Hat die FDP Follower gekauft? Dieser Verdacht steht im Raum, seit sich die Anzahl der „Fans“ auf Twitter innerhalb von zwei Wochen schlagartig erhöhte. Doch wer steckte wirklich dahinter? Die Partei schloss jegliche eigene Manipulation aus. Mittlerweile ist die Anzahl der Follower wieder auf einen „normalen Stand“ zurückgegangen, das Rätsel aber bleibt. Eigentlich hätte die FDP massenhaft neue Fans gut gebrauchen können, stattdessen gab es nur jede Menge Ärger und Vorwürfe bezüglich der angeblich gekauften Followers. Die Zahl soll zum besagten Zeitpunkt von 6.500 auf etwa 40.000 gestiegen sein. Bis vor einigen Tagen sollen es sogar fast 100.000 gewesen sein – eine knifflige Angelegenheit, die man bei der FDP gern klären wollte. Mit Erfolg?

FDP kämpft gegen falsche Follower

Anstieg auf fast 100.000 Fans

Parteisprecher Nils Droste hatte alle Hände voll zu tun, die Unschuld zu beteuern und rief eine Firma, die in sozialen Netzwerken auf Anforderung für einen organisierten Aufbau von Followern oder Freunden sorgt, zur Stellungnahme auf.Daraufhin konnte dieses Unternehmen mit Namen bestätigen, dass die FDP nicht hinter dieser Fanexplosion steckte.

Als zweiten Schritt beauftragten die Liberalen Twitter direkt, alle Fake Accounts zu löschen, mit positivem Ergebnis. Zunächst sank die Zahl an Fans auf knapp über 30.000, jetzt sind es nur noch etwas mehr als 8.000. Eine akzeptable Zahl, die der Größe der Followerschaft vor der Aktion entsprach.

Bitterer Beigeschmack

Aufatmen in der Partei. Die Anzahl an Followern ist auf ein glaubhaftes Maß zurückgegangen. Jedoch bleibt ein bitterer Beigeschmack und die Frage, welcher politischer Mitbewerber die Aktion auslöste, um der FDP in ihrer Reputation zu schaden. Eine Überprüfung von des „Lieferanten“ ergab nämlich, dass es tatsächlich ein Konkurrent gewesen sein muss.

Den Namen möchte man aber verständlicherweise nicht nennen. Damit würde sich das Unternehmen selbst schaden. Die FDP hat angekündigt, Strafanzeige zu stellen.In die gleiche unangenehme Situation kam vor einem Jahr auch schon die CDU, die dem Vorwurf ausgesetzt war, sich Followers gekauft zu haben.

Ob der politische Mitbewerber in naher Zukunft weiteren Parteien schaden möchte, ist unklar. Je mehr Schaden dieser bei Mitbewerber anrichtet, umso enger würde sich die Schlinge um den eigenen Hals ziehen, nämlich dann wenn es nicht mehr viele Parteien geben würde, die übrig bleiben. Die FDP indes dürfte froh sein, mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein.