In Deutschland muss immer alles schön ausdiskutiert werden. Zumindest, wenn es um den Datenschutz geht. Wo Millionen von Menschen auf der einen Seite völlig bedenkenlos haufenweise persönliche Daten an Supermärkte, Möbelhäuser oder sonstige Konsumtempel (immer dann, wenn es eine Rabatt-Karte gibt) weitergeben, macht man sich bei sozialen Netzwerken wie Facebook regelmäßig vor Angst ins Hemd.

Das kann dann mitunter soweit gehen, dass einzelne Bundesländer sich zu Alleingängen hinreißen lassen und Betreibern von Websites Bußgelder und Abmahnungen androhen, wenn man so lapidare Dinge wie den „Gefällt mir“-Button von Facebook einbindet. Der schleswig-holsteinische „Datenschutzbeauftragte“ ist ein solches Beispiel. Und auch Hamburg hat jetzt Facebook ein Ultimatum gestellt, jedoch geht es bei dem hanseatischen Fall um die automatische Gesichtserkennung bei Foto-Uploads. Beide Fälle aber in der Tat furchtbar gefährlich, fast schon lebensbedrohend.

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Angesichts drohender globaler Wirtschaftskrise und massiven Problemen mit der innereuropäischen Währung scheinen manche Leute in der Tat dennoch keine anderen Probleme zu haben, als sich immer und immer wieder über Facebook auszulassen und wie gefährlich das alles sei. Wem diese Diskussion in Deutschland schon jetzt (oder wie in meinem Fall) schon länger auf die Nerven geht, der bekommt nun endlich mal die Bestätigung direkt von Facebook, dass der deutsche „Datenschutz“ teilweise wirklich einfach nur extrem nervig ist.

So hat sich nun Elliot Schrage, seines Zeichens Anwalt und bei Facebook für eben solche Themen wie Kommunikation, PR aber eben auch Datenschutz zuständig, zu Wort gemeldet. In einem Interview mit „Der Spiegel“ kritisiert Schrage den deutschen Datenschutz und dessen „Protagonisten“ (gemeint sind die hier „Datenschutzbeauftragten“ von Schleswig-Holstein und Hamburg) scharf. So sei Deutschland „ein spezieller Fall“ und es scheint bei uns nach Ansicht von Schrage „wirklich eine große Nervosität im Umgang mit Daten zu geben“. Dank der föderalistischen Aufteilung der Bundesrepublik in 16 einzelne Bundesländer sei es augenscheinlich so, dass jedes Land das Thema Datenschutz aus einer anderen Perspektive beleuchtet. Das mache es sehr schwer, sich übergreifend zu einigen.

Außerdem, so Schrage, sei es enttäuschend gewesen, dass man von dem Vorstoß aus Schleswig-Holstein nicht persönlich, sondern aus der Presse erfahren habe. Obwohl man mittlerweile in Gesprächen mit den „Datenschützern“ sei, wäre der Schaden für Facebook dennoch groß gewesen. Zudem sei es „nicht das Ziel, Sonderlösungen“ für einzelne Bundesländer zu schaffen“, so Elliot Schrage weiter.

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Dazu wird es hoffentlich auch nicht kommen. Ganz ehrlich, das ewige Sich-Eingeschieße auf Facebook ist eigentlich nur noch lächerlich. Als ob es keine wirklich wichtige Problem gäbe, sowohl online als auch offline. Für manche Personen scheint es jedoch wichtiger, sich auf Kosten Dritter öffentlich zu profilieren. Die Frage, ob durch ihr Tun Innovationen auf der Strecke bleiben, ist diesen Menschen egal. Ihnen geht es um das (ihr) Prinzip.

Es gibt für jede/n Nutzer/in des Internets reichlich technische Möglichkeiten, die Zugriffe von Facebook auf eigene Daten zu verhindern. Das fängt grundsätzlich damit an, dass man sich selbst einfach nicht bei Facebook anmeldet. Für das Surfen auf Seiten, die von facebookschen Elementen „infiziert“ sind, gibt es AddOns oder Extensions (je nach Browser), die die Zugriffe von Facebook blockieren. Und wem das nicht reicht, der kann auch z. B. via Netzwerk ganze IP-Adressen blocken. Auch dann bekommt Facebook nichts mit. Solche Einstellungen sind nicht sehr schwer vorzunehmen (obwohl ich bezweifle, dass die „Datenschützer“ es können – denn einfach laut schreien und alles auf Facebook schieben ist noch einfacher).

Ich persönlich würde mich nicht wundern, wenn es Konzernen wie Facebook nicht irgendwann zu bunt wird. Vermutlich würde es für Facebook deutlich günstiger sein, einfach Schleswig-Holstein aus seinem Universum zu streichen als eine Insellösung zu kreieren. Ein kurzer Blick auf Wikipedia verrät, dass in Schleswig-Holstein 2,834 Millionen Menschen leben. Könnte Facebook auf 2,834 Millionen potenzielle Nutzer verzichten? Vermutlich ja.