Facebook ist das weltweit größte soziale Netzwerk und auf Facebook werden jeden Tag Massen an Content produziert. Das ist auch gut so, schließlich würde die Erfindung von Mark Zuckerberg sonst überhaupt nicht funktionieren. Problem: Sie funktioniert nicht gut genug. Seit Facebook 2012 an die Börse ging, herrscht ein gewisser Druck. Man muss Erfolg haben und es müssen Gewinne her. Sinkt der Aktienkurs, dann nimmt der Druck weiter zu. Steigt der Aktienkurs, dann sind zunächst alle happy – bis der nächste Quartalsbericht ansteht. Dann müssen Zahlen her, die alles Bisherige in den Schatten stellen. Und genau aus diesem Grund muss Facebook ständig an der Qualität der Inhalte arbeiten. Zu diesem Thema läuft derzeit wieder ein Test, der in den USA schon zu sehen ist und bald auch zu uns kommen könnte.

Facebook will wissen, wie "authentisch" User Beiträge empfinden

Ohne sinnvolle Filter funktioniert Facebook nicht

Alle Inhalte auf Facebook werden mehr oder weniger gefiltert. Das ist notwendig und auch sinnvoll, denn ohne eine gewisse Struktur würde jeglicher Content über die User hereinbrechen. Folge wäre eine inhaltliche Überforderung der Nutzerinnen und Nutzer. Das würde die User Experience negativ beeinflussen und letztendlich hätte das zur Folge, dass die User abwandern.

Solche Tendenzen sollen natürlich auf jeden Fall vermieden werden und so testet Facebook geeignete Maßnahmen, um jenseits von Likes, Comments und Shares herauszufinden, was die Nutzerinnen und Nutzer von bestimmten Beiträgen halten. Schon in den letzten Wochen wurden zum Beispiel für Facebook Places Rezensierungsmechanismen eingeführt und ähnliche Funktionen testet man nun explizit bei einzelnen Beiträgen.

In den USA sind nun Screenshots von Inhalten auf Facebook aufgetaucht, für die man als User eine Bewertung abgeben kann. Interessant: Die Aufforderung zur Bewertung kommt mit einer Frage. „How authentic does this post feel?“, wird man gefragt und die Antwortskala reicht von „Not at all“ bis zu „Extremely“.

Bewertung von Inhalten wird komplexer

Nun hat das englische Wort „authentic“ im Deutschen mehrere Bedeutungen und kann natürlich auch „authentisch“ bedeutet. Möglich ist aber auch „echt“, „glaubwürdig“ oder „zuverlässig“. Für welche Übersetzung man sich nun letztendlich entscheidet, ist nicht zwingend von Bedeutung, wird doch die Absicht solcher Fragen sehr deutlich. Facebook geht es darum, die Inhalte von seinen Nutzerinnen und Nutzern viel genauer bewerten zu lassen, als das durch ein simples Klicken auf den „Gefällt mir“-Button möglich ist.

Für die künftige Bewertung von Inhalten will Facebook genauere Daten haben, damit man den Usern letztendlich auch noch besser individuell abgestimmte Inhalte zeigen kann. Ziel solcher Tests ist aber nicht nur die Bewertung der Inhalte sondern auch des Nutzerverhaltens. Je genauer man über die Vorlieben und die Vorgehensweise der eigenen User informiert ist, desto wertvoller sind die einzelnen Datensätze.

Für Werbetreibende werden so noch genauere Daten erzeugt, die die Werbung an sich attraktiver und Facebook reicher machen. Anbieter von Inhalten dagegen müssen in Zukunft noch mehr darauf achten, wirklich hochwertigen Content zu produzieren, um bei den Bewertungen der Nutzerinnen und Nutzer nicht unter die Räder zu kommen.