewerbern wie Myvideo oder Vimeo – liegt vermutlich an der dort fehlenden Relevanz, verglichen mit YouTube. 30.000 Abrufe für 20 US-Dollar konnten und können bei zig Firmen überall auf der Welt bestellt werden. Google will dagegen jetzt massiv vorgehen, die Betrüger ausfindig machen und die Zahlen entsprechend aus der Statistik nehmen, denn das Geschäft mit gekauften Klicks läuft nach wie vor auf Hochtouren. Google’s SoftwareEngineer Philipp Pfeiffenberg äußerte sich jetzt in einem Blog des Unternehmens. So sagt er, dass diejenigen, die das offizielle Zählsystem beeinflussen, ihre Fans täuschen und die Qualität von YouTube damit schlicht und ergreifend untergraben würden. Damit soll jetzt Schluss sein. Doch was genau will man bei YouTube dagegen unternehmen?

Google lässt gefälschte Klicks verschwinden

Über eine Milliarde Dollar abgeführt

Google teilt ebenso mit, dass die Klickzahlen grundsätzlich regelmäßig überprüft werden. Eine andere Diskussion, die indirekt mit dem Thema zusammenhängt, entfachte Tom Pickett, zuständig für die internationalen Content Bewegungen beim Videoportal.

Auf der Musikmesse Midem in Cannes teilte er stolz mit, dass YouTube der Musikindustrie in den zurückliegenden Jahren über eine Milliarde US-Dollar gezahlt habe. Und immer muss sich Google, beziehungsweise YouTube, den Vorwurf gefallen lassen, sich nicht an den Werbeeinnahmen zu beteiligen.

Wie viel Google aber tatsächlich abführt und einnimmt ist nicht bekannt. Insider sind sich jedoch sicher, dass die auf YouTube verdienten Summen recht hoch sein müssen. Genau aus diesem Grund ist es wichtig zu wissen, wie viele Klicks falsch sind, weil sonst keine genauen Abrechnungen erstellt werden können.

„Legaler Pirat“

YouTube wird von Streamingdiensten gerne als einer der „wichtigsten legalen Piraten“ bezeichnet, die aber angeblich weniger abführen als eben diese Streaminganbieter. Das Problem ist also, dass Google genau überprüfen muss, wie viele echte Klickzahlen es gibt, weil sich dadurch die abzuführenden Summen ergeben.

Aber, auch wenn der „Geschäftszweig“, Klickzahlen für ein besseres Marketing zu verkaufen, mehr als zweifelhaft ist, gäbe es doch vielleicht etwas noch Effektiveres für Google. Die  geschönten Zahlen auf YouTube einfach nicht mehr in der Statistik auftauchen zu lassen ist das eine, aber direkt gegen so genannte Marketingfirmen vorzugehen, das andere – sofern sie überhaupt zu lokalisieren sind.

Doch auch mit solch „drakonischen“ Maßnahmen wird der Klickbetrug wahrscheinlich nie komplett in den Griff zu bekommen sein.