Facebook setzt bei seinen Aktionen nicht unbedingt immer auf Feingefühl oder Sensibilität gegenüber seinen Nutzerinnen und Nutzern. Analysen und umsatzsteigernde Maßnahmen stehen fast immer im Vordergrund. Und bei der folgenden Meldung ist der Zeitpunkt im Grunde mehr als ungünstig gewählt. Während die Welt über die Abhöraffäre der NSA diskutiert, teilt das größte soziale Netzwerk mit, dass es mehr Informationen zum Nutzerverhalten abgreifen möchte. Wie diese Form der Spionage funktionieren soll? Ganz einfach: Facebook überwacht die Mausbewegungen der eigenen User, wenn sie online sind und will so besser verstehen, wie sich die Menschen auf dem sozialen Netzwerk bewegen. Da sind Proteste doch eigentlich vorprogrammiert.

Facebook will Mausbewegungen analysieren

Bessere Werbung im Sinne des Kunden?

Die Begründung von Facebook ist natürlich einfach und war vorauszusehen. Es wird – wie in vielen anderen Fällen auch – angeblich ganz im Sinne seiner Kunden gehandelt. Die Maßnahme mit den Mausbewegungen soll dabei so viele Informationen wie möglich sammeln, um die User Experience zu verbessern und um besser zu verstehen, wie sich die User auf Facebook „fortbewegen“.

Der Hauptgrund liegt auf der Hand. Facebook möchte mehr Werbung anbieten, die sich ganz genau an den Bedürfnissen der Nutzer orientiert. Und dafür braucht es nun mal Detailinformationen. Laut „Wall Street Journal“ wird im Hause Zuckerberg gerade an einer entsprechenden Software gearbeitet.

Diese soll jede Interaktion der Nutzer, beziehungsweise der Maus, aufzeichnen. Intelligent oder frech? Das wird sich die Netzgemeinde sicher fragen. Und die Idee des Unternehmens wird die Datenschützer garantiert wieder auf den Plan rufen.

Entwicklung neuer Produkte im Vordergrund

Genau betrachtet soll die Überwachung dazu dienen, die Zeit zu messen, die ein Nutzer mit seinem Cursor „unterwegs“ ist und wie lange sich man auf bestimmten Bereichen aufhält, wann gescrollt wird und wofür.

Facebook-Manager Ken Rudin teilte aber auch noch weitere Verwendungszwecke mit. So soll es zusätzlich um die Entwicklung neuer Produkte gehen. Mehr Auswertungen bedeutet natürlich: Mehr Speicherkapazität.

Auch daran wird gerade im Unternehmen gearbeitet. Man müsse schließlich, so Rudin, auf größere Datenmengen vorbereitet sein. Und so wird auch die Firmenstruktur erweitert, um besser mit dem digitalen Mehraufkommen fertig zu werden.

Alles halb so schlimm?

Facebook begründet seine Aktion unter anderem auch damit, dass man nicht das erste Unternehmen sei, das diese Art der Informationssammlung betreibe.

Es sei durchaus eine häufig verwendete Praxis bei diversen international agierenden Unternehmen. Es gibt aber eine Gruppe von Nutzern, die das geplante Spähprogramm nicht betrifft.

Smartphone- und Tablet-Nutzer können erst einmal aufatmen. Ein Programm, das die Fingerbewegungen aufzeichnet, ist im Hause noch nicht diskutiert worden. Bleibt abzuwarten, wie lange es noch dabei bleibt.