Die Posse um den schleswig-holsteinischen Datenschutzbeauftragten und die Fanpage des Bundeslandes Schleswig-Holstein bei Facebook geht in eine neue Runde. Nun hat die zuständige Staatskanzlei ein Warnschild vor seine Fanpage „gehängt“ und macht darauf aufmerksam, dass Facebook gegen deutsches Datenschutzrecht verstoße.

Hintergrund war die Forderung des zuständigen Datenschützers, Webangebote, die in Schleswig-Holstein ansässig seien, dürften keine Social Plugins wie den Like-Button von Facebook nutzen – und auch keine Fanpage, weil die Daten der Nutzer „ungefragt“ in den USA landen und dort verarbeitet würden. Am heutigen 1. November war dann eine Frist abgelaufen, gemäß derer man von Facebook belastete Angebote aus dem Netz entfernen solle. Das gilt natürlich auch für das Land Schleswig-Holstein selbst.

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Die zuständige Staatskanzlei allerdings findet es wichtiger, die Bürger via Facebook informieren zu können. In meinen Augen der richtige Schritt. Das nun angebrachte Schild ist daher vermutlich ein kleines Zugeständnis an den landeseigenen Datenschützer (damit der auch ein bisschen Erfolg hat). Streng genommen bringt das Schild aber überhaupt nichts, weil die Daten der Nutzer weiterhin in den USA verarbeitet werden können. Und streng genommen müsste der schleswig-holsteinische Datenschützer nun eigentlich die eigene Staatskanzlei verklagen, etc.

Man sieht – ein kurioser Fall. Bleibt zu hoffen, dass sich die Gemüter hier bald wieder beruhigen und dass irgendjemand dem betreffenden Datenschützer wenigstens ein bisschen auf die Finger klopft. Denn das aktuelle Gebahren in dieser Sache mit Facebook hat auch immer mehr den Anschein von persönlichem Profilierungswillen. Das Schild macht hoffentlich keine Schule – und man kann auch nur hoffen, dass das Beispiel an sich nicht die große Runde macht. Andernfalls wären wir in Deutschland um einen weiteren peinlichen Fall im Netz reicher, an dem der Rest der Internet-Welt sehen kann wie (rückständig) manche Dinge bei uns (leider) noch sind…