Kaum ein Tag vergeht, an dem man nicht überrascht mittels Smartphone oder Rechner in seinem Facebook-Account wieder etwas Ungewöhnliches oder Neues entdeckt – und oft lässt es sich auch nicht ändern. So mussten Nutzer kürzlich feststellen, dass die Symbole für Mitteilungen und Freundschaftsanfragen verschoben wurden und man in der oberen Leiste auf den Nachnamen des Nutzers verzichtet wird. Solche „Anpassungen“ wären zu verschmerzen, wenn damit nicht eine radikale Zwangsmaßnahme verbunden wäre, denn: Smartphone-Nutzer werden sich an einen neuen Chat gewöhnen müssen. Facebook zwingt seine User von der altbewährten Möglichkeit, Nachrichten zu verschicken, in den Messenger. Auf der einen Seite sinnvoll, weil man dann bei Facebook nicht zwei Systeme betreuen muss. Auf der anderen Seite aber unschön, weil die Informationspolitik von Facebook bei vielen Usern wie schon in der Vergangenheit auf Unverständnis stößt.

Facebook zwingt Chat-User in den Messenger

Alternative ausgeschlossen

Der Chat läuft auf dem Smartphone nur noch über den Messenger, sobald das Rollout des Features weltweit durchgeführt wurde. Aktuell ist das noch nicht überall der Fall. Eine Alternative gibt es nicht mehr und Facebook „empfiehlt“ seinen Usern, den Messenger runterzuladen.

Diese „Empfehlung“ ist natürlich redundant, denn wenn man nicht mehr auf herkömmlichen Wege chatten kann, sondern nur noch über den Messenger – wie sollte man es dann überhaupt tun? Die Wahrscheinlichkeit, dass die User also den Messenger downloaden, grenzt an 100 Prozent. Auf den gewohnten Chat-Button muss man zwar nicht verzichten, aber nach dem Antippen wird nun der Messenger aktiviert.

Bislang wollte Facebook mit mehr oder weniger dezenten Hinweisen die neue App schmackhaft machen, nun wird sie verpflichtend. Auch wenn noch nicht alle Länder damit versorgt sind, bleibt es kein ewiger Testballon, sondern wird nach und nach weltweit eingeführt

Android-Userhaben Glück

Keine Regel ohne Ausnahme. Wer ein Android-Gerät mit wenig Arbeitsspeicher hat, hat Glück. Er muss den Messenger nicht zwangsläufig benutzen. Ebenso betrifft dies zum Beispiel auch die Facebook-App für Windows Phone-Nutzer. Hier bleibt alles wie gehabt, was Facebook jedoch nicht als problematisch ansehen dürfte.

Der Marktanteil von Windows Phones steigt zwar, befindet sich aber immer noch auf einem „überschaubaren“ Level. Wer Neuigkeiten rund um Facebook regelmäßig verfolgt, wird von der Änderung nicht unbedingt überrascht sein. Mark Zuckerberg hatte sie Ende vergangenen Jahres bereits angekündigt. Der Facebook Messenger für mobile Endgeräte als App soll damit aufgewertet werden. Das bedeutet aber nicht, dass die Facebook-App an sich degradiert wird.

Allerdings gibt es einen entscheidenden Vorteil gegenüber der bisherigen Lösung. Mit der Messenger-App können sich Nutzer auch gegenseitig anrufen. Die Begründung: Facebook möchte damit in klare Konkurrenz zu Anbietern wie Skpe treten. Auch spätere Kombinationen mit WhatsApp sind durchaus denkbar. Für die Bindung der Nutzer wird sich der Messenger auf jeden Fall auszahlen. So hat Facebook einen Fuß in der Tür für das Prinzip der Stand-Alone-Apps für Messenger. Solch eine App ist auch WhatsApp und aus diesem Blickwinkel ist es nicht unwahrscheinlich, dass es irgendwann eine Fusion des Facebook Messengers und WhatsApp geben könnte.