Da ist er, der nächste Coup von Facebook. Gesichtserkennung kennt man ja schon, die Funktion, wenn einem der Netzwerkanbieter ein Quadrat um das Gesicht legt und fragt, wer das sein soll. Jetzt kommt die Erweiterung: Die 3D-Gesichtserkennung! Aber keine Sorge, eine extra Brille braucht man dafür nicht. Das Erkennungssystem mit Namen „DeepFace“ soll ein gewaltiger Entwicklungssprung nach vorne werden. Datenschützer reiben sich schon die Hände und schreiben vorsorglich neue „offene Briefe“, schaden kann das ja aus deren Sicht nie. Doch ganz ernsthaft muss die Frage erlaubt sein, was nun der Sinn für den privaten Anwender ist. Freunde in 3D? Oder „just for fun“? Ganz sicher nicht, Facebook befasst sich grundsätzlich nicht nur aus reiner Nächstenliebe mit solchen Projekten. Was also sind Sinn, Zweck und Nutzen der 3D-Gesichtserkennung?

Facebook erforscht 3D-Gesichtserkennung

Facebook will mehr Details

Zunächst soll es um sehr viel genauere Angaben zur Erkennung der jeweiligen Person gehen: Detailinfos also sowie speziellere Personenmerkmale. Facebooks Forscherteam schwärmt davon, dass die Genauigkeit bei der 3D-Gesichtserkennung um 25 Prozent erhöht wurde. Zu fast 100 Prozent, genauer 97,25 Prozent, sollen deutlich präzisere Angaben möglich sein.

Mit Hilfe der neuen Funktion und eines Fotos lässt sich so eine Person dann sehr viel besser „erforschen“ lassen. Aber wollen das die Nutzer überhaupt oder verspricht sich nur Facebook davon etwas, weil es möglicherweise die Chancen erhöht, durch die 3D-Gesichtserkennung werbetechnisch noch spezifischere Angebote machen zu können?

Darüber muss man nachdenken, auch wenn die Technik an sich natürlich auch einen enormen Fortschritt darstellt, der sich auch für andere Dinge nutzen lässt, als einfach „nur“ Werbung besser zu verkaufen.

2D wird dank moderner Technik zu 3D

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Datenschützer in aller Welt schlagen schon jetzt Alarm, wie so oft, wenn Mark Zuckerberg und sein Team eine Innovation wie die 3D-Gesichtserkennung namens „DeepFace“ vorstellen. Facebook wäre aber nicht Facebook, wenn man sich davon nachhaltig beeindrucken lassen würde – also geht die Forschung weiter, warum auch nicht?

Die neue Methode der 3D-Gesichtserkennung sieht vor, aus einem 2D-Bild ein komplexeres 3D-Bild zu erstellen. Dabei hilft dem Team ein technisch ausgeklügeltes Grafikprogramm, mit dem man den Kopf einer Person auf einem herkömmlichen Foto beliebig drehen lassen und ihn auch von allen Seiten präsentieren kann.

So wird aus dem 2D-Foto eine manuelle 3D-Animation, die sich steuern lässt und Details ans Tageslicht bringt, die man sonst nicht gesehen hätte. Klingt wie Science Fiction? Ja, in der Tat, man kennt solche Techniken aus Filmen der 1980er und 1990er Jahre. Ist Facebook heute schon so weit?

Auf Wiedersehen, Datenschutz?

Es sieht ganz danach aus: Die neue 3D-Gesichtserkennung ermöglicht es Facebook tatsächlich. den kompletten Kopf einer Person darzustellen, auch wenn die Person selbst zum Beispiel nur ein Foto eingestellt hat, dass sie im Profil von links zeigt. Der Nutzen für Facebook liegt bei der 3D-Gesichtserkennung auf der Hand: In Zukunft kann Facebook schlicht und ergreifend viel mehr Personen auf hochgeladenen Fotos erkennen, die dann auch logischerweise von viel mehr anderen Personen getaggt werden können.

Dadurch kann Facebook mehr Informationen sammeln und somit die Profile seiner Nutzerinnen und Nutzer noch besser kennenlernen. Doch was sagen die jeweiligen Personen dazu, die sich vielleicht mit einer bestimmten Aufnahme absichtlich nur von der Seite zeigen lassen wollen? Geht Facebook hier zu weit? Ignoriert man hier nicht eigentlich den Wunsch des Users, nur in einer bestimmten Abbildung auf Facebook zu erscheinen? Heikle Angelegenheit also. Zeit- und Ortsangaben könnten den Informationsfluss noch weiter unterstützen.

2012 musste Facebook seine ursprüngliche Gesichtserkennung in Europa abschalten, auch hier waren datenschutzrechtliche Bedenken der hauptsächliche Grund. Es bleibt also fraglich, ob die neue 3D-Gesichtserkennung bei den Datenschützern besser ankommt. Und die User, werden sie es lieben? Das kann man sicher nur mit ausgiebigen Tests herausfinden, die auf Entwicklungsebene ganz sicher schon laufen.