Steuereinahmen dank Google und Facebook? Was wie eine verrückte Idee klingt, könnte in Frankreich bald Wirklichkeit werden. Die Regierung dort überlegt tatsächlich, ihren Staatssäckel durch neue Steuern für die beiden großen Internetplayer zu füllen. Der Grund könnten die nicht gerade üppig eingehenden Steuereinahmen Frankreichs sein und die Verlockung, Google und Facebook wegen der Nutzung von Millionen von privaten Daten mehr in die Pflicht zu nehmen. Dass man dies aber nicht auf sinnvollen Wegen tut, sondern schlicht und ergreifend Geld verlangen will, sieht schon sehr nach plumper Abzocke aus. Doch wieso kommen die Franzosen überhaupt auf die Idee, Google und Facebook zu schröpfen?

Frankreich plant Internetsteuer für Google und Facebook

Quelle

25 Millionen User kämen in Frage

In Frankreich gibt es etwa 25 Millionen Nutzer bei Google und Facebook, die potenziell für diese Idee in Frage kämen. Der Marktanteil von Google liegt in Frankreich ähnlich hoch wie bei uns: nämlich 93 Prozent.

Deshalb wird jetzt überlegt, ob die Nutzerinnen und Nutzer dieser beiden Netzwerke für diese Unternehmen indirekt und unentgeltlich arbeiten und damit Facebook und Google persönliche Daten liefern, quasi als Dienstleistung.

Wenn dem so wäre, könnten interessierte Unternehmen diese Daten nutzen, um eventuelle Werbeverkäufe zu akquirieren, die dann zu versteuern wären. Schlaues Konzept? Vielleicht, aber auch aufwändig, zumal errechnet werden muss, ob und wie letztendlich die Umsätze wirklich mit den Usern zusammenhängen, beziehungsweise wie viele Nutzer (und im Grunde genommen auch welche/r einzelne Nutzer/in genau) für die jeweiligen Steuereinnahmen durch die Verkäufe verantwortlich sind.

Google ist skeptisch

Google reagierte bereits und erklärte, dass es die Vorschläge der französischen Regierung sehr genau beobachten werde und skeptisch sei, ob dieses „Konzept“ wirklich sinnvoll ist.

Sollte sich diese Idee in Frankreich durchsetzen und tatsächlich Steuern durch diese „Tätigkeiten“ von Facebook und Google eingenommen werden, dann könnte das für andere Länder ebenfalls interessant werden, aber auch für reichlich Diskussionen, Streit und wahrscheinlich auch Proteste sorgen.

Ob sich der einzelne Nutzer überhaupt gegen eine solche Steuer wehren kann oder ob die ganze Sache eher in Richtung „Rundfunkgebühr“ geht, ist derzeit noch Spekulation. Der Fall zeigt jedoch, dass die Begehrlichkeiten wachsen. Konzerne wie Facebook und Google, die groß sind und wirtschaftlich gut dastehen, werden immer mehr zur Zielscheibe aller möglichen Interessen.