Twitter gilt weltweit als Nachrichtenquelle Nummer eins. Auch wenn Twitter bei uns in Deutschland noch immer eher ein Nischenprodukt ist, sieht das in anderen Teilen der Welt ganz anders aus. Vor allem in den USA spielt Twitter eine große Rolle und das ist Facebook offensichtlich ein Dorn im Auge. Im Bereich News ist sehr viel Traffic zu holen und das weiß natürlich auch Facebook. Aus diesem Grund will man ab sofort versuchen, seinen Mitgliedern mehr Content zu zeigen, der „seriöser“ ist. Angeblich haben diverse Befragungen von Nutzerinnen und Nutzern ergeben, dass die User mehr hochwertige Nachrichten lesen und weniger kurzlebige Inhalte sehen wollen. Facebook will also zu einer echten Nachrichtenquelle werden, die von den User aufgrund der hohen Qualität genutzt wird. Doch wie genau will Facebook das machen?

Facebook sagt Twitter den News-Kampf an

Dank besserer Inhalte bleiben User länger

Schon im März sagte Mark Zuckerberg, dass Facebook zur „besten personalisierten Zeitung“ werden soll. Der Grund für diese Absicht liegt auf der Hand: Bekommen User auf Facebook tatsächlich handverlesenen Content, der auf der einen Seite sehr genau den eigenen Interessen entsprich und auf der anderen Seite auch noch sehr hochwertig ist, dann steigt die Verweildauer auf Facebook weiter.

Eine längere Verweildauer hat zur Folge, dass mehr Inhalte konsumiert werden – und unter diesen Inhalten findet sich dann auch mehr Werbung. Mehr Werbung bedeutet mehr Einnahmen für Facebook und mehr Freude für die Aktionäre, außerdem kann das Unternehmen weiter wachsen und investieren.

Eine klassische Win-Win-Situation also? Fast, wäre da nicht Twitter. Twitter ist deutlich schneller als Facebook und auch, wenn sich zum Beispiel in Krisenregionen Menschen via Facebook organisieren, kommen die News zu diesen Krisen oft zuerst via Twitter. Diesen Nachteil bei der Schnelligkeit will Facebook aufholen.

Längere Verweildauer bedeutet mehr Einnahmen

Dazu müssen die Nutzerinnen und Nutzer aber bessere Inhalte auf Facebook zu sehen bekommen. Außerdem ist es wichtig, dass mehr diskutiert werden kann. Aus diesem Grund will Facebook bestimmte Artikel in Zukunft länger und prominenter anzeigen. Davon verspricht man sich eine gesteigerte Interaktion, die dann wiederum auch zu einer längeren Verweildauer führt.

Schon im Oktober teilte Facebook mit, dass der Konsum von Inhalten von Medienseiten auf Facebook um 170 Prozent zugenommen habe. Beim Time-Magazin kam zum Beispiel im gleichen Zeitraum über 200 Prozent mehr Traffic an – nur über Facebook. Auch andere Verleger bestätigen diesen Trend.

Aus Sicht des Online Marketings ist die aktuelle Entwicklung auf Facebook ganz klar zu begrüßen. Zwar ist es wichtig, eine lebendige, treue und vor allem große Community auf Facebook aufzubauen. Für Betreiber von Websites ist es allerdings noch wichtiger, Traffic auf die eigene Seite zu bekommen, weil diese Seiten oft durch Werbung finanziert werden. Ohne Traffic kann also kein Geld verdient werden. Neben Google und anderen Traffic-Quellen ist Facebook mittlerweile als Reichweitenverstärker bei vielen Websites gesetzt.