Für Innovationen ist sich Facebook nie zu schade, immer wieder darf man auf Neuigkeiten aus dem Hause Zuckerberg gespannt sein. Dabei wird auch der Einfluss des weltweit größten sozialen Netzwerks immer größer. Aktuell steht Facebook in Verhandlungen mit der irischen Notenbank und plant laut Medienberichten den Erwerb einer Banklizenz. Das bedeutet, dass das Unternehmen künftig einige Finanzdienstleistungen anbieten könnte. Auch eine Vielzahl von Zahlungsabwicklungen wären dann möglich, Facebook kann dann mit eigenem elektronischen Geld agieren. Dies geht aus einem Artikel der „Financial Times“ hervor und die sollten es wissen, schließlich beschäftigen sie sich redaktionell ausschließlich mit Geld. Außerdem wurde die Meldung durch mehrere Partner bestätigt, die an dem Deal beteiligt sind. Der Ablauf: Wer künftig mit Facebook rechnen und das soziale Netzwerk für Zahlungen im Internet nutzen möchte, wandelt einfach reales Geld gegen eine eigene Facebook-Währung um. Klingt ganz einfach, aber ist es wirklich so simpel?

Facebook plant eigene Netzwährung

Erfolgreiche Testkäufe in den USA

Mit der neuen Währung dürfen die User auch untereinander Zahlungen erledigen. Einige Testkäufe haben in den USA bereits stattgefunden und wurden für gut befunden. Dort sind die interessierten Nutzer unter anderem in der Lage, Spiele zu kaufen oder entsprechende Software-Updates zu erlangen. Wie bei vielen neuen Facebook-Ideen ist auch diese nicht uneigennützig und nicht nur als Service am Kunden zu sehen.

Mit einer eigenen Währung versucht das Unternehmen seinen Stellenwert und seine Akzeptanz vor allem in Schwellenländern zu erhöhen. Die Währung dient aber auch als Eintrittskarte, auch um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Arbeiter, die in einem für sie fremden Land leben, könnten Überweisungen in ihre Heimatländer vornehmen.

Eine solche Neuerung in einem nicht unkomplizierten Bereich wie dem der Finanzdienstleistungen ist aber nicht ohne Partner einzuführen. Und so hat Facebook gleich mit drei Transfer-Anbietern aus London Kontakt aufgenommen, um alles für den europäischen Markt sicher unter Dach und Fach zu bekommen.

Zusätzliche Einnahmequelle

Mit der Möglichkeit, Zahlungen im Internet einfach und schnell für die eigenen und möglicherweise auch externe User anzubieten, ist Facebook nicht allein. Google hat schon lange eine vergleichbare Lizenz und natürlich gibt es seit Jahren mit PayPal einen global und sehr erfolgreich agierenden Konkurrenten.

Facebook könnte seine in vielen Ländern sehr große Akzeptanz in der jeweiligen Bevölkerung nutzen, um ein Finanzdienstleistungsprodukt erfolgreich zu etablieren, vor allem für Schwellenländer klingt das verlockend. Mit der Einführung eines solches Dienstes könnte Facebook die User noch enger an sich binden und so natürlich eine weitere Möglichkeit für mehr Einkommen schaffen.

Facebook ist ein börsennotiertes Unternehmen und steht permanent unter Druck, gute Geschäftszahlen zu liefern. Das geht nicht ohne neue Produkte und Innovationen, die letztendlich für mehr Geld in der Kasse sorgen. Gleichzeitig müssen diese Neuerungen sinnvoll für die User sein und einen echten Mehrwert bieten, andernfalls werden sie nicht angenommen und floppen. Auch das musste Facebook in der Vergangenheit bei allen Erfolgen schon häufig erleben.