Laut einer Studie des Wall Street Journals ist der Facebook Like Button im Sammeln von Daten noch fleißiger als ein herkömmlicher Cookie. Mehr noch: Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der so beliebte Facebook Like Button nur den Zweck hat, die Surfgewohnheiten von Internetnutzern aufzuzeichnen und auszuwerten. Gleiches gelte übrigens für andere externe Buttons, wie zum Beispiel solche von Twitter oder Widgets, die unter anderem Google zur Verfügung stellt.

Facebook Like Button bedenklicher als Cookies (Foto: Alexander Klaus/pixelio.de)

Der Facebook Like Button analysiert, wer sich wann welche Internetseiten angesehen hat und sendet diese Daten direkt an das Hauptquartier des sozialen Netzwerks in Palo Alto. Laut Aussagen von Facebook, Twitter und Co. würde die so gesammelten Daten nicht für Werbezwecke an Dritte weitergegeben. Trotzdem sei es laut Studie möglich, ein sehr detailliertes Profil von vielen Nutzern anzulegen, dass dann für weitere Zwecke ausgewertet werden kann.

Problem: Der Facebook Like Button funktioniere wie ein Tracking Tool und zeichnet auch Daten von Surfern auf, die den Button gar nicht aktiv nutzen. Aktive Nutzer, die beim Surfen bei Facebook angemeldet seien, würden laut Studie zudem extrem viele Daten von sich preisgeben. Als Schutzmaßnahme wird empfohlen, den Facebook Account nicht aus Bequemlichkeitsgründen immer offen zu lassen, wenn man im Internet surft. So könne man die Menge der erfassten Daten reduzieren.

Über 30% der 1.000 beliebtesten Websites weltweit sollen den Facebook Like Button und andere Buttons und Widgets derzeit implementiert haben, Tendenz steigend. Facebook, Twitter und Co. seien so in der Lage, teilweise komplette Tagesabläuft von Internetnutzern zu protokollieren und zu speichern. Der Facebook Like Button wäre deshalb bedenklicher als herkömmliche und akzeptierte Cookies, weil er sich je nach Menge der ihn nutzenden Websites zum kompletten Monitoring eines Surfers eigne. Cookies gelten in der Regel immer nur für eine bestimmte Website und werden lokal auf dem Rechner eines Nutzers abgelegt. Sofern die Cookies nicht vom gleichen Anbieter kommen, sei es nicht möglich, die erfassten Daten zu verbinden. So könnten auch keine „globalen Surfprofile“ erstellt werden.