Wer seinen Chef nicht mag, der sollte das auf sozialen Netzwerken wie Facebook lieber für sich behalten. Auch im Internet gelten viele Regeln, die man aus dem normalen Leben kennt. Und was sich in der echten Welt nicht gehört, das hat auch auf Facebook und Co. nichts verloren. Denn der „Like“ Button von Facebook kann sich als echte Falle entpuppen, wenn man sich ungebührlich oder beleidigend über andere Personen (nicht nur den eigenen Chef) äußert. Dank der viralen Verbreitung von Inhalten und der Vernetzung mit Nutzerinnen und Nutzern, die die angegriffene Person ebenfalls kennen und eine Meinung über sie im wahrsten Sinne des Wortes „teilen“, ist man heute nicht mehr sicher, wenn man über andere herziehen will.

Fristlose Kündigung dank "Like" Button?

Undichte Stelle

Auch wenn man eine bestimmte Meinung hat, die im Zweifel nicht positiv ist, sollte man sie nicht stolz auf dem eigenen Facebook Profil verbreiten. Das kann üble Folgen haben, selbst dann, wenn man penibel darauf achtet, dass den Eintrag nur bestimmte Leute lesen können. Irgendwo kann eine undichte Stelle lauern und dann bekommt es der Chef eventuell mit.

Mobbing, Beleidigungen und Kränkungen sind in sozialen Netzwerken tabu, zumal die Inhalte länger zu lesen sind als einem lieb ist und gegebenenfalls sogar anhand der IP Adresse zurückverfolgt werden können.

Denn auch bei Facebook ist man nicht anonym. Dafür sorgt ganz offensichtlich die Tatsache, dass die meisten Leute mit ihrem richtigen Namen dort unterwegs sind. Aber auch User, die sich Pseudonyme verpassen, leben bei Beleidigungen gegen andere gefährlich.

Strafrechtliche Folgen

Folgen kann dies eben auch über den scheinbar unverfänglichen „Gefällt mir“ Button haben, dann nämlich, wenn jemand anderes etwas Kompromittierendes postet und man das gut findet.

Gegebenenfalls kann eine schlimme Äußerung zu strafrechtlichen Folgen führen – selbst im Hinblick auf das Grundrecht der freien Meinungsäußerung. In einem Beschäftigungsverhältnis jedoch gelten andere Regeln. Loyalität und zum Beispiel auch Stillschweigen über Betriebsinterna sollten beachtet werden.

Der Chef kann seinem Mitarbeiter bei schwerem Vergehen, auch über das Netz, fristlos kündigen. Ehrverletzende Äußerungen können sogar strafbar sein. Im schlimmsten Fall droht eine Unterlassungsklage oder es kommt zu einem Ermittlungsverfahren. Wer seine Äußerungen auf Facebook ohne Markierung eines bestimmten Personenkreises öffentlich postet, kann nicht auf milderne Umstände hoffen.