Der „Rezensieren“-Button ist die neuste Errungenschaft im Facebook-Universum. Ab sofort hat jeder die Möglichkeit, Facebook Places und Pages zu bewerten. Die Skala reicht davon von „schlecht“ bis „ausgezeichnet“, im besten Fall können 5 Sterne vergeben werden. Gut für Facebook: Man muss kein Fan einer Seite sein, um sie bewerten zu können. Auch Nicht-Fans können ein Urteil abgeben und ihre Meinung abgeben. Abgerundet wird die neue Funktion über ein Textfeld, in dem man seine Meinung entsprechend begründen kann. Was für Facebook selbst gut ist, muss für eine Facebook Page aber kein Segen sein. Stellt sich also die Frage nach möglichen Konsequenzen des „Rezensieren“-Buttons für Seitenbetreiber und was man aus dieser neuen Chance machen kann.

Facebook launcht "Rezensieren"-Button

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Der neue Button ist wichtig

Der neue „Rezensieren“-Button befindet sich zwischen „Gefällt mir“ und „Nachricht senden“. Mit der optischen Nähe zu „Gefällt mir“ setzt Facebook damit auch das Zeichen, dass diese neue Bewertungsmöglichkeit wichtig ist. Aktuell scheint er noch überwiegend nur auf Facebook Places aufzutauchen.

Aus diesem Grund wird sie mit Sicherheit auch recht großen Einfluss für mögliche Bewertungen haben, die Facebook selbst anstellt. In der Kette der Validierungsmöglichkeiten für die echte Güte einer Seite ist der „Rezensieren“-Button ein vorläufiger Höhepunkt.

Was ganz zu Anfang die reine Anzahl der Fans war, wurde durch „Sprechen darüber“ in Form einer vergleichbaren Interaktionsrate weiterentwickelt, auch wenn man sich diesen Wert selbst beschaffen muss. In Zukunft kann Facebook aber nicht mehr nur feststellen, wie es quantitativ um die Beliebtheit einer Seite bestellt ist. Das Set der Facebook KPIs ist gewachsen.

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Facebook Pages müssen noch besser werden

Durch den „Rezensieren“-Button kann Facebook ab sofort echtes Feedback einholen und so dafür sorgen, dass die nackten Zahlen mit Meinungen gefüllt werden. Facebook hilft das, Seiten und Orte künftig besser beurteilen zu können.

Für Betreiber von Facebook Pages wächst auf der Gegenseite aber der Zwang, noch bessere Inhalte anzubieten, denn die neue Funktion hat einen entscheidenden Haken: Hat man eine Seite rezensiert, dann lässt sich das zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht rückgängig machen.

Zwar können User die Sichtbarkeit der eigenen Bewertung steuern – sie muss also nicht zwingend öffentlich sichtbar sein. Dennoch scheint sie zunächst für die Ewigkeit. Das müssen Seitenbetreiber wissen, um sich künftig richtig verhalten zu können.

Facebook will Qualität genauer messen

Die Abgabe einer Bewertung versetzt Facebook in die komfortable Lage, Informationen für interne Rankings besser zu verarbeiten. Und die Konsequenzen des „Rezensieren“-Buttons können durchaus weitreichend sein. Dabei denke ich noch gar nicht an die Möglichkeiten für eine künftige, wirklich effiziente Suche, die eines Tages von Facebook angeboten wird.

Ernste Konsequenzen für die Sichtbarkeit von Beiträgen im News Feed liegen da viel näher. Zwar nutzt Facebook mittlerweile eine sehr große Anzahl von Rankingfaktoren. Eine echte Bewertung allerdings ist neu und kann dafür sorgen, dass Inhalte von Facebook Pages mit überwiegend schlechten Bewertungen abgestraft werden.

Folge: Schlechtere Sichtbarkeit im News Feed der Nutzerinnen und Nutzer von Facebook, was sich dann direkt auf die Performance einer Facebook Page generell auswirkt. Gegen die fehlende Sichtbarkeit kann dann vermutlich wieder mit Werbung angekämpft werden. Wirkliche Präsenz im News Feed wird es dann aber nicht geben, wenn diese Bewertungsfunktion ein wichtiger Rankingfaktor werden sollte.

Fluch oder Segen?

Auf der anderen Seite können die Sternebewertungen aber auch ein Eigentor für Facebook werden, denn diese Form der Qualitätsauszeichnung genießt keinen wirklich guten Ruf. So ist in regelmäßigen Abständen von der „5-Sterne-Mafia“ die Rede.

Viele Internet-User glauben, dass Bewertungen im Internet oft falsch und konstruiert sind. Tatsächlich kann man sich Bewertungen kaufen und so dafür sorgen, dass Produkte zum Beispiel bei Online-Shops auf den ersten Blick besser oder zumindest populärer erscheinen.

Ob der neue „Rezensieren“-Button auf Facebook auch anfällig für solche Manipulationen ist? Das wird sich zeigen. Auf jeden Fall wird immer deutlicher, dass Facebook nach Möglichkeiten sucht, Inhalte qualitativ besser beurteilen zu können. Der „Like“-Button scheint dafür nicht mehr auszureichen.